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Pressemitteilung

Krise , welche Krise?

(PM) Hamburg, 30.05.2012 - Spanien ist eines der Lnder in der Eurozone, das von einer heftigen Wirtschaftskrise erschttert wird. Und es ist nicht klar, ob es das letzte sein wird. Auch die Deutschen sehen mit groer Verunsicherung auf die Entwicklungen des Wirtschaftsraums, in dessen Mitte sie sich befinden. Nur das Erstaunliche ist: Die meisten deutschen Unternehmen haben derzeit wenig zu befrchten.

So viele Insolvenzen wie vor dem Krisenjahr 2008

Laut der Datenbank von Brgel schlitterten im Jahr 2011 insgesamt 30.294 Firmen in Deutschland in die Zahlungsunfhigkeit. Das sind 6,2 Prozent weniger als im Vorjahr. „Die gute Konjunktur im vergangenen Jahr hat sich positiv auf die Zahl der Firmeninsolvenzen ausgewirkt“, kommentiert Dr. Norbert Sellin, Geschftsfhrer der Hamburger Wirtschaftsauskunftei Brgel. Die Fallzahlen bewegten sich laut der Studie „Firmeninsolvenzen 2011“ auf dem Niveau von vor der Finanz- und Wirtschaftskrise. Nur 2007 gab es weniger Insolvenzen als im vergangenen Jahr 2011.

Extrem gute Finanzierungsbedingungen

„Die deutschen Firmen ernten jetzt die Frchte der letzten zehn Jahre“, sagt Steffen Henzel, Volkswirtschafts- und Arbeitsmarktexperte vom Institut fr Wirtschaftsforschung (ifo) in Mnchen. „Die Unternehmen sind sehr wettbewerbsfhig und durch die Lohnzurckhaltung der vergangenen Jahres sehr produktiv“, fhrt der ifo-Fachmann aus. Und laut der „Diagnose Mittelstand 2012“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands stieg die Eigenkapitalquote bei mittelstndischen Unternehmen in den vergangenen Jahren sogar an. Mit gut 18 Prozent liegt sie demnach auf dem hchsten Niveau seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1995.

ifo-Experte Henzel betont auerdem, dass die extrem guten Finanzierungsbedingungen derzeit den deutschen Unternehmen das Leben angenehm mache. „So kommen die Firmen leicht an gnstige Kredite.“ Das wirke sich besonders sichtbar gerade in der Bauwirtschaft aus, sei aber ein Effekt, von dem viele Bereiche profitierten. Und auch wenn das Schreckgespenst Inflation als Folge der hohen Staatsverschuldungsquote in Europa und der Geldschwemme der EZB immer prsent sei – noch mssen die deutschen Unternehmen die steigenden Kosten nicht frchten.

Langfristige Gewinner haben ihre Abnehmer in Deutschland

Dennoch bleibt auch die deutsche Wirtschaft von den Erschtterungen im Euroraum nicht unberhrt. In einer Umfrage der IW Consult, einer Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Kln, geben im Frhjahr 2012 etwa drei von zehn deutschen Unternehmen an, von der Euro-Krise betroffen zu sein.

Ifo-Fachmann Henzel sieht Schwierigkeiten am ehesten fr die Firmen, die gerade in Lnder wie Griechenland, Irland oder Spanien exportieren. Sie bekommen die Probleme dort hautnah mit. Die langfristigen Gewinner der Krise sieht Henzel dagegen bei denen, die im Land ihre Abnehmer haben. Und da besonders bei den Dienstleistern. Und das nicht trotz, sondern gerade wegen der Euro-Unsicherheit: „Sparen lohnt sich nicht, wenn keiner wei, wo es hingeht mit dem Geld.“ Und deshalb werden die Deutschen wieder mehr Geld ausgeben und es sich gut gehen lassen. Und damit den Unternehmen.
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