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Gustav Klimt – seine Bilder als bedeutende Werke des Jugendstils

(PM) Berlin, 02.03.2012 - Der sterreichische Maler Gustav Klimt, der um die Wende zum 20. Jahrhundert lebte, gilt als der bekannteste wie auch bedeutendste Vertreter des Jugendstils. Diese kunsthistorische Epoche erfreut sich heute grter Beliebtheit. Als der Begriff aufkam, hatte er jedoch einen negativen oder zumindest kritischen Beigeschmack. Zu stark empfanden die Zeitgenossen die Nhe zur Massenproduktion, die durch die Industrialisierung mglich geworden war und oftmals ausufernde Verzierungen zeigte. Damit schienen die Gegenstnde oder Bilder zu weniger hochwertigen Darstellungsformen zu zhlen.

Der Jugendstil findet sich in der Architektur ebenso wie in Gebrauchsgegenstnden und natrlich in der Malerei. In allen drei Bereichen bedeutet er eine Abkehr vom bis dahin geschtzten Historismus, der die geraden Formen bevorzugte und auf Gemlden die Umgebung naturgetreu nachbildete.

Dagegen gibt es auf den Bildern des Jugendstils – und denen von Gustav Klimt in besonderem Ma – viele geschwungene Linien. Florale Elemente beherrschen die Gemlde. Sie sind meist flchig dargestellt und flieen vielfach ineinander. Dennoch sind die Blten, Bltter und Ranken sehr gut zu erkennen, wenn sie auch ein harmonisches Ganzes bilden. Die abgebildeten Personen lsen sich vielfach fast darin auf. Somit ist auch die symmetrische Darstellung weitgehend aufgehoben. Allerdings ist zu beachten, dass in den einzelnen europischen Lndern und selbst innerhalb derer verschiedene Ausformungen der Mal- und Gestaltungstechnik vorherrschten.

Gustav Klimt – eins der berhmtesten Bilder: Der Kuss

Der Kuss zhlt zu den bekanntesten Bildern von Gustav Klimt. Und nicht nur das. Es stellt auch eins seiner Meisterwerke dar. Das Bild entstand in den Jahren 1907/08, einer Phase, aus der mehrere seiner in meisterlicher Vollendung gemalten Bilder hervorgingen. Diese Zeitspanne bezeichnen die Kunstkritiker als die Goldene Periode Gustav Klimts; golden, weil er jetzt besonders oft und weit verbreitet Goldtne in seine Bilder brachte.

Die Goldnuancen wirkten auf seine Zeitgenossen wie magisch. Die Assoziation des Kostbaren, die dem Edelmetall anhaftet, entsprach durchaus dem Zeitgeschmack. Denn in diesen Jahren waren Reichtum und Wohlstand nicht mehr ausschlielich dem Adel vorbehalten; vielmehr konnten sich auch andere Schichten mehr viel leisten als zuvor. Hinzu kommt, dass goldene Elemente ebenfalls mit religisen Darstellungen in Zusammenhang stehen – man denke nur an die goldenen Heiligenscheine oder an die oft genug goldfarbig ausgeschlagenen Gewnder speziell von Maria.

Dass Gustav Klimt bei seinem Bild Der Kuss (und anderen Gemlden dieser Zeit) so ppig vom Gold Gebrauch macht, stellt das Paar in einen ganz eigenen Kontext. Durch das Gold wird die Liebe fast berhht gezeichnet. Zugleich ist sie doch sehr plastisch. Denn die Frau kniet vor dem Mann, der sich zu ihr hinunterbeugt. Die weibliche Hingabe und die Aktion des Mannes stellen die seinerzeit vorherrschende Sicht der Geschlechter dar. Die kommt auch in der Kleidung beider zum Ausdruck: Das Kleid der Frau ist geblmt, whrend der Mann in eine Art Umhang gehllt ist, der aus vielen eckigen Elementen zusammengesetzt ist.

Klimt hat diese Gegenstze zu einem harmonischen Gesamtgefge vereint. Die innige Liebe ist indessen bedroht, da sich das Paar dicht an einem Abgrund befindet. Und alles wird berstrahlt von dem leuchtenden Gold, das die Szene fast ein wenig berhht.

Gustav Klimt – seine knstlerische Entwicklung

Schon frh zeigte sich bei Klimt die besondere knstlerische Begabung. Anstatt den Beruf des Vaters, eines Goldgraveurs, zu erlernen, erhielt er ein Stipendium und studierte an einer Wiener Kunstgewerbeschule. Wenig spter fertigte er Bilder fr Wnde und Decken in ffentlichen Gebuden an, die auch prmiert wurden, und trat 1891 dem Wiener Knstlerhaus bei. Bereits sechs Jahre spter beendete er seine Mitgliedschaft, da er mit den starren, ganz dem Historismus verschriebenen Kunstauffassungen nicht einig war. So war es nur logisch, dass er zu den Vorreitern der Wiener Secession (= Abspaltung) gehrte, wie der Jugendstil in sterreich benannt war.

Auch dort blieb er jedoch nicht lange: Bereits 1905 beendete er seine Mitgliedschaft in der Wiener Secession – seine Malerkollegen hatten ihm eine allzu naturalistische Malweise vorgeworfen. Dieser Stil ist es indessen, der Gustav Klimt letztlich so berhmt machte, allerdings mit gewissen Einschrnkungen. Denn Klimt darf mit Recht als ein Maler bezeichnet werden, dem die Verbindung von Natur und idealistischer Darstellung meisterhaft gelungen ist. Selbst seinen Frauenbildnissen, die sehr naturgetreu erscheinen, haftet eine gewisse berhhung an, die mglicherweise seinen Kollegen verborgen blieb. Speziell die weiblichen Portrts strahlen ein ungeheuer erotisches Flair aus, das sich auch in seinem brigen Bildern zeigt.
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