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Debatte: 60 Jahre Soziale Marktwirtschaft – Deutschland bietet mittlerweile eine Firewall gegen alle Risiken

(PM) , 23.02.2007 - Von Ansgar Lange Bonn/Neuss/Potsdam – Soziale Marktwirtschaft – Das klingt nach Wirtschaftswunder, VW-Kfer und Italien-Urlaub und riecht nach Persil und Bohnenkaffee. Mit diesen plastischen Worten beschreibt Claus Hecking in der Financial Times Deutschland (FTD) www.ftd.de, wie ein Mythos vor sechzig Jahren in einer westflischen Klosterzelle geboren wurde. Der konom Alfred Mller-Armack gilt als Schpfer der Sozialen Marktwirtschaft, doch sein Name ist heute weitgehend vergessen, sein geistiges Erbe ist staatlicherseits verschleudert worden. Heute hlt gut die Hlfte des deutschen Volkes das hiesige Wirtschaftssystem fr sozial ungerecht. Doch waren die Startchancen damals anders? In der Nachkriegszeit lag die Idee des Liberalismus am Boden. Der Sozialismus beflgelte die Fantasie der Menschen und Politiker, wie unterschiedlich die Vorstellung davon auch sein mochten. Dass wir es heute mit einer Perversion der ursprnglichen Idee zu tun haben, erkannte Mller-Armack noch zu Lebzeiten. Er warnte vor einem „Geflligkeitsstaat“ – und die Realitt gab ihm Recht: Bis Mitte der 70er Jahre schoss die Staatsquote von 32 auf 50 Prozent. Der Verfasser von „Wirtschafslenkung und Marktwirtschaft“ gab resigniert zu Protokoll, dass sich der demokratische Sozialismus in der Bundesrepublik immer strker ausbreite. Als antimarktwirtschaftliche Elemente definierte Mller-Armack die parittische Mitbestimmung, Forderungen nach einer Kontrolle multinationaler Unternehmungen sowie die „Verteufelung des Gewinns ohne Einsicht in dessen konomische Funktion“, so Hecking, der noch eine schne Schlusspointe setzt: „Als Alfred Mller-Armack am 16. Mrz 1978 stirbt, nimmt die ffentlichkeit davon kaum Notiz. Denn in jenen Tagen erscheinen keine Zeitungen: Die IG Druck streikt gerade. Fr mehr soziale Absicherung.“ Wolfgang Mnchau, Kolumnist der FTD und Leiter des Wirtschaftsinformationsdienstes eurointelligence.com www.eurointelligence.com, unterscheidet zwei Formen der sozialen Marktwirtschaft. Schreibe man das s gro, so sei ein korporativistisches Wirtschaftssystem „mit seinen Sparkassen und seinen Landesbanken, seinen Unternehmerverbnden, seiner Tarifautonomie und seinen vielen Akteuren, die in das Wirtschaftsleben eingreifen“, gemeint. Schreibe man das s klein, so sei ein hoher Grad der Umverteilung von oben nach unten gemeint. Diese Unterscheidung mag etwas spitzfindig klingen, entscheidender ist folgende These Mnchaus. Die Freunde der deutschen Sozialen Marktwirtschaft witterten Morgenluft, da das Land seit ein paar Quartalen wieder halbwegs gut wachse, whrend die amerikanische Wirtschaft an Dynamik verliere: „Das Zeitalter der angelschsischen Dominanz geht dem Ende entgegen.“ „Wenn es zu einem Wechsel zu den Demokraten im Weien Haus kommen sollte, dann wrde ich auf jeden Fall darauf wetten, dass in den USA nicht nur die neokonservative Ideologie ihren Zenit berschritten hat, sondern auch die neoliberale. Ich wrde jedenfalls erwarten, dass die USA endlich ihr Gesundheitssystem sozialer ausrichten und sich insgesamt umfangreichere Sozialsystem leisten“, schreibt der Autor des 2006 erschienenen Buches „Das Ende der Sozialen Marktwirtschaft“. Doch das heie nicht, dass sich die Vereinigten Staaten auf Deutschland zubewegen. Die Institution des DGB-Vorsitzenden werde auch in Zukunft ein deutsches Unikum bleiben, „genauso wie unsere ffentlich-rechtlichen Quasibeamten im deutschen Bankensystem, im Fernsehen und vielen anderen Bereichen unseres Gemeinwesens“. Skeptische Tne schlgt Michael Mller, Geschftsfhrer der auf IT-Dienstleistungen spezialisierten a&o-Gruppe www.ao-services.de und Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelstndische Wirtschaft (BVMW) www.bvmwonline.de an. „Es war kein gutes Zeichen, dass beim 60-jhrigen Jubilum der Sozialen Marktwirtschaft mit Friedrich Merz einer der letzten ausgewiesenen Ordnungspolitiker in der Union seinen baldigen Rckzug aus der Politik angekndigt hat. Man muss wei Gott nicht mit jedem Satz des sauerlndischen Polemikers und Provokateurs einverstanden gewesen sein. Doch meiner Meinung nach brauchen wir Leute wie Merz dringend als Korrektiv, da sich die beiden groen Parteien in ihrer Staatsfixiertheit und Marktskepsis kaum noch voneinander unterscheiden. Leider glauben viele Brger, unser Wirtschaftssystem sei schuld daran, dass immer noch viele Menschen auf der Strae stehen und keine Arbeit finden. In Wahrheit hat der staatliche Einfluss der Wirtschaft in den vergangenen Jahren die Luft zum Atmen genommen.“
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