VOLLTEXTSUCHE
Pressearchiv
KWAG - Kanzlei fr Wirtschafts- und Anlagerecht
Pressemitteilung

Hannover Leasing`s verzweifelte Suche nach einer positiven Nachricht

Steuerliche Verlustzuweisungen für Medienfondsanleger keinesfalls gesichert
(PM) Hamburg, 18.05.2011 - Wie im vergangenen Monat bekannt geworden, soll ein von der Hannover Leasing initiierter Medienfonds in einem Gerichtsverfahren vor dem Finanzgericht Mnchen einen Erfolg hinsichtlich der Anerkennung von Verlustzuweisungen in den Erstjahren errungen haben. Im Interesse der Anleger haben KWAG Kanzlei fr Wirtschafts- und Anlagerecht gemeinsam mit der KWAG Steuerberatungsgesellschaft mbH die Entscheidung des Gerichts, die Ausfhrungen des Fonds und die Mitteilungen in der Presse geprft. Der geschftsfhrende Steuerberater der KWAG Steuerberatungsgesellschaft mbH, Dipl.-Kfm. David Janssen kommt zu dem Fazit: „Die Aussage, dass der Medienfonds einen ‚umfassenden Sieg‘ betreffend der Anerkennung von Verlustzuweisungen in Erstjahren errungen hat, ist so nicht haltbar.“

Zum einen handelt es sich um eine erstinstanzliche Entscheidung – eine anderweitige Beurteilung durch den Bundesfinanzhof ist denkbar. Zum anderen wurde nur ber einen Einzelfall entschieden, der keineswegs bertragbar auf smtliche andere Flle ist. „Im vorliegenden Fall wurde 2003 mit der Produktion des Filmes begonnen; die angefallenen Aufwendungen fhrten zu erheblichen Verlustzuweisungen in 2003. Der Film wurde aber erst in 2004 fertiggestellt. Schon dieser Sachverhalt lsst sich nicht 1 zu 1 auf andere Fonds bertragen“, merkt David Janssen an.

Was wurde entschieden?

Streitig war im Grundsatz allein, ob Forderungen gegen den Lizenznehmer aus den Filmrechten, die Vertriebsgesellschaft und/oder andere involvierte Unternehmen schon vor Fertigstellung des Filmes, hier 2003, gewinnerhhend aktiviert werden mssen, so die Auffassung der Finanzverwaltung. Dies hat das Finanzgericht Mnchen mit der Begrndung verneint, dass die Aktivierung einer Forderung mangels Fertigstellung des Filmes in 2003 nicht in Betracht kommt. Das Finanzgericht Mnchen hat jedoch nicht entschieden, ob solche Forderungen gewinnerhhend im Jahr der Fertigstellung des Filmes, hier 2004, zu erfassen sind. Weiter wurde nicht beurteilt, ob die fest vereinbarte Schlusszahlung – beginnend mit dem Jahr der Fertigstellung des Filmes in 2004 – steuerlich ber die Laufzeit zu verteilen ist. Es deutet Einiges darauf hin, dass nur der Versuch der Finanzverwaltung, Ertrge in Jahre vor Produktionsende vorzuziehen, erstinstanzlich gescheitert ist.

Steuerliches Risiko fr Anleger

Das steuerliche Risiko ist dabei nicht zu unterschtzen: Sollte die Verlustzuweisung unter hohem Steuersatz – zum Beispiel 45 % effektiv – bercksichtigt worden sein, drohen je 100 TEUR „Mehrergebnis Betriebsprfung“ 45 TEUR an Steuernachzahlungen. Diese sind zudem nach Ablauf von 15 Monaten nach Entstehung rckwirkend mit rund 6 % p.a. zu verzinsen. Bei einer nderung fr 2004 wrden in diesem vereinfachten Beispiel bis dato rund 16 TEUR Zinsen anfallen. In Summe wren damit 61 TEUR zu leisten. Dass die Besteuerung der Schlusszahlung dann eine geringere Steuerlast nach sich zieht, ist dabei wohl eher ein schwacher Trost – zudem der sooft beworbene Progressionsvorteil weitgehend hinfllig geworden sein drfte.

Steuerliche Konzeption von Medienfonds nicht besttigt

Hannover Leasing hat in erster Instanz erreicht, dass den Anlegern die geforderten Steuerrckzahlungen erlassen werden. Fr die Investoren in Medienfonds bedeutet das allerdings keinesfalls eine Entwarnung. Denn das Unternehmen klammert dabei aus, dass dadurch die Steuern fr den Gewinn im zweiten Jahr umso hher ausfallen werden. Am Ende haben die Anleger also nichts gewonnen, da die erhhte Steuerlast die positiven Effekte des Vorjahres fast vollstndig aufzehrt.
„Unter keinen Umstnden kann davon gesprochen werden, dass die steuerliche Konzeption von Medienfonds mit dem betreffenden Urteil des Finanzgerichtes Mnchen besttigt worden ist. Bedeutende steuerliche Risiken bestehen nach wie vor“, sagt Jens-Peter Gieschen, Fachanwalt fr Bank- und Kapitalmarktrecht bei KWAG Rechtsanwlte.

„Ein ganz erhebliches Risiko fr die Anleger besteht im brigen darin, dass diese sich von den vermeintlichen ‚Erfolgsmeldungen‘ einlullen lassen und auf die Geltendmachung von Schadensersatzansprchen gegen Banken und andere verzichten. Damit droht – wegen einer eintretenden Verjhrung – ein endgltiger Rechteverlust“, so Jens-Peter Gieschen. „Am Ende stehen die Anleger womglich vllig nackt da: Das steuerliche Risiko verwirklicht sich zu ihrem Nachteil und die eigenen Schadensersatzansprche sind verjhrt.“

Aktuelle Urteile und Nachrichten der KWAG auch unter twitter.com/KWAG_Recht und www.KWAG-Recht.de sowie weitere Neuigkeiten auf Facebook unter www.facebook.com/pages/KWAG-Rechtsanwlte/152923241431950. Fondsanleger informieren sich ber Ausstiegsmglichkeiten unter www.xing.com/net/fondsanleger.
PRESSEKONTAKT
Borgmeier Public Relations
Walter Hasenclever
Lange Straße 112
27749 Delmenhorst
+49-4221-9345-610
E-Mail senden
PRESSEKONTAKT
KWAG • Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht Ahrens und Gieschen - Rechtsanwälte in Partnerschaft
Herr Jens-Peter Gieschen
Zust�ndigkeitsbereich: Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Lise Meitner-Straße 2
28359 Bremen
+49-421-5209480
E-Mail senden
Homepage
ZUM AUTOR
�BER BER KWAG KANZLEI FR WIRTSCHAFTS- UND ANLAGERECHT AHRENS UND GIESCHEN - RECHTSANWLTE IN PARTNERSCHAFT

Die Bremer Rechtsanwälte Jan-Henning Ahrens und Jens-Peter Gieschen gründeten 2007 die KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht Ahrens und Gieschen - Rechtsanwälte in Partnerschaft mit Sitz in Bremen und Hamburg. Die ...
DRUCKEN| VERSENDEN | RSS-FEED |
SOCIAL WEB
Hinweis
Dieses Pressefach wird betreut von
Borgmeier Media Gruppe GmbH
Von Anfang an beauftragen Kunden die Borgmeier Media Gruppe hauptschlich mit Medienkommunikation. In dieser Disziplin gehrt die Agentur nach Ermittlungen des Fachdienstes PR Journal zu den fhrenden Anbietern im ... zum PR-Dienstleistereintrag
PRESSEFACH
KWAG - Kanzlei fr Wirtschafts- und Anlagerecht
Lise-Meitner-Str. 2
28359 Bremen
zum Pressefach
Anzeige
PRESSEARCHIV
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG