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Der Krieg der Browser: Chrome und die Festspielwochen im Cyberspace

(PM) , 15.09.2008 - Geschftswelt reagiert abwartend auf die Google-Offensive

Hamburg/Mnchen/Berlin, 15. September 2008, www.ne-na.de - Die Medien haben nach Meinung von Silicon-Kolumnist Achim Killer www.silicon.de neue Festspielwochen im Cyberspace eingelutet. „Das Thema, an dem sich eine beeindruckende Zahl verkannter Schngeister misst, lautet: Googles Browser Chrome. 19.969 deutsch- und 19.930 englischsprachige Artikel findet der kulturell Interessierte dazu im Web – natrlich ber Google News. Die Fakten sind eher drr: Google verdient Geld mit Informationen ber die Surfer. Wer sucht, gibt dem Konzern solche Informationen. Wer seine anderen Dienste nutzt, noch mehr. Deshalb verteilt Google einen Browser, womit diese Dienste per Voreinstellung abonniert werden“, schreibt Killer. Ein Comic, ein paar Stze fr die Presse und ein einzeiliger Download-Verweis auf der Internet-Startseite reichten nach einem Bericht des Spiegels aus, um innerhalb weniger Stunden einen globalen Hype in Medien, Blogs und Online-Wirtschaft zu entfachen. Millionen Menschen installierten das Programm in den ersten Tagen auf ihrem Rechner. „Nur wenige Sekunden dauert das, kostet keinen Cent - und knnte doch die Zukunft des Web ebenso verndern wie die Machttektonik der Konzerngren“, glaubt der Spiegel.

Denn Chrome sei in Wahrheit ein Angriff auf Microsoft und dessen Marktfhrer im Browser-Markt, den Internet Explorer. „Im geradezu religisen Kampf der beiden amerikanischen Software-Giganten erffnet das neue Google-Angebot nun eine neue, womglich entscheidende Debatte um jene Glaubensrichtung, die dann irgendwann die Oberhoheit gewinnen wird“, spekuliert das Hamburger Nachrichtenmagazin. Zwei Welten, zwei Geschftsmodelle, zwei grundverschiedene Geschftsstrategien darber, wie man mit Computer und Internet arbeiten und Geld verdienen knne, wrden nun aufeinander prallen. „Auf der einen Seite steht Microsoft: Das Unternehmen will seine Programme weiterhin als Software-Paket an seine Kunden verkaufen. Die sollen Word, Excel, Powerpoint & Co. wie eh und je auf ihrer Festplatte installieren und ihr digitales Leben so im eigenen Computer fhren.

Google dagegen macht sein Geld mit Werbeeinnahmen. Die Firma mchte Textverarbeitung und Anwendungen aller Art grundstzlich verschenken und dabei auch die Festplatten der Nutzer entrmpeln“, so der Spiegel. Die Rechenarbeit, das Speichern und Verwalten laufe auf externen Servern, sozusagen auf einer Datenwolke, die ber den Kunden schwebt. Im Englischen wird das als „Cloud Computing" bezeichnet.

„Google ist in seinen Geschftsmodellen zweifellos moderner als Microsoft, was aber auch nicht verwundert, da der Redmond-Gigant viel lter ist. Google setzt auf Netzanwendungen. Das hat SUN schon vor einigen Jahren propagiert, hatte damit keinen Erfolg und setzt heute auf das Geschft rund um Java. Der Ansatz, dass der Browser im Grunde fr den Internetbenutzer die Anwendung schlechthin ist, und dass die Suchmaschine Google zur meistgenutzten Browseranwendung gehrt, ist durchaus gelungen. Der Mountain View-Konzern hat ja auch bereits mit GoogleEarth gezeigt, dass das Unternehmen konsequent und nachhaltig seine Projekte verfolgt. Dass diese Rechnungen aber nicht immer aufgehen, zeigt das Beispiel eBay und Skype“, kommentiert Andreas Latzel, Deutschlandchef des ITK-Unternehmens Aastra www.aastra.de, gegenber NeueNachricht www.ne-na.de.

Die Bereitschaft der Anwender, konventionelle Telefonie durch proprietre Internet-Telefonie zu ersetzen, sei bislang sehr begrenzt. „In gewisser Weise ist der Browser auch nur ein Tool und kein Inhalt, daher ist der Start von Chrome weniger spektakulr, als er in den Medien dargestellt wird. Und ob das Geschftsmodell mit den Nutzerdaten funktioniert, muss sich erst noch zeigen. Die Applikationen aus dem Netz, die das Geschft von Microsoft gefhrden knnten, sind in diesem Stadium noch sehr weit weg“, wei Latzel. Und noch habe niemand erfolgreich kommerziell beweisen knnen, dass Privat- oder gar Geschftskunden auf die netzunabhngigen und lokalen Installationen verzichten wollen. „Ob Anbieter von Anwendungen auf Chrome aufbauen werden, kann noch nicht beantwortet werden. Das knnten sie auf einem Open Source Browser wie Firefox genauso. Daher ist Chrome als Vehikel fr weitere Geschftsaktivitten nicht ausschlaggebend. Entscheidend ist die gesamte Geschftsumgebung, die Google anbieten kann. Wenn die nicht attraktiv ist fr die Einbindung von starken Partnern, funktioniert das Konzept nicht“, so der Einwand von Latzel.

Microsoft und Firefox bleiben nach Einschtzung von Dr. Andreas Rebetzky, Director Global Information Technology bei Bizerba www.bizerba.de, erst einmal die Platzhirsche. „Die sind seit Jahren auf dem Markt, haben Erfahrung sammeln und ihr Produkt verbessern knnen. Ich habe zwei Browser installiert: MS IE fr Sharepoint als Frontend und Firefox fr den Rest - es ist leistungsfhiger. Ich brauche keinen dritten. Als professioneller Anwender sehe ich zur Zeit keine Notwendigkeit“, sagt Rebetzky. Auch John Lilly von Mozilla gibt sich gelassen. Er sei den Kampf gegen Giganten gewohnt und versteht Firefox als Antreiber in einer lange Zeit verschlafenen Branche. Erst habe man Microsoft zu der Einsicht verholfen, dass die ihren Explorer modernisieren mssen uns nun sei Google dem Beispiel von Firefox gefolgt.
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