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Gewalt, Diebstahl & Co. - "Das passiert nur anderen!"

Mit dieser Einstellung gehen viele durch's Leben. Wie schnell es aber gehen kann, zeigt sich anhand dieser interessanten Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS).
(PM) Duisburg, 12.04.2012 - Laut momentan aktuellster PKS fr das Jahr 2010 gab es eine positive Rckentwicklung der Kriminalitt besonders in Gewalt- und Diebstahlfllen zu verzeichnen. Vergewaltigung und sexuelle Ntigung jedoch nahmen deutlich zu.

Zunchst die gute Nachricht: Im Jahr 2010 unterschritt die Anzahl der in Deutschland registrierten Straftaten erstmalig seit der Wiedervereinigung die 6-Millionen-Grenze: 5.933.278 Flle, von denen etwa 56% aufgeklrt werden konnten.
Erfasst wurden hauptschlich Diebstahldelikte (-1,8% ggb. Vorjahr), Betrugsflle (+1,3% ggb. Vorjahr), Computerkriminalitt (+12,6% ggb. Vorjahr), Straenkriminalitt (-5,8% ggb. Vorjahr), Gewaltkriminalitt (-3,5% ggb. Vorjahr), Widerstandshandlungen (-11,3% ggb. Vorjahr), Straftaten gegen die persnliche Freiheit (- 2,7% ggb. Vorjahr), Kindesmissbrauch (+ 4,8% ggb. Vorjahr), Verbreitung pornografischer Schriften (-24,3% ggb. Vorjahr), Rauschgiftdelikte (-2,1% ggb. Vorjahr), Wirtschaftskriminalitt (+1,5% ggb. Vorjahr), Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte (+4,4% ggb. Vorjahr) sowie Straftaten gegen das Urheberrecht (-29,9% ggb. Vorjahr).

Nichtsdestotrotz sind die absoluten Zahlen nach wie vor erschreckend: So gab es im Jahr 2010 z.B. insgesamt 46.869 Flle von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, 15.781 davon erfolgten unter Gewaltanwendung oder Ausnutzen eines Abhngigkeitsverhltnisses. 608.096 Flle von Krperverletzung wurden polizeilich registriert; 571.445 davon vollendet. In 2.601 Fllen wurde die Polizei wegen Mord und Totschlag alarmiert; 690 Opfern konnte nicht mehr geholfen werden.

Auffllig dabei die deutlichen altersspezifischen Unterschiede bei den Tatopfern: Besonders Erwachsene zwischen 21 und 60 Jahren wurden Opfer von Straftaten gegen die persnliche Freiheit, Ttungsdelikten, Krperverletzungen und Raub. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren waren vor allem von Sexualdelikten, aber ebenfalls auch von Krperverletzungen und Raub berdurchschnittlich betroffen.

Zu beachten ist natrlich, dass es sich bei den erfassten Fllen lediglich um das sogenannte Hellfeld handelt, d.h. nur die Flle, die bei der Polizei bekannt und registriert worden sind, konnten in die Polizeiliche Kriminalstatistik aufgenommen werden. Das Dunkelfeld kann nur erahnt werden. Ein Beispiel: Die erfassten Flle von Vergewaltigung und Ntigung belaufen sich fr das Jahr 2010 auf 7.724 Flle (+5,6% ggb. Vorjahr). Bei sexuellen bergriffen und Vergewaltigung wird das Dunkelfeld allerdings auf das Zwanzigfache (!) der bei der Polizei zur Anzeige gebrachten Anzahl geschtzt.

Die vollstndige Statistik kann kostenlos in Buchform ber den Publikationsverband der Bundesregierung bezogen werden. Man darf gespannt die Polizeiliche Kriminalstatistik fr das Jahr 2011 erwarten, welche voraussichtlich in der zweiten Jahreshlfte 2012 verffentlicht wird, und auf eine weiterhin positive, rcklufige Gesamtentwicklung hoffen.

(Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2010, Herausgeber: Bundesministerium des Innern, Berlin)
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