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Pressemitteilung

Zusammenfassung der Diskussionsveranstaltung „Leergefischte Meere – Mythos oder Wahrheit?“

(PM) , 26.03.2009 - Bremerhaven, 26. Mrz 2009 Im Rahmen einer ffentlichen Diskussionsveranstaltung zum Thema „Leergefischte Meere – Mythos oder Wahrheit?“ von "Deutsche See" diskutierten Fischereiexperten aus Wissenschaft und Industrie sowie des Umweltverbands WWF am Montag in Hamburg kontrovers. Einigkeit herrschte unter den Teilnehmern darber, dass die Politik Hauptursache fr die bestehenden Probleme ist. Nicht einig waren sich die Experten darin, ob einzelne Fischarten tatschlich vom Aussterben bedroht sind und ob der Verbraucher zuknftig ganz auf den wichtigen Proteinlieferanten Fisch verzichten muss.

Am Montagabend diskutierten in der Hamburger Universitt Heike Vesper, Fischereiexpertin des WWF, Dr. Christopher Zimmermann, Meeresbiologe und stellvertretender Direktor des Instituts fr Ostseefischerei, sowie Dr. Peter Dill, Geschftsfhrender Gesellschafter "Deutsche See" und Vorsitzender des Bundesverbandes der deutschen Fischindustrie und des Fischgrohandels, zum Thema „Leergefischte Meere – Mythos oder Wahrheit?“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Manfred Klinkhardt, Meeres- und Fischereibiologe und Journalist beim Fischmagazin.

Leergefischt oder maximal bewirtschaftet – unterschiedliche Interpretation der Daten

Anfang Mrz hatte die FAO ihre neuesten Zahlen zum Zustand der Fischbestnde verffentlicht – rund 80 Prozent gelten weltweit als vollstndig ausgeschpft oder berfischt. Bedeutet das, dass die Weltmeere auf absehbare Zeit leer sein werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung und wurde von den Teilnehmern kontrr diskutiert.
Fr den Wissenschaftler Dr. Christopher Zimmermann ist ein „maximal bewirtschafteter“ Fischbestand kein schlecht gemanagter Bestand. Ziel sei es gerade, die Bestnde optimal auszuschpfen, was bedeutet, dass die Anzahl der Tiere herausgeholt wird, die auch nachwachsen kann. Reserven braucht man aus der Sicht des Fischereibiologen nicht. „Bestnde, die voll genutzt sind, sind genau unser Ziel“, sagte Zimmermann. Die Redewendung von den „leergefischten Meeren“ dient laut Zimmermann nur der Dramatisierung der Lage. Die Meere sind nicht leergefischt und diese Gefahr besteht auch zuknftig nicht. Zimmermann betonte allerdings, dass die menschlichen Eingriffe in das kosystem so tiefgreifend sind, dass ein Handeln erforderlich ist.
Fr die WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper macht es keinen Unterschied, ob man von „leergefischten Meeren“ oder von „maximal bewirtschafteten Bestnden“ spricht – der Grad zwischen Beiden ist sehr schmal. Sie entwarf ein Zukunftsszenario, in dem, sollte man die Meere weiterhin in dem Mae bewirtschaften wie bisher, im Jahr 2050 keine kommerzielle Fischerei mehr mglich ist. Auch sie bezweifelte, dass die Meere dann leer sein werden, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass der Lebensraum der Fische sich dramatisch verschlechtert haben wird. Sie pldiert deshalb dafr, dass die Arten und ihre Lebensrume geschtzt und erhalten werden mssen. Dr. Peter Dill sieht vor allem die desastrse EU-Fischereipolitik im Zugzwang, die Lage zu ndern. „Unsere Probleme bestehen zu 80 Prozent aus Politikproblemen – das ist fr alle Beteiligten frustrierend. Wenn die EU-Politik die Probleme lst, die offensichtlich auf der Hand liegen, ist das schon die halbe Miete.“ Er fordert von den politischen Akteuren, die Probleme gezielt anzugehen und zu bekmpfen, damit sich die Zahl der berfischten Bestnde nicht noch weiter vergrert.

Die Teilnehmer stritten ebenfalls ber die Frage, ob es Arten gibt, die vom Aussterben bedroht sind. Whrend Heike Vesper die Frage bejahte und als Beispiel den Dornhai nannte, wurde die Frage von Dr. Christopher Zimmermann und Dr. Peter Dill verneint. Sie erluterten, dass es zwar bedrohte Bestnde, aber keine bedrohten Arten gibt. Zimmermann: „Eine Art kann nicht regional aussterben – entweder es gibt sie oder nicht.“ So sei der Dornhai-Bestand in der Nordsee beispielsweise sehr kritisch zu beurteilen, in nordamerikanischen Gewssern gbe es aber durchaus gesunde und nutzbare Bestnde. Zimmermann wies auerdem darauf hin, dass sich bereits berfischte Bestnde durchaus auch wieder erholen knnen, und nannte als Beispiel den Kabeljaubestand in der Ostsee, der nach einem dramatischen Absinken in den letzten Jahren nun wieder guten Gewissens befischt werden kann.

Angesichts der Frage, ob sich das Fischangebot innerhalb der letzten Jahre sprbar verndert hat, sagte der Unternehmer Dill, er knne das nicht besttigen. Aufgrund eines weltweiten Lieferantennetzwerkes ist es fr "Deutsche See" kein Problem, fr einen berfischten Bestand anderswo einen alternativen, unkritischen Bestand zu finden. Damit ist eine umfassende Marktversorgung immer gewhrleistet. Neu sei allerdings das Bewusstsein der Verbraucher fr die vorhandenen Probleme. Die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten wrde dementsprechend steigen. Dill sieht die Industrie in der Pflicht, jeden Fisch so nachhaltig wie mglich einzukaufen und so das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Diesem Grundsatz folgt "Deutsche See" und handelt ausschlielich mit Fischen aus gesunden Bestnden.

EU-Politik eine der Hauptursachen der Probleme

Jedes Jahr legen die EU-Fischereiminister die Fangquoten fr Fischbestnde fest. Einigkeit herrschte am Montagabend bei allen Podiumsteilnehmern darber, dass diese Fangquoten als Qualittsmerkmal fr eine nachhaltige Fischerei keinerlei Bedeutung haben. Heike Vesper und Dr. Peter Dill kritisierten, dass es keine ausreichenden Kontrollen gibt, die die Einhaltung der Fangquoten berprfen. Somit wrden die Manahmen, die die Politik implementiert, in der Realitt nicht richtig umgesetzt. Der Fischereibiologe Dr. Christopher Zimmermann wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Quoten tatschlich durchschnittlich 35 Prozent ber den von der Wissenschaft empfohlenen Mengen liegen. Hintergrund hierfr sind die konomischen Interessen der einzelnen Mitgliedstaaten.

Ebenfalls ein Problem, das von der Politik gelst werden muss, – auch darber waren sich die Gesprchsteilnehmer einig – ist die von der EU verordnete Discard-Praxis. Sie sieht vor, dass Fische, deren Quote bereits ausgeschpft ist, nicht in den Markt gelangen drfen. Es lsst sich jedoch nicht verhindern, dass sie in den Netzen der Fischer landen. Das Ergebnis: Marktfhige Fische werden ber Bord geworfen und sterben. Dieses skandalse Gesetz muss abgeschafft werden, so das einhellige Urteil der Runde. Der Unternehmer Dill sieht die Lsung darin, dass dieses „Wegwerf-Produkt“ in den Handel gebracht wird. "Deutsche See" hat mit dem Forschungsprojekt „Stopp Discard“ bereits gezeigt, dass sich Beifang und damit Discard zudem weitestgehend verhindern lsst, wenn die Fangmethode gendert wird.

Der „berforderte“ Konsument

Vor dem Hintergrund, dass sich die Experten uneinig sind, welche und ob eine Art vom Aussterben bedroht ist und die NGOs in ihren Einkaufsfhrern unterschiedliche Empfehlungen fr einzelne Bestnde abgeben, stellte der Moderator Dr. Manfred Klinkhardt die Frage an das Podium, wie der Konsument denn nun erkennen kann, ob er einen Fisch essen darf oder nicht. Die Teilnehmer nannten das MSC-Siegel als gute Orientierungshilfe, das dem Konsumenten Sicherheit gibt. Das Qualitts-Siegel des Marine Stewardship Council, das an Fischereien verliehen wird, die die Bestnde nachhaltig bewirtschaften, wurde 1996 auf Initiative des WWF eingefhrt. Seitdem hat es sich im deutschen Markt erfolgreich durchgesetzt. Die Nachfrage ist gro, "Deutsche See" verfgt mit rund 70 Produkten ber das breiteste MSC-Sortiment in Deutschland.

Aquakultur – die Lsung aller Probleme?

Ebenfalls gestreift wurde die Frage, ob Aquakultur das Problem der berfischung lsen kann. Dr. Christopher Zimmermann verneinte dies, da das Futter der in Aquakultur gezchteten Fische aus Wildbestnden stammt. Schlielich seien die meisten Fischarten Ruber und keine Vegetarier. Heike Vesper schloss sich der Meinung Zimmermanns an, glaubt aber, dass Aquakultur die immer weiter steigende Nachfrage nach Fischprodukten auffangen wird. Im Sortiment von "Deutsche See" machen Aquakultur-Produkte bereits ber 30 Prozent aus.

Die Verantwortung tragen alle Beteiligten gemeinsam

Am Ende der Veranstaltung sprach Dr. Manfred Klinkhardt von einer Trendwende, die durch die ffentliche Diskussion ber den Zustand der Fischbestnde herbeigefhrt worden ist. Die Industrie ist sich ihrer Verantwortung bewusst und beteiligt sich aktiv an der Lsung der Probleme. Umweltverbnde nehmen die wichtige Funktion der „watch dogs“ ein. Eine grundlegende Verbesserung des Zustandes kann, so Klinkhardt zusammenfassend, nur dann erfolgen, wenn die Probleme an der gesamten Wertschpfungskette – vom Fang ber den Einkauf, bis hin zum Konsumenten – angepackt werden.

"Deutsche See" mit Hauptsitz in Bremerhaven ist in Deutschland die Nummer Eins bei der Vermarktung von Fisch und Meeresfrchten. In bundesweit mehr als 20 Niederlassungen beschftigt das Unternehmen rund 1.700 Mitarbeiter und beliefert mehr als 35.000 Kunden vom Lebensmitteleinzelhandel, der Gastronomie und Top-Gastronomie ber Caterer bis hin zur Betriebs- und Sozialgastronomie. Der weltweite Einkauf hochwertiger Rohwaren, die sorgfltige und kundenindividuelle Produktion und Veredelung in der Bremerhavener Manufaktur, das berdurchschnittliche Qualittsmanagement und die im Markt einzigartige Logistik zeichnen das Unternehmen aus. Seit November 2003 gehrt die Feinkostmarke BEECK zu "Deutsche See". Als Marktfhrer ist sich das Unternehmen der kologischen, gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung zum nachhaltigen Schutz der natrlichen Ressourcen bewusst. "Deutsche See" engagiert sich schon lange aktiv fr den Erhalt der Fischbestnde und den Umweltschutz.
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