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Das neue e-Health-Produkt “Elizabeth” – Was Entwickler und Anwender beim “Affective Computing” beachten müssen

Krankenschwester Elizabeth unterliegt weder Zeitdruck noch Müdigkeit. Denn hinter ihr steckt eine neue IT-Anwendung. Ob diese die Patienten wirklich zufriedenstellen wird, ist offen. Sie hat aber das Potential, einen Markt zu erzeugen u. zu bedienen.
(PM) Potsdam, 20.03.2012 - Der Fachjournalist Alfred Krger beschreibt Elizabeth unter heute.de wie folgt: ‘Guten Tag, mein Name ist Elizabeth.’ Die Stimme der Krankenschwester klingt freundlich, aber bestimmt. Die Patienten hren ihr aufmerksam zu. Elizabeth erklrt, was sie ber ihre anstehende Entlassung wissen mssen, welche Tabletten sie knftig einnehmen oder an welche Dit sie sich halten sollen. Wer etwas nicht verstanden hat, kann nachfragen. Immer wieder. Denn die freundliche Krankenschwester wird niemals ungeduldig. Sie ist ein Avatar, eine virtuelle Krankenschwester auf einem Computerbildschirm.

Die Entwicklung von Elizabeth fllt in den Bereich des Affective Computing. Darunter versteht man die Herstellung von Gerten, die menschliche Emotionen erkennen, verstehen und verarbeiten bzw. eigene Emotionen darstellen knnen. An der Universitt Augsburg wurde etwa im Wintersemester 2005 die Lehrveranstaltung Affective Computing angeboten, deren Inhalt wie folgt beschrieben wurde:

Beim Affective Computing lassen sich grob drei Teilbereiche unterscheiden:

1. Erkennung: Welche Mglichkeiten gibt es, den emotionalen Zustand des Benutzers zu erkennen? Gelingt uns dies, kann unser Tutoringsystem beispielsweise in angemessener Weise auf einen nervsen oder einen wtenden Studenten reagieren.

2. Emotionsmodelle: Hier knnen wir zwei Aufgaben unterscheiden. Um den emotionalen Zustand des Benutzers bercksichtigen zu knnen, mssen wir wissen, was der Auslser dieses Zustands war bzw. welche Auswirkungen unsere Interaktionsstrategien auf den Zustand des Benutzers haben. Auf der anderen Seite kann die Verhaltensplanung und Entscheidungsfindung unseres Systems durch ein emotionales Modell beeinflusst werden, um die Interaktion mit dem Benutzer natrlicher zu gestalten.

3. Generierung: Das schnste Modell ntzt uns nichts, wenn unser System nicht in der Lage ist, seinen emotionalen Zustand auch darzustellen. Das kann mit Hilfe von Farben passieren oder durch die Gesichtsanimation bei virtuellen Charakteren.

Die Wissenschaftsdisziplin ist also – gemessen an der Geschwindigkeit des IT-Fortschritts – nicht wirklich neu, aber die groen Schritte dieser Entwicklung werden gerade gegangen. Elizabeth zeigt eindrucksvoll, wie Affective Computing im e-Health-Sektor zum Tragen kommen kann.

Der heute.de-Beitrag berichtet ferner ber eine Studie, wonach 1/5 aller entlassenen Krankenhauspatienten innerhalb eines Monats wieder aufgenommen werden. Ein wesentlicher Grund ist, dass die Patienten nicht den rztlichen Anweisungen, die sie bei der Entlassung erhalten, beachten. Die geduldige Elizabeth soll hier Abhilfe schaffen. Mithin verspricht sich das Krankenkassenwesen hiervon die Ersparnis von Kosten.

Worauf mssen Hersteller achten?

Affective Computing ist ein Thema der Zukunft. Hersteller, die jetzt in diesem Markt einsteigen wollen, sollten folgendes beachten: Die Arbeit mit Emotionen, insbesondere deren Wahrnehmung berhrt stets sensible Informationen der Betroffenen. Dies gilt ganz besonders fr den Gesundheitsbereich. Menschen, die Anwendungen wie “Elizabeth” vertrauen sollen, knnen dies nur, wenn sie sich wiederum auf die Vertraulichkeit von Elizabeth verlassen knnen. Daher ist es wichtig, schon bei der Entwicklung darauf zu achten, dass die Daten – soweit nicht erforderlich – nicht gespeichert werden. Sollte eine Speicherung zwingend erforderlich sein, ist zu bedenken, dass die Daten sicher aufbewahrt werden knnen. Wird eine bertragung der Ergebnisse erforderlich, knnte gleich – als zustzliches Plus - ein sicherer bertragungsweg geschaffen werden.

Fazit

Die Anstze fr ein effektives privacy by design sind vielseitig und sollten im Einzelfall geklrt werden. Im Hinblick auf die Entwicklung von virtuellen Krankenschwestern sollte zweierlei beachtet werden: Die medizinische und die datenschutzrechtliche Gte.
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Herr Dr. iur. Stephan Gärtner
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ZUM AUTOR
�BER DR. IUR. STEPHAN GRTNER

Dr. iur. Stephan Gärtner ist als Compliance-Manager bei der ilex Datenschutz GbR tätig. In dieser Funktion berät er mittelständische private und kommunale Unternehmen, kommunale Gebietskörperschaften und Behörden in ...
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