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Fraunhofer-Institut fr Bauphysik IBP
Pressemitteilung

Kunststoff, Karton & Co.

Welches Verpackungssystem ist am umweltverträglichsten: Kisten aus Karton, Holz oder Kunststoff?
(PM) Valley, 26.08.2009 - Eine europaweit angelegte Studie des Fraunhofer-Instituts fr Bauphysik IBP und PE International belegt die Umweltvertrglichkeit von Mehrwegsystemen. Die aktuelle Untersuchung vergleicht den gesamten Lebenszyklus von Holz-, Karton- und Kunststoffkisten fr Obst- und Gemsetransporte. Das Fazit: Mehrwegverpackungen aus Kunststoff sind insgesamt kologisch und wirtschaftlich vorteilhafter als Einweg- Transportkisten aus nachwachsenden Rohstoffen.

Jederzeit verfgbares frisches Obst und Gemse ist aus europischen Supermrkten und Einzelhandelsgeschften nicht mehr wegzudenken. Allerdings erfordert die ganzjhrige Bereitstellung ein komplexes logistisches System. Obst und Gemse werden hauptschlich in Karton-, Holz- und Kunststoffverpackung gelagert und transportiert.

Welches Verpackungsmaterial die besten Ergebnisse in Bezug auf Nachhaltigkeit liefert, darber sollte eine von der Stiftung Initiative Mehrweg in Auftrag gegebene Studie Klarheit schaffen. Die Abteilung Ganzheitliche Bilanzierung des Fraunhofer-Instituts fr Bauphysik IBP und PE International erarbeiteten die Ergebnisse der Studie.

Es galt, die Umweltauswirkungen der in Europa gebruchlichsten Verpackungssysteme fr Obst und Gemse zu untersuchen und zu vergleichen. Ausgegangen wurde von 1.000 Tonnen Obst und Gemse, die in Einweg-Holz- oder Kartonkisten, alternativ in Kunststoffkisten im Mehrwegsystem transportiert und verteilt wurden. Grundlegend fr den Vergleich der Systeme sind Verpackungen in derselben Gre bzw. desselben Fassungsvermgens.

Die Studie erfasste den gesamten Lebenszyklus der Verpackungen in europaweiter Dimension. Sie bercksichtigte die fnf bedeutendsten Produktionslnder fr Obst und Gemse – das sind Spanien, Italien, Frankreich, Niederlande und Deutschland –, und vier der grten Abnehmermrkte, Frankreich, Niederlande, Grobritannien und Deutschland.

Die von den drei Systemen ausgehenden Auswirkungen auf die Umwelt wurden vor allem im Hinblick auf Primrenergiebedarf, Treibhauseffekt, Versauerung, berdngung, bodennahe Ozonbildung und Ozonschichtabbau erforscht. Eine Analyse der Lebenszykluskosten beurteilte die konomischen Aspekte der unterschiedlichen Kistensysteme.

Die Ergebnisse zeigen, dass Kunststoff- und Kartonkisten nahezu denselben Bedarf an nicht erneuerbaren energetischen Ressourcen haben, wobei die Karton- und Holzkisten noch zustzlich einen hohen Verbrauch an Primrenergie aus erneuerbaren Ressourcen aufweisen. Einwegholz- und Kartonkisten werden nach Gebrauch grtenteils durch Verbrennung der Stromerzeugung zugefhrt, wodurch nicht erneuerbare Ressourcen eingespart werden. Bei den Kartonkisten fhrt das zu einer Reduktion der netto eingesetzten nicht-erneuerbaren Primrenergie. Bei den Holzkisten wird mehr nicht-erneuerbare Primrenergie erzeugt, als fr ihre Herstellung notwendig ist.

Bei den fnf betrachteten umweltbezogenen Wirkungskategorien liegen Kunststoff- und Holzkisten in der Kategorie Treibhauseffekt annhernd gleichauf. In den Kategorien Eutrophierung, Photooxidantienbildung und Versauerung haben Kunststoffkisten die Nase vorn. Holzkisten haben allerdings bessere Ergebnisse in Bezug auf den Aspekt Abbau der Ozonschicht.

Zustzlich besttigt die Studie, dass das Mehrwegsystem ber den gesamten Lebenszyklus der Verpackungen das kostengnstigste System ist. Je lnger die Lebensdauer der Kunststoffkisten angenommen wird, desto grer werden die kologischen und konomischen Vorteile des Mehrwegsystems. Dies liegt daran, dass sich die Aufwendungen fr die Herstellung der Kisten auf eine lange Nutzungsdauer und entsprechend mehr geleistete Transportvorgnge verteilen.

Ansprechpartner fr weitere Informationen:
Dipl.-Ing. Stefan Albrecht
Tel. +49 (0) 711 / 48 99-9926, Fax -9911
E-Mail: stefan.albrecht@lbp.uni-stuttgart.de

Presse- und ffentlichkeitsarbeit:
Rita Schwab
Tel. +49 (0) 711 / 970-3301, Fax -3395
E-Mail: rita.schwab@ibp.fraunhofer.de
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