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Pressemitteilung

Familienhilfe: Kosten mit dem Finanzamt teilen

Viele Menschen greifen bedürftigen Familienangehörigen finanziell unter die Arme. Wer die Steuerregeln kennt, kann das Finanzamt an Unterhaltszahlungen beteiligen.
(PM) Mnchengladbach, 15.08.2012 - Unfall, Krankheit oder Pflegebedrftigkeit: Knnen Angehrige ihren Lebensunterhalt nicht mehr aus eigener Kraft bestreiten, kommen ihnen oft Familienmitglieder finanziell zur Hilfe. Einige Ausgaben lassen sich steuerlich absetzen. Allerdings sind die Bedingungen vergleichsweise kompliziert. "Viele Betroffene schrecken die Anforderungen ab und sie machen keine Unterhaltsaufwendungen geltend", registriert Dr. Stephanie Thomas, Rechtsanwltin und Steuerberaterin der Wirtschaftskanzlei WWS in Mnchengladbach. "Oft bleiben attraktive Steuererstattungen ungenutzt, die wiederum als Unterhalt an die Angehrigen flieen knnen."

Wer seinen Angehrigen finanziell hilft, kann Unterhaltsleistungen bis zu 8.004 Euro pro Jahr als auergewhnliche Belastung in der Steuererklrung geltend machen. Hierzu zhlen Ausgaben fr Wohnung, Kleidung, Ernhrung oder Ausbildung. Obendrein lassen sich Beitrge zur Basisabsicherung des Unterhaltsempfngers (z.B. Krankenversicherung) ansetzen. Allerdings gilt das nicht fr die ganze Familie. Voraussetzung ist eine gesetzliche Unterhaltspflicht des Steuerpflichtigen oder seines Ehegatten. "Eine solche besteht grundstzlich nur bei Zuwendungen unter Verwandten in gerader Linie, also zwischen Eltern, Kindern und Enkeln, nicht aber fr Verwandte in Seitenlinie, also fr Ausgaben an Geschwister", so WWS-Expertin Dr. Thomas. Unter Verheirateten, getrennt Lebenden oder Geschiedenen gelten wiederum besondere Regeln.

Das eigene Einkommen der unterhaltenen Person darf die Grenze von 624 Euro pro Jahr nicht bersteigen, ansonsten verringert sich der abzugsfhige Betrag um den bersteigenden Betrag. Zudem darf die unterhaltene Person ber kein oder nur ein geringes Vermgen verfgen. Ein Vermgen bis zu einem Verkehrswert von 15.500 Euro sieht die Finanzverwaltung dabei als unschdlich an. Werden Unterhaltszahlungen an Kinder geltend gemacht, so drfen fr diese Kinder weder Kindergeld noch Kinderfreibetrge gewhrt werden. Obendrein werden grundstzlich nur Unterhaltsleistungen anerkannt, die in einem angemessenen Verhltnis zum Netto-Einkommen des Leistenden stehen.

Werden die Bedingungen erfllt, reduzieren Unterhaltszuwendungen die Einkommensteuer des Leistenden. Hier bietet sich durchaus Gestaltungspotenzial. "Beispielsweise kann auch der verdienende Ehemann den Verwandten seiner Ehefrau Unterhalt gewhren, obwohl er selbst diesen gegenber keine Unterhaltspflichten hat", betont WWS-Beraterin Dr. Thomas. Auch bei eingetragenen Lebenspartnern und nichtehelichen Lebensgemeinschaften beteiligt sich der Staat an Unterhaltskosten. Grundstzlich sollte man bei Unterhaltszahlungen auch die Schenkungsteuer im Blick haben. Danach mssen Unterhaltszahlungen beispielsweise immer angemessen sein; andernfalls knnen Zahlungen bei berschreiten der Freibetrge schenkungsteuerpflichtig werden.

Bei Unterhaltszuwendungen ins Ausland ist Weitblick gefragt. Zum einen gelten erhhte Nachweisanforderungen, um die Bedrftigkeit des Angehrigen zu belegen. Zum anderen reduziert sich die Hchstgrenze unter Umstnden deutlich. Sind die Lebenshaltungskosten niedriger als in Deutschland, unterstellen die Finanzbehrden einen geringeren Unterhaltsbedarf und erkennen nur einen Bruchteil der Kosten an. Tipp der WWS: Wer laufende Unterhaltszahlungen fr Angehrige oder nahe stehende Personen plant, sollte grundstzlich vorab steuerlichen Rat einholen. So lassen sich alle Gestaltungsoptionen prfen und vorteilhaft nutzen. In jedem Fall sind Unterhaltszahlungen genau zu dokumentieren, um sie glaubhaft nachweisen zu knnen. Andernfalls gehen womglich attraktive Steuervorteile verloren.
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