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Bettina Maier, Journalistin
Pressemitteilung

Depression und Burn-out bei Bankern

Veranstaltung der Börse München und der Initiative Befreunden e.V.
(PM) Mnchen, 14.06.2012 - Hohe Vorgaben an Manager oder Vertriebsmitarbeiter, Zeitdruck und Stress – gerade im Finanzdienstleistungsbereich ist das Thema Burn-out hoch brisant. Wie knnen Symptome bei sich und anderen frhzeitig erkannt werden, was kann man tun, wo gibt es Hilfe und wie gelingt die Wiedereingliederung in den Beruf? Diese Fragen griff eine gemeinsame Veranstaltung der Brse Mnchen mit dem Verein Befreunden e.V. auf, die sich vor allem an Personalverantwortliche richtete.

Referenten der Veranstaltung waren Professor Margot Albus, klinische Direktorin und Fachrztin fr Neurologie an der Isar-Amper-Klinik Haar und Angela Huber, Rechtsanwltin, Mediatorin und Disability Managerin im Betrieblichen Eingliederungsmanagement fr mittelstndische Unternehmen. Die Herausforderung Burn-out wurde von zwei Seiten, der medizinischen und der juristischen Seite, beleuchtet. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die praktische und engagierte Seite: Der Verein Befreunden e.V. vermittelt zwischen ehrenamtlichen Helfern und Patienten mit Depression.

„Die Arbeitsunfhigkeit wegen psychischer Erkrankungen ist seit 1994 deutlich angestiegen und verursacht die lngsten Ausfallzeiten“, sagte Professor Margot Albus. Whrend bei den am hufigsten auftretenden Erkrankungen der Atemwege im Durchschnitt 6,4 Fehltage verzeichnet werden, liegt die Dauer der Arbeitsunfhigkeit bei psychischen Erkrankungen bei 23,4 Tage. Hufig sei es der Fall, dass Vorgesetzte lange Zeit nichts ahnen, bis der bisher unauffllige Mitarbeiter pltzlich hufig fehle. Selbst ein Spezialist bersehe bei den eigenen Leuten oft eine depressive Erkrankung. Diese habe viele Verbndete, wie Angst, Schmerz oder das Burn-out-Syndrom. „Psychische Strungen machen sich auch aufgrund gestiegener Anforderungen am Arbeitsplatz schneller bemerkbar“, betonte Margot Albus. Insbesondere traumatische Erlebnisse, privater oder beruflicher Stress sowie genetische Faktoren seien als Ursachen zu zhlen.

Rehabilitation, Integration, Vorbeugung

„Wenn Menschen viel leisten, die Rahmenbedingungen jedoch nicht stimmen, steigt die Gefahr, dass die Psyche leidet und mit schwerer Erschpfung reagiert“, betonte Rechtsanwltin und Mediatorin Angela Huber. So sind psychische oder psychosomatische Erkrankungen mittlerweile einer der hufigsten Grnde fr eine Arbeitsunfhigkeit, die nicht selten mehrere Wochen oder Monate andauert. Vorboten knnen Verhaltensvernderungen wie Konzentrationsstrungen, stndige Gereiztheit oder sozialer Rckzug sein. Im Kredit- und Versicherungsgewerbe htten fast 15 Prozent der Erkrankungen psychische Ursachen.

„Was viele nicht wissen: Der Arbeitgeber hat in einem solchen Fall eine gesetzlich vorgeschriebene Frsorgepflicht zu erfllen. Betroffene haben die Mglichkeit, an einem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) teilzunehmen, welches die Ursachen analysieren und mglichst beseitigen soll“, so die Expertin. Denn sind Beschftigte sechs Wochen innerhalb eines Jahres arbeitsunfhig, ist der Arbeitgeber seit Mai 2004 verpflichtet, mit den Betroffenen in Dialog zu treten, um Antworten auf die drngendsten Fragen zu bekommen: Wie kann die Arbeitsunfhigkeit berwunden, erneute Arbeitsunfhigkeit vorgebeugt werden und so der Arbeitsplatz erhalten bleiben. Zusammen mit dem Betroffenen sollen individuelle Manahmen erarbeitet werden. „Das kann eine medizinische Reha, eine frhzeitige Leistungserprobung durch eine stufenweise Wiedereingliederung, die Untersttzung einer beruflichen Ttigkeit vor Ort, eine Arbeitszeit- oder Aufgabengestaltung sein oder die Versetzung in eine andere Abteilung.“

„Fr Unternehmen bedeutet das BEM weit mehr als nur eine bloe Gesetzesvorschrift“, betont Angela Huber, die als Disability Managerin CDMP deutschlandweit bereits ber 200 BEM-Einzelflle betreut hat und das Instrument in mittelstndischen Unternehmen einfhrt, prft oder optimiert. „Eine ganze Unternehmenskultur kann und muss sich wandeln – vom Wegschauen zum Sich-Kmmern. Angela Huber sieht sich dabei als neutrale Person, die mit der Politik des Unternehmens nichts zu tun hat. Ein Vorteil gerade bei psychischen Erkrankungen. Mitarbeiter, die sich ihrem Arbeitgeber nie ffnen wrden, fassen Vertrauen, denn Datenschutz und Schweigepflicht stehen an erster Stelle. Und so knnen gemeinsam Manahmen entwickelt werden, um die Leistungsfhigkeit in Zukunft zu erhalten.

„Befreunden“: Betroffenen Zeit schenken

Besonders wichtig fr depressiv erkrankte Menschen sind soziale Kontakte. Das seit 2005 bestehende Projekt Befreunden, das Dr. Herbert Pfeiffer, Chefarzt der Isar-Amper-Klinik vorstellte, vermittelt Bekanntschaften zwischen ehrenamtlichen Helfern und Menschen, die wegen einer Depression in Behandlung sind. Die gemeinsamen Unternehmungen reichen vom Spazierengehen, gemeinsamen Kino-, Theater-, oder Museumsbesuchen – bis hin zum einfachen Sich-Unterhalten.
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ZUM AUTOR
�BER ANGELA HUBER, RECHTSANWLTIN UND MEDIATORIN

Angela Huber ist Rechtsanwältin und Mediatorin. Sie spezialisierte sich durch Fachanwaltsausbildungen auf die Gebiete des Arbeits- und Sozialrechts und ist durch den Bundesverband Mediation zertifiziert.Mittelständischen Unternehmen bietet ...
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