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Kolumne
BalanceAkt, 30.09.2011
Gesundheitsmanagement
Burnout darf kein Stigma sein
Der Rücktritt von Trainer Ralf Rangnick wegen Burnout offenbart, wie wichtig die offene Kommunikation in Organisationen über psychische Belastungen im Arbeitsalltag sind.
Nach Ottmar Hitzfeld traf es jngst auch Ralf Rangnick: Burnout! Der Rcktritt des Schalke-Trainers kam laut Horst Held vllig berraschend. Man msse nun schauen, welche Manahmen zu ergreifen sind, teilte der Vereinsmanager der Presse mit.

Helds Statement belegt, wie hilflos Organisationen mit dem Erschpfungssyndrom umgehen. Es scheint, als wrden sie wie aus heiterem Himmel getroffen, wenn ein Mitarbeiter sich als Burnout-Opfer outet. Dabei bahnen sich derartige Erkrankungen ber einen lngeren Zeitraum an. Und es gibt eindeutige Signale des Betroffenen, etwa zunehmende Gereiztheit, Nervositt oder Niedergeschlagenheit, die fr das Arbeitsumfeld schon frhzeitig gut erkennbar sind.

Daher drngt sich die Frage auf: Warum kommt es trotzdem immer wieder zu diesem berraschungseffekt? Wollen die Verantwortlichen einfach nicht wahrhaben, dass auch ihre Mitarbeiter infolge von psychischen Krankheiten ausfallen knnen? Ist Krankheit etwa nur ein Thema fr den privaten Bereich?

Fest steht, dass Erkrankungen wie Burnout von Fhrungskrften in vielen Organisationen immer noch tabuisiert werden, weil diese als eine vermeintliche Schwche empfunden werden. Fragen der Mitarbeiter zur Krankheit und einer eventuellen Rckkehr eines betroffenen Vorgesetzten werden daher hufig achselzuckend mit einem lapidaren Kommentar wie „Keine Ahnung“ abgetan. Man will damit nicht belstigt werden. Das heizt die Gerchtekche und den Flurfunk dann erst recht an. Eine offene Kommunikation wrde an dieser Stelle vielen Unternehmen und ihren Mitarbeitern weiterhelfen. Organisationen mssen lernen, Burnout ihrer Mitarbeiter frhzeitig zu erkennen und  richtig damit umzugehen. Eine frhzeitige Aufklrung durch Prventionsmanahmen zur Vermeidung dieser Erkrankung und im Umgang mit Erkrankten wre hilfreich.

Fr den Sportbereich, der per se Gesundheit, Wohlbefinden und Kraft reprsentiert, gilt dies umso mehr. Das zeigte sich bei Robert Enke. Die Depressionserkrankung des Hannover 96-Torwarts wurde gemeinschaftlich bis zu seinem Tod im wahrsten Sinne des Wortes „totgeschwiegen“. Ein depressiver Sportler erschien vielen wie ein Widerspruch in sich. Sport wird doch geradezu empfohlen, um eine Depression zu berwinden, und nun sollte er die Ursache sein? Im Fall der Burnout-Erkrankung des aktuellen Torwarts von Hannover 96, Markus Miller, hat man jedenfalls dazu gelernt und die Erkrankung frhzeitig ffentlich beim Namen genannt. Solche Mitteilungen helfen, die Krankheit gesellschaftsfhig zu machen.

Entscheidend ist auch, dass sich Organisationen im Vorhinein strategische Gedanken um eine vorzeitige und geeignete Nachfolgeplanung von Key-Performern fr den Ernstfall gemacht haben. Eine strategische Nachfolgeplanung ist also fr jede Organisation Pflicht, um sich vor eigenem Schaden durch den Ausfall wichtiger Mitarbeiter in Schlsselpositionen zu schtzen.

Auch wenn alle vorgeschlagenen Manahmen mit Kosten verbunden sind, so sind sie Investitionen in die Zukunft und dienen der Sicherung des Unternehmens. Langfristig zahlen sie sich fr jedes Unternehmen aus.
ZUM KOLUMNIST
ber Dr. Michaela Moser
Dr. Michaela Moser verfügt über eine jahrelange Management-Erfahrung in diversen international tätigen Konzernen. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre und berufsbegleitende Promotion an der Universität zu Köln war sie zunächst als Steuerassistentin ... mehr
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