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Estlands Euro bleibt erst einmal nur ein Entwurf – Inflation macht der Regierung in Tallinn einen Strich durch die Rechnung

(PM) , 13.03.2006 - Bonn/Brssel – Bei den Euro-Kandidaten zeichnet sich ein Ausleseprozess ab. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) www.faz.net aus Brsseler Kreisen erfuhr, ist Estland von seinem politischen Ziel abgerckt, zum 1. Januar 2007 den Euro einzufhren. Nach Angaben der Regierung in Tallinn werde Estland 2006 das Inflationskriterium verfehlen. Auch Lettland drfte seinen fr Anfang 2008 angestrebten Beitrittsantrag um mindestens ein Jahr verschieben, weil es seine Inflationsrate von 6,9 Prozent kaum so schnell senken kann. Das starke Wirtschaftswachstum in den drei baltischen Lndern heizt die Inflation an. Von den drei Staaten Estland, Litauen und Slowenien, die sich nach ihrem frhen Eintritt in den Europischen Wechselkursmechanismus (WKM II) im Sommer 2004 Chancen auf eine Einfhrung des Euro zum 1. Januar 2007 ausgerechnet hatten, bleibe so nur Slowenien brig. Dessen Inflationsrate von 2,5 Prozent liege derzeit knapp unter dem Referenzwert. Allerdings machen die Regierungen in Vilnius, Tallinn und Riga darauf aufmerksam, dass die Maastricht-Kriterien Lndern benachteiligen, die von schwacher Ausgangslage aus ein starkes Wachstum anstreben und erreichen. Daher lege die Regierung in Vilnius es auf einen Konflikt mit der Kommission und der Europischen Zentralbank (EZB) an, so die FAZ. In Krze wolle Litauen einen Antrag auf Aufnahme in die Whrungsunion zum 1. Januar 2007 stellen, obwohl abzusehen sei, dass es das Inflationskriterium verfehlen werde. In Brssel hie es jedoch, Kommission und EZB wrden einen solchen Antrag wahrscheinlich abschlgig bescheiden. Die jngsten Nachrichten aus dem Baltikum drfen allerdings nicht vergessen machen, dass beispielsweise Estland seit Wiedererlangung der Unabhngigkeit eine bemerkenswerte Entwicklung genommen hat. Die neuen Krfte schufen einen Markt mit einem enormen Wachstum, ohne dabei die politische, soziale und konomische Stabilitt aus den Augen zu verlieren. Durch die Beitritte in die NATO und EU ist die Stabilitt zementiert worden. Estland gehrt heute zum gemeinsamen europischen Binnenmarkt und erffnet vor allem europischen Unternehmern vielfltige Investitionsmglichkeiten. „Vor allem mittelstndische Unternehmen zieht es verstrkt nach Estland, um hier Handel zu treiben oder sich mit Kapital zu engagieren“, schreibt Jrg Peisert, Geschftsfhrer der Dsseldorfer Jrg Peisert und Partner Vermgensmanagement GmbH www.jpp-online.com, in der aktuellen Ausgabe seines Finanzbriefes, der sich mit dem baltischen Markt beschftigt . „Es besteht jedoch weiterhin ein beachtliches Informationsdefizit ber die Marktchancen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von nicht einmal neun Milliarden Euro gehrt Estland zu den kleinsten Lndern der EU. Seine reformorientierte Wirtschaftpolitik, das ausgesprochen liberale Handelsregime sowie schnelle Fortschritte beim strukturellen Umbau der Volkswirtschaft haben es zu einem der dynamischsten Wirtschaftsstandorte in Europa werden lassen - paradiesische Zustnde aus deutscher Sicht. Regierungschef Andrus Ansip vergleicht die Situation mit dem deutschen Wirtschaftswunder nach dem Krieg: ‚Wir wenden hier die Rezepte Ludwig Erhards an und sind damit hnlich erfolgreich.’ Oft werden Superlative zu Unrecht bemht fr die Charakterisierung erfolgreicher Wirtschaftsentwicklungen. Fr das Brsenjahr 2005 in Estland drfe man aber durchaus von einem Boom sprechen, meint Peisert, der den Schwerpunkt beim Vermgensmanagement auf die wachstumsstarken Brsen der Schwellenlnder legt. Dazu recherchiert er selbst „vor Ort“ und bereist regelmig unter anderem Osteuropa, Russland, Sdostasien, Japan und Sdamerika. Schon vor einiger Zeit hatte Peisert auf die Gefahrenquelle hingewiesen, dass die durch die Erhhung von Kraftstoffpreisen bedingte Inflation die schnelle Einfhrung des Euro in Frage stellen knnte. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und das krftige Wirtschaftswachstum in Estland drfte auch in Zukunft kaum beeintrchtigt werden.
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