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Eine Pille gegen Alzheimer?

(PM) , 05.08.2008 - (fet) - Wissenschaftler der Universitt Aberdeen prsentierten auf der International Conference on Alzheimer Disease mit RemberTM (Methylenblau) einen Wirkstoff, der das Fortschreiten von Alzheimer verhindern kann.

Morbus Alzheimer steht fr einen fortschreitenden geistigen Verfall, mit abnehmenden Erinnerungsvermgen, kognitiver Leistungsfhigkeit sowie neuropsychologischen Symptomen. Die Ursachen dieser Vernderungen lassen sich auf der Ebene der Nervenzellen nachweisen. Aus histopathologischer Sicht sind extrazellulre herdfrmige Substanzeinlagerungen – die so genannten Plaques, welche grtenteils aus Fibrillen des β-Amyloid-Peptids bestehen – sowie intrazellulre Fibrillenbndel aus bermig stark phosphorylierten Tau-Proteinen (Neurofilament-Proteine) auffllig. Das Eiwei-Plaque besitzt die Fhigkeit zu verklumpen und so die Kommunikation zwischen den Nervenzellen zu unterbrechen. Im Gehirn fhrt das zu einer verminderten Sauerstoff- und Energieversorgung. Doch auch aufgrund der hyperphosphorylierten Tau-Proteine werden Transportprozesse gestrt, die Zelle verliert an Stabilitt und stirbt zuletzt. Das Zellsterben im Gehirn wird als eine der ausschlaggebenden Ursachen fr Alzheimer betrachtet.

Bisher konzentrierten sich die meisten Medikamente im Kampf gegen Morbus Alzheimer auf die Verhinderung beziehungsweise Reduzierung von Amyloid im Gehirn. Im Gegensatz dazu zielt das neue Medikament RemberTM (Methylthioniniumchlorid) erstmalig auf die Tau-Protein-Ablagerungen ab. In einer Untersuchung an 321 Patienten konnte mittels des neuen Wirkstoffes eine Verlangsamung des geistigen Verfalls bei 81% der Patienten erzielt werden. Dabei erhielten die Probanden mit einer leichten oder gemigten Form von Morbus Alzheimer tglich entweder 30, 60 oder 100 Milligramm RemberTM oder ein Placeboprparat. Die Ergebnisse zeigten eine positive Wirkung bei der Gabe von 60 Milligramm am deutlichsten. In den ersten 50 Wochen war eine deutliche Verbesserung der Schwere der Demenz zu verzeichnen und nach 19 Monaten war angeblich kein Verfall der geistigen Funktionen mehr feststellbar.

Erstaunlich ist, dass der RemberTM –Wirkstoff der Forschung nicht unbekannt sein drfte. Methylthioninumchlorid oder auch Methylenblau genannt findet berwiegend Einsatz in der Mikrobiologie, zum Anfrben von Bakterien, in der Medizin zur Vorzeichnung der chirurgischen Schnittfhrung sowie pharmakologisch als Antirheumatikum, Antiseptikum und als Gegenmittel bei einigen Vergiftungen. Bei der Bekmpfung von Alzheimer besitzt RemberTM laut Aussagen der Forscher aus Aberdeen zwei entscheidende Effekte. Zum einen blockiert es die Bildung von Tau-Proteinen sowie deren Umformung zu Filamenten. Zum anderen ist der Wirkstoff in der Lage, Tau-Protein zu lsen und zu Monomeren zu reduzieren. Diese kleinen Molekle wiederum knnen mit Hilfe von eiweiverdauenden Enzymen, den Proteasen, abgebaut werden.

Obwohl die leitenden Wissenschaftler um Professor Wischik es fr denkbar halten, dass bereits 2012 RemberTM als Medikament auf den Markt kommen kann, fehlen doch noch entscheidende Aussagen ber die Wirksamkeit der Substanz. Um diese Ergebnisse zu liefern, kndigten die Forscher weitere und grere Untersuchungen ab dem Jahr 2009 an.

Redaktion: Anja Baustian

Literatur: Alzheimer’s Association International Conference on Alzheimer’s Disease. 29.07.2008
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