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Deutsche Unternehmen dominieren Sprachautomatisierung – Informationstechnik soll sich dem Menschen anpassen

(PM) , 07.02.2007 - Von Andreas Schultheis Brssel/Berlin, www.ne-na.de - Europa spricht viele Sprachen. Mittlerweile hat die Europische Union 23 offizielle Amtssprachen. bersetzer haben vor allem in der Europa-Hauptstadt Brssel derzeit Hochkonjunktur. Die ganze Palette der erforderlichen Sprachkenntnisse decken aber auch die hervorragend ausgebildeten Dolmetscher nicht ab. Von Jahr zu Jahr wachsen Zahl und Umfang der bersetzungen in Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Kultur. Hauptauftraggeber sind exportorientierte Wirtschaftszweige, internationale Organisationen einschlielich der Europischen Union und der Vereinten Nationen sowie multinationale Konzerne. Mit der Auftragszahl steigt die Anforderung an die Qualitt der bersetzungen, die mittlerweile auch von Maschinen geleistet werden. Whrend viele Experten noch bezweifeln, dass Maschinen brauchbare Ergebnisse liefern knnen, erzielen einige Unternehmen durch den Einsatz des Computers bereits erhebliche Kosteneinsparungen. „Selbst die vllig veralteten und qualitativ unzureichenden bersetzungssysteme, die heute sehr begrenzt in Wirtschaft und Verwaltung eingesetzt werden, ermglichen bereits in groem Umfang Kosten zu sparen“, sagt Hans Uszkoreit, Professor fr Computerlinguistik an der Universitt des Saarlandes www.uni-saarland.de und Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum fr Knstliche Intelligenz (DFKI) www.dfki.de. Im Forschungsprojekt EuroMatrix des sechsten Rahmenprogramms der EU koordiniert er die Weiterentwicklung der besten bestehenden bersetzungsverfahren: „Natrlich wird es nicht mglich sein, alle Sprachpaare gleich gut zu bearbeiten", so Uszkoreit. „Aber ein praktisches Ergebnis des Projekts wird auch eine stndig fortgeschriebene Bestandsaufnahme des Technologiestandes fr die europischen Sprachen sein." Beim DFKI in Saarbrcken wird der Dialog von Mensch und Maschine schon seit langem vorangetrieben. „Mobile Gerte, die ohne Maus und Tastatur auskommen mssen, werden alle menschlichen Sinne nutzen, um mit dem Menschen zu kommunizieren“, prognostiziert DFKI-Leiter Wolfgang Wahlster gegenber der Stuttgarter Zeitung www.stuttgarter-zeitung.de. Er ist der Ansicht, dass die Sprachtechnologie in den kommenden Jahren eine Flut neuer Mglichkeiten mit sich bringt. „Die Kaffeemaschine knnte schon bald fragen, ob es Espresso oder Cappuccino sein soll. Auch wird per Spracheingabe das Umschalten des TV-Programms mglich oder Videotext vorgelesen. Selbst Lernspielzeuge fr Kinder sind bereits angedacht: Kinder knnen Fragen stellen oder Anweisungen geben, worauf das Spielgert mit einer Aktion reagiert“, so die Zeitung. Um all das zu ermglichen, arbeiten Sprachwissenschaftler, Neurobiologen und Techniker stndig an neuen Sprachdialogen. „Natrliche Spracherkennung" ist fr sie mittlerweile der Schlsselbegriff: Ziel der Sprachdialoge ist, dem menschlichen Sprechen so nahe wie mglich zu kommen. „Bei einem Dialog mit menschlichen Zgen wird sich der Anrufer eher angenommen fhlen als bei einem mit starrer Menfhrung und Abfrage von bestimmten Antworten“, sagt Lupo Pape, Geschftsfhrer des Voice Award-Gewinners SemanticEdge www.semanticedge.de in Berlin. Den Branchen-Oscar der Initiative Voice Business www.voiceaward.de gewannen die Berliner im vergangenen Jahr unter anderem mit dem „Persnlichen Assistenten", den sie fr Daimler-Chrysler entwickelten. Das ist ein Sprachdialogsystem, das sich im persnlichen Adressbuch des Nutzers auskennt. Vergessene Telefonnummern oder Adressen gehren der Vergangenheit an. „Selbst wenn man den Namen eines Geschftspartners gerade nicht wei, kann man ber eine Suchfunktion mit der Eingabe von Branche und Standort die gewnschte Verbindung aufbauen“, so der Spracherkennungsexperte. Ihm geht es darum, dass sich der Mensch nicht lnger dem Computer anpassen muss, sondern dass die Dialoge natrlichsprachlich werden. „Die Informationstechnik sollte sich an den Menschen anpassen. Softwaresysteme mssen intelligenter werden, damit sie besser verstehen, was der Mensch von ihnen will und damit sie sich umgekehrt dem Menschen einfacher verstndlich machen“, fordert Pape. Bei der Entwicklung der Sprachtechnologie gehrt Deutschland nach Ansicht von Wolfgang Wahlster zu den fhrenden Lndern. „Wir haben rund 120 kleine und mittelstndische Firmen in Deutschland, die sich damit auseinander setzen“, wird er in der Stuttgarter Zeitung zitiert. Auch Computernutzer wrden sich mit der Zeit an neue Umgangsformen mit ihren Gerten gewhnen. Wahlster prognostiziert bereits den Beginn der Post-PC-ra. In Japan spreche man bereits vom One-Button-Computer: „Ein und aus, alles andere geschieht ber Sprache, Mimik und Gestik, fr die man kein Handbuch studieren muss“, resmiert Wahlster. Zu den Chancen und Grenzen der Mensch-Maschine-Kommunikation findet auf der Call Center World im Hotel Estrel (Halle 1, Stand B 5) in Berlin-Neuklln am Dienstag, den 27. Februar 2007 von 14 bis 15 Uhr ein Expertenforum statt. Es diskutieren Prof. Joseph Weizenbaum, Prof. Wolfgang Wahlster und SemanticEdge-Geschftsfhrer Dr. Lupo Pape. Moderiert wird die Runde von Jrgen Liminski vom Deutschlandfunk. Weizenbaum und Wahlster sind zwei der profiliertesten Informatiker der Gegenwart. Der „Pionier, Dissident und Computerguru“ Joseph Weizenbaum, der als Professor fr Computerwissenschaften am MIT in Cambridge unterrichtete, ist einer der international bekanntesten Kritiker des Hightech-Zeitalters.
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