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Goja - Schicksalstage

(PM) , 26.07.2009 - Fr jeden Menschen gibt es in seinem Leben ein paar wenige, aber umso folgenreichere „Schicksalstage".
Dies sind kurze, knappe, unvorhersehbare Phasen, in denen sich einen Moment lang ein Zeitfenster auftut, im Rahmen dessen sich, rein zufllig, lebensbestimmende Dinge, Vernderungen, Wendungen ergeben, sich Weichen stellen, ohne, da derjenige Mensch, der einen solchen „Schicksalstag" durchlebt, dies zuvor auch nur in Nuancen htte erahnen knnen. Manchmal steht man morgens auf – und wei nicht, da zwlf Stunden spter nichts mehr ist, wie bisher.

Fr den Verfasser dieser Zeilen gingen etwa der 10.09.1984, der 07.07.1993 oder der 30.12.2008 als solche „Schicksalstage" in dessen ganz persnliche, intime Historie ein – fr andere Menschen mgen genannte Daten purer Alltag gewesen sein, jeglicher bleibender Fakten abhold; dafr haben diese aber wiederum an anderen Tagen solch schicksalhafte Situationen erlebt, die sie ggf. fr ihr weiteres Leben gnzlich geprgt haben – ob in positiver oder negativer Weise.

Der aus dem schsischen Burgstdt stammende Produzent, Komponist und Snger Andreas Goldmann hat mit seinem Studioprojekt „GOJA" krzlich ein treffliches Lied aufgenommen, in dem es eben um einen solchen „Schicksalstag" im Leben eines Mannes geht.
Der 45jhrige Multiinstrumentalist, der seine musikalische Karriere als Trompetenspieler in eher klassischen Gefilden startete, bevor er sich im Teenageralter mittels Schlagzeug, Gitarre, Ba und Orgel dem Rock’n’Roll und spter der bekannten „DDR"-Band „Lotos" zuwandte, arbeitet seit inzwischen 17 Jahren mit der einstigen Grundschullehrerin Heike Fransecky zusammen - hauptschlich fr sein Label, den Pipmatz Musikverlag. Seitdem schrieb er ber 300 erfolgreiche Titel fr bekannte Knstler (z.B. Gerd Christian, Ronny Krappmann, Petra Frey, Uta Bresan, Nicole Freytag, Anke Lautenbach, Leonard, Ute Freudenberg etc.) in freundschaftlicher Zusammenarbeit, von denen die meisten aus der heutigen Rundfunklandschaft nicht mehr wegzudenken sind.

Vor gar nicht allzu langer Zeit gelang es Heike, ihren langjhrigen Arbeitspartner dazu zu berreden, selbst als Snger an die ffentlichkeit zu treten. So entstand das liebenswerte Projekt „GOJA", das bislang acht Singles prsentierte – darunter z.B. die absolut berzeugende, nchtlich-melancholische Pop/Rock-Ballade „Schweigen", das eingngige, ultimative Liebesgestndnis „Engel" oder das stille Popchanson „Leben", das so gefhlvoll, wie sympathisch surreal, ber eine Urlaubsliebe berichtet - und nun eben mit einem brandaktuellen Titel namens „Schicksalstage" aufwartet.

Musikalisch zwischen latentem Blues, ein wenig Ragtime und Chanson-Attitde angesiedelt, irgendwie entfernt an Tom Waits erinnernd, erzhlt „Schicksalstage" die Geschichte eines Mannes, der aus „Zofall un e janz klei’ bessje Glck" („BAP") seinen lange herbeigesehnten Flug in den Sden verpasste, sich daher eine Zeitung kaufte, im Wartesaal des Flughafens sitzend, darin eine Kontaktanzeige einer einsamen Frau vorfand – auf die er noch am selben Abend antwortete…

Nun sind er und sie seit langem ein glckliches Paar; er wohnt in einer anderen Stadt als zuvor, hat liebe Kinder – und fragt sich nicht selten, wie sein weiteres Leben wohl verlaufen wre, htte die Fluggesellschaft nicht gezickt…

Heike hat in dem von ihr verfassten Text einmal wieder perfekte Bilder gezeichnet, einen unter die Haut gehenden Plot erdacht, den Andreas alias „GOJA" mit dunkler, brchiger, reifer Stimme kongenial gesanglich umsetzt. Ein nachdenkliches, nachdenkenswertes Lied, dessen Inhalt jeder von uns, so oder hnlich, garantiert schon mal erlebt hat, und das unzweifelhaft beweist, da „Goja" jetzt und in Zukunft vielleicht weniger in Richtung Schlager, sondern vielmehr gen Deutschrock/Chanson blicken sollte.
Neue Talente im Bereich des klassischen Deutschrock (ich meine nun nicht „Teenager-Lrm" a la „Silbermond", „Juli" oder „M.I.A.") findet man heutzutage kaum noch. Wir Alt-80er freuen uns natrlich immer wieder ber aktuelle Exponate von HR Kunze, „BAP", Grnemeyer, Klaus Lage, Wolf Maahn oder Udo Lindenberg, keine Frage. Aber, ich denke – rein subjektiv –, da auch und gerade frische, unbedarfte Musiker, die sich fr dieses Gebiet hinsichtlich Stimme, Umsetzung, Stil konsequent eignen, versuchen sollten, in diesem Spektrum effektiv zu ressieren.

Texterin Heike hat inzwischen smtliche Radiostationen in diesem, unseren Lande mit „Schicksalstage" bemustert. Pfiffige, nicht am Mainstream orientierte Rundfunkredakteure sind nun herzlich eingeladen, dieses wundervolle Blueschanson reichlich in ihren Sendungen aufzulegen; die Fans mgen bitte so lieb sein, und in den Radiohitparaden und –wunschsendungen ihres Vertrauens fr diesen Titel zu „voten" (ich hasse Anglizismen… ) – so da „Schicksalstage" vielleicht zu einem wahrlich „schicksalhaften" Titel fr „GOJA" wird, der ihn und seine Mitstreiter endgltig im teutonischen Popgeschehen etabliert!

Gesamtnote: Bestwertung
Quelle: Holger Strenburg

Bitte beachtet auch:
www.goja-musik.de
www.fransecky.de
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