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News, 22.05.2018
Öffentliche Verwaltung 4.0 lässt auf sich warten
Guten Noten für Behörden, aber Nachholbedarf bei E-Government
Die Deutschen sind mit den Angeboten der öffentlichen Verwaltung insgesamt zufrieden. Auch von der Wirtschaft gibt es gute Noten. Bei der digitalen Abwicklung von Verwaltungsangelegenheiten („E-Government“) sieht das Gros der Deutschen bei den Behörden allerdings noch großen Handlungsbedarf.
Großen Handlungsbedarf in Sachen E-Government sehen die Unternehmen vor allem bei öffentlichen Ausschreibungsverfahren.
Großen Handlungsbedarf in Sachen E-Government sehen die Unternehmen vor allem bei öffentlichen Ausschreibungsverfahren.

Die Deutschen stellen der ffentlichen Verwaltung in Deutschland insgesamt ein gutes Zeugnis aus: Auf einer Skala von - 2 (sehr unzufrieden) bis + 2 (sehr zufrieden) kommen Deutschlands mter und Behrden auf einen Zufriedenheitswert von durchschnittlich 1,07. Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zur Zufriedenheit mit behrdlichen Dienstleistungen im Jahr 2017 hervor. Damit ist die Zufriedenheit der Deutschen mit mtern und Behrden in der Zweijahresbetrachtung auf hohem Niveau nahezu stabil geblieben. Im Jahr 2015 hatte der Gesamtindikator der regelmigen Erhebung bei 1,06 gelegen. Auch die Wirtschaft ist zufrieden mit der ffentlichen Verwaltung. Bei den Unternehmen kommen Deutschlands mter und Behrden auf der Zufriedenheitsskala auf einen Gesamtindikator von 0,93, womit auch hier die Zufriedenheit im Zweijahresvergleich nahezu konstant geblieben ist (2015: 0,94). Nachholbedarf sehen allerdings sowohl die Brger als auch die Unternehmen bei den digitalen Angeboten der Behrden, das heit bei der elektronischen Durchfhrung von Informations-, Kommunikations- und Transaktionsprozessen in der ffentlichen Verwaltung, im Fachjargon „E-Government“ genannt.

Schlechte Noten fr Angebote rund Altersarmut sowie Ausschreibungen

In der Erhebung zur Zufriedenheit der Brger untersuchte das Statistische Bundesamt insgesamt 22 verschiedene Lebenslagen, in denen Kontakte mit Behrden notwendig sind, so zum Beispiel bei Berufsstart oder Familiengrndung. Die Bewertung der jeweiligen ffentlichen Dienstleistungen fiel dabei unterschiedlich aus. Die notwendigen Behrdengnge bei der Geburt eines Kindes wurden mit 1,38 am besten bewertet. In der Lebenslage Altersarmut schnitt die Verwaltung hingegen mit einem Wert von 0,76 unterdurchschnittlich ab.

Die Zufriedenheit der Wirtschaft mit der ffentlichen Verwaltung wurde durch die Befragung von Unternehmen zu zehn Lebenslagen untersucht. Am besten schnitten dabei die Verwaltungsleistungen von mtern und Behrden im Zusammenhang mit der Ausbildung (1,16) ab. Mit den Behrdenleistungen beim Bau einer Betriebssttte (0,60) und bei der Teilnahme an Ausschreibungsverfahren (0,77) waren die Unternehmen dagegen am wenigsten zufrieden.

Als grten Pluspunkt der ffentlichen Verwaltung in Deutschland nennen sowohl die Brger als auch Unternehmen die Unbestechlichkeit der mter und Behrden (Brger: 1,83; Wirtschaft: 1,86) sowie deren Neutralitt (Brger: 1,64; Wirtschaft: 1,74). Handlungsbedarf sehen beide Gruppen dagegen bei der Qualitt der bereitgestellten Informationen sowie der Verstndlichkeit von Formularen. Auch kritisieren beide Gruppen, dass das ihnen zugrunde liegende Recht nicht intuitiv nachvollziehbar sei. „In diesem Bereich gibt es sichtlich Bedarf fr Verbesserungen“, so die Statistikbehrde.

E-Government hinkt deutlich hinterher

Die Mglichkeiten zum digitalen Austausch mit mtern und Behrden sehen die Deutschen dagegen uerst kritisch. Hier liegt der Indikator mit einem Wert von 0,68 nach wie vor weit unter dem Durchschnitt. Allerdings stuft nur ein knappes Drittel der Befragten die Mglichkeit von E-Government als wichtig ein. „Das geringe Angebot von Anwendungen oder Bedenken gegen diese knnten Grnde fr die Bewertung sein, denn nur jede dritte Person kommuniziert berhaupt online mit Behrden“, so die Statistikbehrde. Beliebtestes Kommunikationsmittel ist weiterhin das persnliche Gesprch vor Ort mit 66 Prozent. Nach wie vor beliebt ist auch die Kommunikation per Post. Besonders hoch ist der Anteil postalischer Kommunikation in den Lebenslagen Studium, Pflege und Behinderung (2017: 70 %). „Hinter diesen Fllen knnte sich Potenzial fr E-Government verbergen, wenn es gelnge, die Verfahren nutzerfreundlich zu gestalten“, so die Statistiker.

Auch bei den Unternehmen fallen die Noten zum Digitalisierungsgrad der mter und Behrden mit einem Indikatorwert von 0,76 deutlich unterdurchschnittlich aus. Anders als bei den Brgern werden in der Wirtschaft die vorhandenen Mglichkeiten, mter und Behrdenangelegenheiten elektronisch abzuwickeln, sehr viel hufiger genutzt. Hier rangieren E-Mail und Online-Angebote mit Nutzungsgrad von 68 Prozent in der Beliebtheitsskala, knapp geschlagen vom telefonischen Austausch (69 %), mittlerweile auf Rang 2. Bei Ausschreibungsverfahren ist der digitale Austausch mittlerweile in der Wirtschaft sogar erste Wahl. Hier nutzen heute bereits knapp neun von zehn befragten Unternehmen (86 %) digitale Angebote der ffentlichen Verwaltung. „Dies liegt vermutlich an der Reform des Vergaberechts von 2016, die den elektronischen Prozess mittels E-Vergabe gestrkt hat“, so die Statistikbehrde.

cs/Destatis

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