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Kleinunternehmer: lohnt ein Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung?

(PM) , 22.10.2007 - Fr viele Unternehmen ist die Umsatzbesteuerung ein leidiges Thema – regelmige Umsatzsteuervoranmeldungen bedeuten zustzlichen brokratischen Aufwand und die Abfhrung von Umsatzsteuer an das Finanzamt fhrt zum Verlust wichtiger liquiden Mittel. Hinzu kommen entsprechende Richtlinien fr die Rechnungserstellung und Prfaufwand fr Eingangsrechnungen, ob ein Vorsteuerabzug mglich ist.

All das ist besonders fr Existenzgrnder und kleinere Firmen, wie etwa Onlineshops eine ungeliebte Angelegenheit, denn viele fhlen sich durch das komplizierte Umsatzsteuerverfahren berlastet. Besonders fr diese Gruppe, die eher geringen Umsatz erwirtschaftet, hat der Gesetzgeber mit 19 Umsatzsteuergesetz eine Erleichterung geschaffen – die Kleinunternehmerregelung.

Umstze von Unternehmen dieser Kategorie unterliegen nicht der Umsatzsteuer und werden wie Umstze von privaten Verkufern behandelt. Damit erbrigt sich also die Umsatzsteuervoranmeldungen beim Finanzamt. Der Unternehmer darf auf seinen Rechnungen zuknftig keine Umsatzsteuer ausweisen (tut er dies trotzdem, so schuldet er diese Steuer und muss Sie trotz Kleinunternehmerstatus an sein Finanzamt abfhren) Auch bekommt der Unternehmer die von ihm gezahlte Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer von seinem Finanzamt erstattet.

Die magischen Grenzen fr den Kleinunternehmerstatus sind den meisten Unternehmern nur allzu gut vertraut:

- der Umsatz im vorangegangenen Kalenderjahr darf inklusive Umsatzsteuer nicht mehr als 17.500,- Euro betragen haben und
- der Umsatz des laufenden Kalenderjahres wird den Betrag von 50.000,- Euro voraussichtlich nicht berschreiten.

Sind diese Kriterien erfllt, kann der Unternehmer bei seinem Finanzamt den Kleinunternehmerstatus beantragen und wird von der Abfuhr der Umsatzsteuer befreit. Der Wegfall des Umsatzsteuerverfahrens bedeutet fr die meisten Unternehmen eine sprbare Entlastung im Verwaltungsaufwand. Besonders Existenzgrnder setzen daher bei der steuerlichen Ersterfassung ruhigen Gewissens ihr Kreuzchen im entsprechenden Formularfeld fr Kleinunternehmer.

Doch ist die Umsatzsteuerbefreiung grundstzlich die bessere Lsung oder macht es Sinn, auf diese Befreiung zu verzichten, auch wenn man sich in den oben genannten Umsatzgrenzen bewegt?

Besonders fr Unternehmen und Existenzgrnder aus dem technologischen Bereich - mit erfahrungsgem hohen Anfangsinvestitionen und im Vergleich dazu eher geringen Ausgangsumstzen – kann sich der Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung durchaus lohnen. Der nun mgliche Vorsteuerabzug reduziert die Investitionskosten erheblich und entlastet die oft angespannte Liquidittssituation.
Hier sei als Beispiel das junge IT-Unternehmen genannt, dass erst in die notwendige und teure Hardware investieren muss, um neuartige Dienstleistungen anbieten zu knnen. Da sich der Kundenstamm erst allmhlich aufbaut, sind die erzielten Umstze am Anfang oft gering – die erstattete Vorsteuer aus den hohen Anfangsinvestitionen berbrckt so hufig den einen oder anderen Liquidittsengpass.

Auch wenn sich der Kleinunternehmer mit seinem Angebot berwiegend an andere Unternehmer richtet (B2B), kann der Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung sinnvoll sein. Zwar ist es dem Kleinunternehmer mglich, seine Leistungen auf den ersten Blick billiger, da ohne Umsatzsteuer, anzubieten, jedoch muss er in seiner Preiskalkulation auch die von ihm gezahlte Umsatzsteuer beim Einkauf der ntigen Waren und Dienstleistungen fr sein eigenes Leistungsangebot bercksichtigen. Da er darauf keine Vorsteuer erstattet bekommt, reicht er diese Steuerbelastung an den Endverbraucher weiter.
Durch den Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung kann er die gezahlte Umsatzsteuer beim Einkauf als Vorsteuer geltend machen und muss diese nicht an den Endverbraucher weitergeben. Der nun mgliche Umsatzsteuerausweis in seinen Ausgangsrechnungen erlaubt seinen gewerblichen Kunden ebenfalls den Vorsteuerabzug
Dadurch wird die Umsatzsteuer fr diese Kundengruppe nicht zu einem Kostenfaktor, sondern zu einem durchlaufenden Posten und das angebotene Produkt oder die Dienstleistung preislich interessanter.
Als Beispiel soll hier der kleine Onlineshop fr Netzwerkdrucker-Zubehr dienen. Dieser hat berwiegend gewerbliche Kundschaft und bewegt sich mit seinen Umstzen im Rahmen der Kleinunternehmerregelung. Der Inhaber dieses Onlineshops kauft seine Ware vom Grohndler und zahlt darauf, wie jeder Kunde, die entsprechende Umsatzsteuer. Als Kleinunternehmer wird diese Steuer fr den Onlinehndler zu einer kostenmigen Belastung, da er sie nicht als Vorsteuer geltend machen kann. Entsprechend bezieht er diesen Kostenfaktor in seine Preiskalkulation fr den Endverbraucher mit ein. Durch Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung kann er sich die gezahlte Vorsteuer von seinem Finanzamt erstatten lassen und verringert seine Einstandskosten. Die nun ausgewiesene Umsatzsteuer in seinen eigenen Rechnungen knnen sich seine gewerblichen Kunden ebenfalls als Vorsteuer erstatten lassen – somit ist diese kein Kostenfaktor mehr.

Auch Image und Prestige des Onlinehndlers knnen durch Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung aufgewertet werden. Fr viele gewerbliche Kunden ist der Umsatzsteuerausweis auf Rechnungen ein wichtiges Kriterium fr das zustande kommen eines Geschfts. Der Onlinehndler erschliet sich also zustzliches Kundenpotenzial und lsst durch seine Rechnungsstellung keine Rckschlsse mehr auf die Gre seines eigenen Geschftes zu.

Jeder Kleinunternehmer sollte demnach genau prfen, ob der Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung fr Ihn nicht mehr Vorteile als Nachteile bietet. Die Abwgung muss jedoch sehr grndlich erfolgen, denn der Unternehmer ist bei einem Verzicht fr die nchsten 5 Jahre an diese Entscheidung gebunden. Erst danach kann er durch Widerruf gegenber seinem Finanzamt wieder in den normalen Kleinunternehmerstatus zurckkehren. berlegen Sie also grndlich und beraten Sie sich im Zweifel mit Ihrem Steuerberater, um eine eventuelle Schlechter-Stellung zu vermeiden.
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