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IT-Strafrecht: Hacker-Angriff auf Sony (Playstation)

(PM) Potsdam, 23.05.2011 - Die Newsseiten „tagesschau.de“ und „heute.de“ berichteten von einem Datendiebstahl (Hacker-Angriff) im Hause des Elektrokonzerns Sony, aus dem auch die Playstation stammt.

1. Welche Manahmen knnen Kunden in Deutschland ergreifen?

Ein Datendiebstahl sollte nicht unterschtzt werden; denn persnliche Daten knnen leicht missbraucht werden. Das Gefahrpotential hngt im Wesentlichen davon ab, welche Daten die Betroffenen preisgegeben haben. Sollte ein Verbraucher unsicher sein, welche Daten er oder seine Kinder preisgegeben haben, empfiehlt es sich, einen so genannten datenschutzrechtlichen Auskunftsanspruch geltend zu machen. Hierdurch knnen die Verbraucher erfahren, welche Daten zu ihrer Person gespeichert wurden. Ansprechpartner ist hierbei das Unternehmen, das die Daten gespeichert hat. Wer die „verantwortliche Stelle“ fr die Sony-Kunden ist, knnen diese in ihren Registrierungsunterlagen recherchieren. Sollten diese nicht vorhanden sein, knnte der Anspruch auch direkt an die Sony Computer Entertainment Europe Limited gerichtet werden. Adressen und Informationen erhlt man auf der Homepage dieses Unternehmens. Anwaltliche Untersttzung kann hier hilfreich sein.

Sollten den Verbrauchern geldwerte Schden entstehen, kann Schadenersatz geltend gemacht werden. Als Anspruchsgegner kommen grundstzlich der Hacker oder die verantwortliche Stelle in Betracht. Ob und ggf. gegen wen Ansprche bestehen, ist vom Einzelfall abhngig und sollte mit anwaltlicher Hilfe geprft werden.

2. Ist Hacking in Deutschland strafbar?

Der Begriff „Hacking“ findet in der deutschen Rechtsordnung keine ausdrckliche Nennung. Computerkriminalitt ist dennoch strafbar. Wenn – auf dem Gebiet der Bundesrepublik – Computerdaten „gestohlen“ werden, kommen grds. zwei Straftatbestnde sofort in Betracht: 202a StGB und 17 UWG.

Nach 202a StGB macht sich strafbar, „wer unbefugt sich oder einem anderen Zugang zu Daten, die nicht fr ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, unter berwindung der Zugangssicherung verschafft“. Etwas knapper formuliert: Das Aussphen von Daten setzt voraus, dass der Tter sich oder Dritten unbefugt besonders gesicherte Daten verschafft.

Beim „Hacken“ ist auch immer an die Straftatbestnde der 303a bzw. 303b StGB zu denken. Hierbei werden die Daten nicht gestohlen, sondern unbefugt verndert. Auch dieses rgerliche Phnomen ist Computernutzern bekannt; nicht umsonst installieren viele Verbraucher eine Antivirensoftware.

3. Wie schnell wird man selbst zum Datendieb?

Viele Verbraucher werden fragen: „Wie kann man nur?“. In der Tat ist die IT-Kriminalitt eine erhebliche Bedrohung fr die Wirtschaft und im Einzelfall sehr, sehr rgerlich. Gleichwohl sollten auch die Verbraucher nicht unterschtzen, wie schnell man selbst zum Datendieb werden kann – vielleicht ohne dies zu wollen. Zwei Konstellationen sollen vorgestellt werden:

Immer wieder wird davon berichtet, dass Straftter fremde Rechner benutzen, um hierber neue Straftaten zu begehen. Ist der Computer eines Verbrauchers nicht hinreichend gesichert, ist dies unproblematisch mglich. Dann kommt eines Tages Post von der Staatsanwaltschaft, wonach ber die eigene IP-Adresse Straftaten (etwa Datendiebstahl) begangen wurden. In diesem Fall ist dringend anzuraten, einen Rechtsanwalt einzuschalten, der sich mit dem Bereich der IT-Kriminalitt auskennt. Dann besteht u. U. die Mglichkeit, Gericht und Staatsanwaltschaft davon zu berzeugen, dass der eigene Rechner „nur“ missbraucht wurde.

Eine zweite Konstellation ist denkbar. Ein Arbeitnehmer forscht im Unternehmen seines Arbeitgebers und entwickelt neue Gerte oder neues Know-How oder er baut einen Kundenstamm auf. Eines Tages endet das Arbeitsverhltnis und er nimmt seine Neuentwicklung, das Know-How oder die Kundendaten mit. Schon gert er in Gefahr, sich nach 17 UWG strafbar zu machen. Entscheidend ist, ob der Tter dies mit Schdigungs- oder Bereichungsabsicht tut. Hier ist dringend zu empfehlen, schon vorab anwaltlichen Rat zu bemhen.

4. Fazit

Im Ergebnis zhlt – wie so oft – die Vorsorge. Wenn schon bei Konsolenanbietern oder Internetspielen eine Registrierung notwendig ist, sollten stets nur die Pflichtfelder – die als solche meist markiert sind – ausgefllt werden. berhaupt wird zu einer Datensparsamkeit geraten. Im Hinblick auf die Gefahr, selbst zum „Datendieb“ zu werden, ist frhzeitiger, anwaltlicher Rat zu empfehlen.

Mehr unter www.ilex-recht.de
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