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Die neue Eigenheimrente: Zehn Fragen zu Wohn-Riester

(PM) , 12.11.2008 - Schwbisch Hall, 12. November 2008 - Im November kommen die ersten zertifizierten Wohn-Riester-Vertrge auf den Markt. Doch wie funktioniert der „Wohn-Riester“ eigentlich und wer kann ihn nutzen? Jochen Maier, Bereichsleiter Marketing bei der Bausparkasse Schwbisch Hall, beantwortet die zehn wichtigsten Fragen.

Frage: Wohn-Riester - was ist das genau?
Maier: Bisher gab es die staatlichen Riester-Zulagen nur fr zertifizierte Rentenversicherungen, Fonds- und Banksparplne. Mit dem neuen Eigenheimrentengesetz steht jetzt das selbst genutzte Wohneigentum gleichberechtigt neben den anderen Formen der privaten Altersvorsorge und wird in gleicher Weise gefrdert. Damit werden auch Einzahlungen, also Spar- und Tilgungsleistungen auf zertifizierte Riester-Bausparvertrge frderfhig. Diese neue Vorsorgeform heit offiziell Eigenheimrente, wird aber meist „Wohn-Riester“" genannt.

Frage: Wer ist frderberechtigt?
Maier: Es gelten dieselben Voraussetzungen wie bei den bisherigen Riester-Vertrgen: Anspruch auf die Frderung haben alle Pflichtmitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung, pflichtversicherte Selbststndige, Beamte und Angestellte im ffentlichen Dienst sowie deren Ehepartner, wenn sie einen eigenen Vertrag haben. Einkommensgrenzen gibt es keine.

Frage: Wie viel legt der Staat beim Wohn-Riester drauf?
Maier: Wer 4 Prozent aus dem Bruttoeinkommen des Vorjahres auf einem Altersvorsorgevertrag anlegt, maximal 2.100 Euro inklusive Zulagen, erhlt den vollen Riester-Bonus: 154 Euro Grundzulage bzw. 308 Euro bei Verheirateten mit zwei Vertrgen. Pro Kind gibt es weitere 185 Euro, fr jedes ab 2008 geborene Kind sogar 300 Euro. Besonders attraktiv fr Jugendliche unter 25: Sie erhalten sowohl fr neu abgeschlossene wie auch fr bestehende Riester-Vertrge einen einmaligen Berufsanfngerbonus von 200 Euro.

Frage: Wofr kann ich die Eigenheimrente verwenden?
Maier: Wer einen Riester-Vertrag bespart, kann dreiviertel oder das gesamte angesparte Kapital fr den Bau oder Kauf einer selbst genutzten Immobilie entnehmen. Wichtig: Das Haus bzw. die Wohnung muss in Deutschland liegen und nach 2007 gekauft oder fertig gestellt sein. Das Geld kann aber auch fr den Erwerb von Wohnungsgenossenschaftsanteilen oder von Dauerwohnrechten, etwa in einem Seniorenheim, verwendet werden.

Frage: Wir haben gerade gebaut. Knnen wir mit der Frderung auch das laufende Baudarlehen tilgen?
Maier: Ja, die staatlichen Zulagen drfen auch eingesetzt werden, um Restschulden zu tilgen. Dazu wird das bestehende Darlehen in einen Riester-Vertrag umgeschuldet. Voraussetzung ist allerdings, dass die eigenen vier Wnde erst nach dem 31. Dezember 2007 fertig gestellt bzw. gekauft wurden und man selbst darin wohnt. Die vollstndige Entschuldung eines bestehenden Immobilienkredits mit dem Riester-Ersparten ist erst ab Renteneintritt mglich.

Frage: Ich habe bereits einen Riester-Vertrag. Kann ich dieses Guthaben fr Wohneigentum verwenden?
Maier: Ja, das Guthaben aus dem bisherigen Vertrag darf entnommen und vollstndig fr die Finanzierung einer selbst genutzten Immobilie verwendet werden. Fr vor dem 1. Juli 2008 abgeschlossene Riestervertrge gilt allerdings, dass in 2008 oder 2009 fr eine Immobilienfinanzierung mindestens 10.000 Euro entnommen werden mssen.

Frage: Wird das eingesetzte Riester-Vermgen als Eigenkapital anerkannt?
Maier: Ja, Banken und Bausparkassen erkennen das angesparte Riester-Vermgen voll als Eigenkapital an.

Frage: Kann ich mit Riester auch modernisieren oder mein Haus altersgerecht umbauen?
Maier: Nein, das geht nicht. Umbau-, Modernisierungs- oder Energiesparmanahmen an bestehenden Eigenheimen fallen nicht unter die Riester-Frderung.

Frage: Was passiert, wenn ich Riester als Baustein meiner Immobilienfinanzierung verwende, das Haus aber spter verkaufe oder vermiete?
Maier: Wer seine riestergefrderte Immobilie wieder verkauft, muss die staatlichen Zulagen zurckzahlen – es sei denn, die Frdersumme wird innerhalb eines Jahres wieder in einem neuen Riester-Vertrag angelegt oder innerhalb von vier Jahren wieder in selbst bewohntes Eigentum investiert. Wer sein Eigenheim wegen eines beruflich bedingten Umzugs zeitweise vermietet, muss die Frderung nicht zurckerstatten, wenn er die Selbstnutzung sptestens bis zum 67. Lebensjahr wieder aufnimmt.

Frage: Muss ich Wohn-Riester versteuern?
Maier: Wie alle Riester-Vertrge unterliegt auch der Wohn-Riester der nachgelagerten Besteuerung, das heit, die Beitrge in der Sparphase sind steuerfrei, die Auszahlungen im Rentenalter aber steuerpflichtig. Da das mietfreie Wohnen in einer schuldenfreien Immobilie im Alter zwar einer zweiten Rente gleichkommt, aber keine tatschlichen Zahlungen flieen, hat der Gesetzgeber ein so genanntes „Wohnfrderkonto“ eingerichtet. Das bedeutet: Darauf wird das entnommene Kapital, die gefrderten Tilgungsleistungen samt Zulagen verbucht und mit jhrlich zwei Prozent verzinst. Mit dem Renteneintritt wird dieses fiktive Konto aufgelst und die Summe einkommensteuerpflichtig. Jetzt hat man die Wahl: Entweder man zahlt die fllige Steuer jhrlich (maximal bis zum 85. Lebensjahr) oder man tilgt zu Rentenbeginn seine gesamte Steuerschuld auf einen Schlag – dann mit einem 30-prozentigen Abschlag.

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Kathrin Mhe
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