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Kampf der Giganten um das Internet der Zukunft - Spracherkennung als strategische Waffe im Wettstreit zwischen Google und Microsoft

(PM) , 10.04.2007 - Bonn, www.ne-na.de – Die Expansion von Microsoft durch den Kauf von Tellme richtet sich nach Branchenmeinung nicht nur auf den klassischen Markt fr automatische Spracherkennung. Das berichtet das Bonner Wirtschaftsmagazin NeueNachricht www.ne-na.de in der Frhjahrsausgabe. „Die Planungen kann man auch nicht auf eine bessere Bedienung der Softwareprodukte reduzieren“, so der Analyst Sebastian Paulke vom Brancheninformationsdienst Voice Community www.voice-community.de. „Fr Microsoft ist Sprachverarbeitung eine Schlsseltechnik, um im Kampf gegen Google zu berleben. Schon bald werden Themen wie uneingeschrnkter mobiler Internetzugang, das Auffinden relevanter Informationen im Web sowie die gerte- und ortsunabhngige Bereitstellung von Diensten ber den Erfolg des Softwareriesen entscheiden“. Nur so sei der Erwerb von Tellme zu verstehen. Microsoft-Chef Steve Ballmer sehe hier ein unglaubliches Potenzial fr ein Schlsselinterface bei der Bedienung von Computern. Tellme bringe Microsoft das Talent, eine neue Welle von Produkten zu entwickeln und die Mensch-Maschine-Interaktion zu revolutionieren. „Hinter der Akquisition steht nicht ein Investor, der einen spannenden Exit in kurzer Zeit sucht. Es geht auch nicht um den Ausbau von klassischen Service-Geschftsmodellen: Die Umstze unserer Branche, die im wesentlichen aus Serviceleistungen, aus Softwarelizenzen fr Sprachtechnik-Komponenten und Plattformen bestehen, sind zu gering als dass sich Microsoft als neuer Konkurrent von Nuance aufstellen wollte, die zuvor den Tellme-Wettbewerber BeVocal bernommen haben“, glaubt Sprachdialogexperte Lupo Pape, Geschftsfhrer von SemanticEdge www.semanticedge.de in Berlin. Auch er ist der Meinung, dass die Akquisition von Tellme eng verzahnt ist mit den Spracherkennungsfeatures des neuen Betriebssystems Vista. „Die integrierte Sprachsteuerung im Microsoft Exchange Server und der aggressive Einstieg in die mobile Endgertewelt sind zentrale Puzzlesteine fr die Zukunftsstrategie von Microsoft. Der Bill Gates-Konzern will nicht nur sein Betriebssystem-Monopol bei Computern verteidigen, sondern bemht sich um die Vorherrschaft im Internet und im Markt fr Telekommunikation“, sagt Pape. Microsoft denke nicht in Einzelteilen: Jeff Raikes, Prsident der Microsoft Business Devision, habe die Marschroute nach dem Tellme-Deal vorgegeben. Er bezeichnete Telefonnummern als ein „artifact of technical limitations“. „Die erste Massenmarktanwendung von Microsoft wird eine Art ‚persnlicher Assistent’ sein - eine Sprachsteuerung mit integrierter Kommunikation und vernetzt mit allen PCs. Tellme bietet dafr die Telekommunikationsnetzwerke und die Netzintelligenz fr die weltweite Verbindung der PCs. Hier zeichnet sich ein Groangriff auf Skype ab, um bei der Kommunikation ber das Internet Protokoll zu punkten. Tellme wird den persnlichen Assistenten vermutlich noch mit zustzlichen Mehrwertdiensten ausstatten. Beispielsweise ein zentrales Auskunftssystem und weitere Informations- und Bestelldienste, die bereits zum Tellme-Portal dazugehren. Mit der Sprachsteuerung des Betriebssystems und dem persnlichen Assistenten wird Microsoft die Sacherkennung der breiten Masse vertraut machen und auf ein neues Niveau heben. Das ist phantastisch fr unsere Branche. Die globale Sicht von Microsoft und die geschlossenen Systeme der Microsoft-Philosophie werden allerdings anderen Technologieanbietern wenig Chancen als Partner bieten. Das Gute am Auftreten von Microsoft ist aber, dass es immer auch andere zum Teil sehr kleine Spieler gegeben hat, die frher am Markt waren, die schneller gewachsen sind und die bessere Produkte entwickelt haben und die erst durch das Auftreten von Microsoft in das richtige Fahrwasser geraten sind“, kommentiert Pape. „Alleine die Integration von Sprachverarbeitung in das neue Betriebssystem Vista wird dieser Technik weiteren Auftrieb verleihen“, meint Bernhard Steimel, Sprecher der Brancheninitiative Voice Business www.voicedays.de und Geschftsfhrer der Unternehmensberatung Mind Business Consultants in Dsseldorf. „Durch den Einsatz von Sprachsteuerung im PC-Massenmarkt werden vielen Verbrauchern erstmals die Vorteile der Mensch-Maschine-Schnittstelle richtig bewusst. Das wird die Akzeptanz von Sprachchips auch in anderen Lebensbereichen frdern“, prognostiziert Steimel. Pape ist sich zudem sicher, dass Microsoft-Grnder Bill Gates und seine Entwicklerteams unter Fhrung von Tandy Trower und Craig Mundie an roboterhnlichen Gerten fr den Alltag arbeiten. „Das sind keine Hirngespinste. Bereits heute existierten die dafr notwendigen Technologien wie dezentrales Rechnen, Sprach- und Mustererkennung. Drahtlose Breitbandverbindungen knnten die Tr zu einer neuen Generation selbstndiger Gerte ffnen, die Aufgaben fr Menschen erledigen“, erlutert Pape. Zur Lsung der Aufgabe entwickelten Mundie und Co. ein neues Hilfsmittel namens CCR (concurrency and coordination-run-time). Eine weitere Neuentwicklung von Microsoft ist der verteilte Softwaredienst DSS (decentralizend software services), der es ermglicht, Anwendungen zu schreiben, bei denen das Programm einen Sensor auslesen oder einen Motor kontrollieren kann. „Mit DSS ist es auch mglich, Roboter ber eine drahtlose Breitbandverbindung via Webbrowser von einem anderen Ort zu berwachen und zu steuern. Da liegt allerdings noch ein weiter Weg vor uns. Fr Maschinen ist es sehr schwierig, sich in einem Raum zu orientieren, auf Gerusche zu reagieren, Sprache zu interpretieren und Gegenstnde zu ergreifen, die hchst unterschiedlich sind“, sagt Pape. Eine funktionierende Spracherkennung werde unverzichtbar sein, um Roboter im Alltag einzusetzen. Etwa in der Altenpflege oder bei der Untersttzung behinderter Menschen. „Wie in den 70er Jahren, als die Programmiersprache ‚Microsoft Basic’ zum Schlsselfaktor der PC-Revolution wurde, gehen Gates und seine Softwarestrategen jetzt an die Arbeit, Roboter fr jedermann zu konzipieren“, so der Ausblick von Pape. Das Magazin NeueNachricht erscheint vierteljhrlich. Das Einzelheft kostet 8,20 Euro. Bestellungen per Fax unter: 0228 – 620 44 75, E-Mail: baerbel.goddon@sohn.de oder ber den Bestellbutton auf der Website www.ne-na.de (linke Seite). Redaktionen erhalten Besprechungsexemplare kostenlos. Redaktion medienbro.sohn Ettighoffer Strae 26a 53123 Bonn Tel: 0228 – 6204474 Mobil : 0177 – 6204474 E-Mail : medienbuero@sohn.de www.ne-na.de
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