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KWAG - Kanzlei fr Wirtschafts- und Anlagerecht
Pressemitteilung

Islamic Finance – Wege aus der Finanzkrise?

Mehr Sicherheit durch gleichmäßige Risikoverteilung
(PM) Bremen/Hamburg/Frankfurt, 18.11.2009 - „Islamic Finance" war das Thema einer von der Bundesanstalt fr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ausgerichteten, hochrangig besetzten Konferenz. Schwerpunkt des in der Frankfurter Villa Kennedy abgehaltenen Kongresses war insbesondere das „Islamic Banking“. Fr die KWAG – Kanzlei fr Wirtschafts- und Anlagerecht – nahm Rechtsanwalt Alexander v. Vietinghoff-Scheel an der Konferenz teil, um dort insbesondere die Rechte von Kapitalanlegern zu thematisieren.

„Islamic Finance“ (IF) ist der Oberbegriff einer Vielzahl unterschiedlicher Finanzgeschftsmodelle, die sich nach den Regeln des Koran und der Scharia richten. Neben dem Zinsverbot und der Untersagung von Investitionen in die Herstellung von Alkohol, Schweinefleisch, Waffen, pornographische Produkte und Wetten, ist einer der wesentlichen Grundstze, dass keine Rendite ohne eigenes Risiko mglich sein darf – das gilt auch fr Banken. „Die Kapitalanleger dieser IF-Produkte haben vielfach weniger Kapital durch die Finanzmarktkrise verloren, als dieses bei konventionellen – also nicht-islam-konformen Finanzprodukten – der Fall ist“, erklrt Jens-Peter Gieschen, von der Kanzlei KWAG. Statistiken zeigen daher: Der Markt fr islamkonforme Kapitalanlagen wchst. An diesem Wachstumsmarkt soll nun offensichtlich auch Deutschland partizipieren. Kaum anders kann jedenfalls die Aussage des Prsidenten der deutschen Bundesanstalt fr Finanzdienstleistungsaufsicht Jochen Sanio verstanden werden: „Ich sehe keinen Grund, warum Anbieter dieser Finanzprodukte keine Banklizenz von der BaFin bekommen sollten.“ Noch gibt es aber in Deutschland, bis auf einige kleinere Fonds, keine grere Anzahl von IF-Kapitalanlagen – im Gegensatz zu anderen westeuropischen Lndern, insbesondere Grobritannien. Chancen bieten sich aber durch das IF fr Deutschland sowohl fr den Kapitalanleger als auch fr Unternehmen.

Kapitalanleger knnten von einer hheren Sicherheit ihrer Kapitalanlage profitieren. „Aufgrund des Wettverbotes und der Verpflichtung der Anbieter von IF-Produkten, keine einseitige Risikoverteilung zu Lasten der Kapitalanleger vorzunehmen, lassen sich einige wesentliche Risiken von Finanzprodukten eliminieren“, erklrt Gieschen. Viele Sukuks (islamkonforme Anleihen) knnen daher in Zeiten turbulenter Finanzmrkte sichere Anlageformen bei guten Renditen bieten. In vielen islamisch geprgten Lndern investieren Anleger zudem in die verhltnismig sicheren Takaful (eine Art genossenschaftliche Versicherung). Takaful werden in einigen islamisch geprgten Lndern sogar von der Mehrzahl der dort lebenden Nicht-Muslimen bevorzugt, da sie sich von diesen Versicherungen mehr Sicherheit versprechen, als von klassischen Versicherungs- oder Anlageformen. Eine weitere wesentliche Form der Kapitalanlage stellt die Murahaba (eine Art Kreditfinanzierung) dar. „Diese knnte insbesondere fr deutsche Huserbauer interessant sein: Da im Islam das Zinsverbot gilt, kauft die Bank die Immobilie (oder einen anderen gewnschten Investitionsgegenstand) und verkauft ihn sodann in Raten an den Darlehensnehmer“, erlutert Gieschen. Beide Vertragspartner tragen somit das Risiko des Kreditausfalls. Probleme bereiten hierbei in Deutschland jedoch aktuell noch die Steuergesetze, da bei einem solchen Geschft voraussichtlich zweimal Grunderwerbssteuer anfllt.

Die Kreditklemme (engl. „credit crunch“) ist in aller Munde. Zur berwindung dieser Klemme knnte Islamic Finance fr Unternehmer eine Lsung sein: Zum Einen steht bei vielen Banken und Investoren aus dem islamischen Raum Kapital zur Investition bereit. Der Nahe Osten ist aufgrund der vielfach defensiveren Ausrichtung seiner Investitionen noch verhltnismig glimpflich durch die Finanzkrise gekommen. Fr deutsche Unternehmer knnte sich nun eine Mglichkeit erffnen, ihren Finanzierungsbedarf zu decken, ohne dabei allzu groe Risiken einzugehen: Eine Mglichkeit ist Mudaraba. Ein Investor (Bank) stellt dabei Kapital, die andere Partei das Management, Arbeitskraft etc. Der Investor wird dabei stiller Partner. Verluste des Geschftes trgt der Investor, dafr wird fr ihn ein Gewinnanteil im Voraus vereinbart – eine Art Mezzanine-Finanzierung, die insbesondere fr den deutschen Mittelstand interessant sein knnte. Eine weitere Finanzierungsform ist Musharaka. Dabei werden Gewinne und Verluste zu gleichen Teilen von Investor und Kapitalnehmer geteilt. Diese Form der Beteiligungsfinanzierung entspricht einem Joint-Venture.

„Anleger und Unternehmer knnten von diesen Regeln profitieren, da sie eine gleichmige Lastenverteilung mit den Banken und Kreditinstituten vorsehen“, resmiert Gieschen. Die Kanzlei KWAG beschftigt sich seit Lngerem mit islamkonformen Produkten und verfgt aufgrund ihrer langjhrigen Ttigkeit fr Kapitalanleger im nahen und mittleren Osten ber ein gutes Netzwerk im arabischen Raum.
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�BER BER KWAG KANZLEI FR WIRTSCHAFTS- UND ANLAGERECHT AHRENS UND GIESCHEN - RECHTSANWLTE IN PARTNERSCHAFT

Die Bremer Rechtsanwälte Jan-Henning Ahrens und Jens-Peter Gieschen gründeten 2007 die KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht Ahrens und Gieschen - Rechtsanwälte in Partnerschaft mit Sitz in Bremen und Hamburg. Die ...
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