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Kinderstube, Knigge, Kopfnoten – Sind das Arbeits- und Sozialverhalten wichtiger als Zeugnisse?

(PM) , 16.07.2008 - Bonn/Kln – Eine gute Kinderstube hilft bei der Jobsuche. Personalverantwortliche und Headhunter schauen nicht nur auf formale Qualifikationen wie Noten und Zeugnisse. Hflichkeit, Leistungsbereitschaft, Arbeitseifer, Benehmen, das persnliche Auftreten – all diese Dinge spielen ebenfalls eine groe Rolle. „Die gute Kinderstube ist tatschlich eines der Hauptkriterien“, so der Klner Personalberater Marc Emde von KCP Executives www.kcp-executives.de im Gesprch mit dem Deutschlandfunk www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/816180/ ber die gngige Bewerbungspraxis. „Wir schreiben oder sprechen hier von den so genannten sozialen Kompetenzen, die dabei eine Rolle spielen. Das heit, die fachlichen Kompetenzen werden im Vorfeld ber Dokumentationen, ber Zeugnisse, ber Telefon-Interviews abgeprft und in dem Interview mit dem Personalberater geht es um die soziale Kompetenz. Anhand eines Kompetenzmodells, das entsprechend diese Kompetenzen genau beschreibt, die fr den Klienten wichtig sind, bekommt der Klient auch eine Dokumentation ber unsere Wahrnehmung auf diesem Gesprch.“

Insbesondere die so genannten „Kopfnoten“ sind in diesem Zusammenhang in Nordrhein-Westfalen in die Diskussion geraten. „Das ist Vorselektion fr Unternehmen, mehr nicht“, kritisierte beispielsweise der Sprecher der Landesschlervertretung in NRW, Horst Wenzel. Personalexperte Emde sieht das anders: „Ich halte den Begriff Kopfnoten fr sehr unglcklich. Man htte dem Kind einen anderen Namen geben sollen. hnliche Erfahrungen haben wir ja mit der Kopfprmie im Gesundheitswesen gemacht. Eine eigentlich gute Sache – denn auch ‚schlechte’ Schler knnen pnktlich oder fleiig sein – hat ein nicht so tolles Etikett bekommen und wird daher vielfach abgelehnt.“

Martina Ernst, Geschftsfhrerin der IHK-Vereinigung von NRW, schloss sich gegenber der Tageszeitung Die Welt, dieser Meinung an: „Wir mssen das Gesamtbild beurteilen knnen, und dazu gehrt auch das Arbeits- und Sozialverhalten.“ Ob die jetzige Regelung mit sechs Kopfnoten aber nicht zu aufwendig und brokratisch ist und es vielleicht auch zwei tun, um das Arbeits- und Sozialverhalten der Schler zu beurteilen, steht dahin. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in NRW, Helmut Stahl, schloss nderungen am System nicht aus. Politik msse korrekturfhig sein, so seine Devise.
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