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Pressemitteilung

Die Postbank und der „graue“ Kapitalmarkt

Wie ein Finanzskandal langsam verjährt, ohne dass alle Betroffenen es mitbekommen
(PM) Kiel, 05.07.2012 - Es wird ungemtlich fr die Bewohner des ziemlich luxurisen Elfenbeinturms namens „Anlageberatung". Die Kunden von Depotbanken werden immer klagefreudiger. Trotz der schlechten Erfahrungen im Lauf der Finanzkrise und des daraus resultierenden schlechten Images der Finanzkonzerne ist vielen Privatanlegern immer noch nicht bewusst, dass ihre Geldanlagen einer Mlldeponie gleichen. Betroffen sind Kleinsparer genauso wie wohlhabende Unternehmer oder Selbststndige. Eine Verjhrung droht in manchen Fllen unmittelbar.

Die Postbank verkaufte zwischen 2006 und 2011 fr sie provisionstrchtige und damit lukrative, fr sicherheitsorientierte Anleger hingegen vllig ungeeignete Geldanlagen. Anlegern wurde durch strukturvertriebsmig geschulte freie Mitarbeiter auf irrefhrende Weise geraten, Geld aus sicheren Anlagen wie Bausparvertrgen, Festgeldkonten, Versicherungen, Hausverkufen und Sparbchern in hochriskante Fonds einzuzahlen. „Dabei wurden systematisch Renditechancen bertrieben und Risiken unterschlagen“, vermutet der Fachanwalt fr Banken- und Kapitalrecht, Helge Petersen. Zu dieser Produktklasse zhlen auszugsweise Knig & Cie, Dr. Peters, CS Euroreal, Glor, Gebab Ocean Shipping oder CS Euroreal, SEB Immo, Kanam Grundinvest. Hinter diesen klangvollen Namen verbergen sich unsichere Immobilienfonds, Schiffsfonds und andere hochriskante Kapitalanlagen.

Diese Finanzprodukte waren teilweise so schlecht konstruiert, dass sie aufgrund ihrer absehbaren Renditeschwche und ihres erkennbar hohen Ausfallrisikos nie htten verkauft werden drfen. Doch die Wirtschaftlichkeit der Kapitalanlage spielte lange Zeit keine Rolle, denn nur die Provisionshhe zhlte fr den Vertrieb der Postbank. ber diesen handfesten Interessenkonflikt klrten die freien Bankberater allerdings nie auf – der eigentliche Postbank-Skandal.

Das System

Aus diesem Grund waren fr die Postbank Geldanlagen des konventionellen Marktes geschftspolitisch weniger interessant. Am besten lie sich jenseits des Sparbuchs und der festverzinslichen Wertpapiere verdienen. Die strengen Aufklrungs- und Informationspflichten der Bank in der Beratung waren schnell nebenschlich.

„Das Verhalten der Banken lsst sich so am besten als rcksichtslose, aber durchaus lukrative ‚Provisionsjagd‘ beschreiben“, kommentiert Helge Petersen. „Es existierten interne Erklrungen bei Banken, dass die Provisionen zum Teil bei 18% liegen mssten, da nach Unterschrift die Bank nicht mehr auf das Kundengeld fr sptere Empfehlungen mit Provisionsertrag zugreifen knne“, stellt Helge Petersen fest.

Fr die Kufer stimmt das Gegenteil: Derlei Investments sind teuer und riskant. Teuer, weil ein sehr groer Teil des Kapitals nicht in die Anlage selbst fliet, sondern als Nebenkosten direkt in den Kassen der Banken und ihrer Berater landen. Einen Lwenanteil der Nebenkosten bilden Provisionen, auch Kick-backs genannt, zuzglich eines Aufschlags. Dahinter stehen die Fondsinitiatoren, die schnell Anleger fr ihre Projekte, etwa Immobilien oder Schiffe, finden mssen und deshalb beauftragten Banken fr deren Beschaffung unverschmt hohe Gebhren zahlen.

Riskant sind derlei Investments, weil die sehr langen Laufzeiten von bis zu 20 Jahren eine serise Prognose der Marktchancen erheblich erschweren. Werfen die Investitionsgter der geschlossenen Fonds zu wenig Ertrag ab, drohen zudem erhebliche Verluste; brechen die Einnahmen ganz weg, droht sogar der Totalverlust. „Finanzkasino statt Vermgensschutz und -verwaltung“ nennt Helge Petersen das. Und es kann noch schlimmer kommen, denn „bei geschlossenen Fonds gilt der Anleger quasi als Gesellschafter. Luft die Anlage schlecht, muss oft Geld nachgeschossen werden. Da wird schon mal ein Familienvermgen komplett versenkt“, stellt er fest. Der Kunde findet sich unter dem Deckmantel einer Kapitalanlage nur als Risikokapitalgeber – er ist technisch nicht am Investitionsobjekt abgesichert – und Zahlungspflichtiger fr das eigentliche Projekt. Insbesondere die Hhe der Ausgabeaufschlge und Rcknahmeabschlge wurden nicht als separater Kosten- beziehungsweise Provisionsbestandteil offengelegt.

Erfolgreich dagegen vorgehen

Da beispielsweise Privatkunden nach aktueller Rechtsprechung das hchste vorgesehene Schutzniveau genieen, ist eine vollstndige Rckabwicklung durchaus realistisch. Die Kanzlei Helge Petersen & Collegen konnte bisher erfolgreich Kundengelder im sechsstelligen Bereich von der Postbank zurckfordern. Sie vertritt bereits ber 400 geschdigte Anleger. Ziel ist ein grundstzlicher Vergleich mit der Postbank. Die Kanzlei hat das Privileg durch ihre neue Herangehensweise der technischen Argumentation gegen das Produkt, direkt mit dem Vorstand zu verhandeln.
Fr Betroffene ist Abwarten deshalb die falsche Strategie. Zum Teil nur drei Jahre gilt die regulre Verjhrungsfrist. Nur in Ausnahmefllen, etwa bei Vorsatz, verlngert sich die Frist.

Weiter Informationen unter www.anlage-weg.de
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Die Fachanwaltskanzlei Helge Petersen & Collegen, Kiel wurde 2007 gegründet und ist seit Beginn auf Fälle im Bank- und Kapitalmarktrecht- spezialisiert. Der Fachanwalt Helge Petersen verfügt über umfangreiche Erfahrungen auf ...
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