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Pressemitteilung

Insolvenzen in Deutschland, 1. Halbjahr 2013

Leichte Zunahmen bei den Unternehmensinsolvenzen und ebenso leichte Rückgänge beiden Privatinsolvenzen bestimmen die Entwicklung im ersten Halbjahr 2013 in Deutschland.
(PM) Neuss, 04.07.2013 - Anstieg der Unternehmensinsolvenzen, Verbraucherpleiten weiter rcklufig

Im ersten Halbjahr 2013 haben deutschlandweit 15.430 Unternehmen Insolvenz angemeldet. Das sind 3,4 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (14.920). Der Rckgang der Wirtschaftsleistung im Winterhalbjahr 2012/13 verschlechterte die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Insbesondere bei sehr kleinen Betrieben sowie im Mittelstand war in der Folge ein Anstieg der Insolvenzen zu beobachten. Groe Unternehmensinsolvenzen waren weniger hufig zu beobachten.

Weiter rcklufig ist die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in Deutschland. 47.930 Personen waren in den ersten sechs Monaten dieses Jahres betroffen. Das ist ein Minus von 4,2 Prozent gegenber dem ersten Halbjahr 2012 (50.040 Personen). Aufgrund des Rckgangs bei den Verbrauchern waren auch insgesamt weniger Insolvenzen zu beklagen. Nach 77.010 im Vorjahreszeitraum verringerte sich die Zahl der Flle insgesamt auf 75.370 (minus 2,1 Prozent).

Insolvenzschden weiter hoch, weniger Arbeitspltze betroffen

Die Insolvenzschden haben sich auf insgesamt 16,5 Mrd. Euro erhht (1. Halbjahr 2012: 16,2 Mrd. Euro). Vor allem die privaten Insolvenzglubiger wie Lieferanten und Kreditgeber mussten hhere Ausflle verkraften. Die Schadenssumme fr diese Gruppe stieg von 11,6 auf 12,1 Mrd. Euro. Pro Insolvenzfall waren im Durchschnitt 784.000 Euro zu beklagen (Vorjahr: 752.000 Euro). Bundesweit sind 148.000 Arbeitsltze infolge von Insolvenz des Arbeitgebers gefhrdet bzw. abgebaut worden. Das ist eine etwas geringere Zahl an Betroffenen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als 150.000 Beschftigte um ihren Arbeitsplatz frchteten. Hier machte sich der Rckgang von Groinsolvenzen positiv bemerkbar.

Verarbeitendes Gewerbe strker betroffen

berdurchschnittlich stark erhhte sich die Zahl der Insolvenzen im verarbeitenden Gewerbe. Nach einem Anstieg von 10,2 Prozent gegenber dem Vorjahr waren in diesem Wirtschaftsbereich 1.300 Unternehmen betroffen. Hier machte sich die Schwche im Exportgeschft bemerkbar. Im Baugewerbe blieb die Zahl der Insolvenzen dagegen mit 2.130 nahezu unverndert (1. Halbjahr 2012: 2.120 Unternehmen; plus 0,5 Prozent). Die Baukonjunktur verlief, von witterungsbedingten Einflssen abgesehen, vergleichsweise positiv – besonders im Sanierungs- und Ausbaubereich. Deutlich mehr Insolvenzen als vor Jahresfrist waren im Handel zu verzeichnen. Fr 3.250 Handelsunternehmen kam im ersten Halbjahr 2013 das Aus (plus 5,2 Prozent). Mit allein 8.750 Insolvenzen hat das Dienstleistungsgewerbe den grten Anteil am Insolvenzgeschehen. Allerdings war der Anstieg mit 2,6 Prozent gegenber dem Vorjahreszeitraum vergleichsweise moderat.

Mehr Kleine, weniger Groe – Anstieg bei lteren Unternehmen

Innerhalb des Insolvenzgeschehens bei den Unternehmen lassen sich zwei Entwicklungen festmachen: Einem Zuwachs im Kleinstunternehmenssegment sowie im Mittelstand steht ein sprbarer Rckgang an groen Unternehmensinsolvenzen gegenber. So erhhte sich die Zahl der Insolvenzflle im Umsatzsegment bis 100.000 Euro um 8,4 Prozent, im Segment bis 250.000 Euro Jahresumsatz um 6,9 Prozent. Deutliche Zuwchse sind auch in der Umsatzklasse von fnf bis 25 Mio. Euro festzustellen (plus 22,4 Prozent). Dagegen gab es bei noch greren Unternehmen weniger Insolvenzflle. So beluft sich der Rckgang fr Unternehmen der Umsatzklasse ab 50 Mio. Euro auf 37,5 Prozent. Die Entwicklung in den verschiedenen Rechtsformen liefert einen hnlichen Befund: Kleingewerbetreibende machten 47,8 Prozent aller Insolvenzen aus (Vorjahr: 44,2 Prozent). Der Anteil der Kapitalgesellschaften im Sinne der GmbH sank von 41,2 auf 38,9 Prozent.

Unterteilt nach Unternehmensalter zeigt sich ein Anstieg der Insolvenzen insbesondere bei lteren Unternehmen. Bei den mehr als zehnjhrigen Unternehmen war ein Plus von 16,1 Prozent zu verzeichnen. Junge Firmen, deren Grndung erst wenige Jahre zurckliegt, waren dagegen nicht so stark betroffen wie in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. So sank in der Gruppe der bis zweijhrigen Unternehmen die Zahl der Insolvenzen beispielsweise deutlich um 9,6 Prozent.
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