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Pressemitteilung

Datenschutzkonforme Apps programmieren und von der causa Apple lernen?

(PM) Potsdam, 28.03.2012 - Apple steht vor einem kleinen Politikwechsel in puncto Datenschutz. Wie Spiegel Online bereits am 16. Februar 2012 meldet, mssen iPhone-Apps, die private Adressbuchdaten von Benutzern abgreifen, knftig ausdrcklich um deren Einwilligung bitten. Nicht nur Apple, sondern zahlreiche IT-Unternehmen kennen nun ein verbindliches Handlungsregime im Umgang mit Apps; bemerkenswert ist jedoch, dass hier zumindest eine oberflchliche Einigkeit besteht; von Deutschland ber Europa bis hin zu den zwei US-Kongressabgeordneten Henry Waxman und G.K. Butterfield. ilex erklrt die Hintergrnde und die Auswirkungen auf den Softwaremarkt im Allgemeinen.

Was geschieht bei Apple?

Apple und das iPhone gelten als Meilensteine des Web 2.0. Die Verbindung von Design, Mobiltelefon und Internet gilt als unverkennbares Markenzeichen einer ganzen Handy-Generation. Ein wichtiger Bestandteil sind die sog. Apps. Das sind kleine Anwendungen, meist fr moderne Smartphones und Tablet-Computer, die i.d.R. ber einen vom jeweiligen Betriebssystem abhngigen Onlineshop bezogen werden.

Hierbei erfreuen sich die iPhone-Apps grter Beliebtheit. Doch gerade fr diese Apps wird Apple seit Jahren heftig kritisiert. Bislang htte es – so u.a. Spiegel Online – einige Apps gegeben, die persnliche Kontaktdaten ohne Nachfrage zur Weiterverarbeitung auf die eigenen Server laden und dort womglich jahrelang zu speichern.

Mittlerweile hat Apple hierauf reagiert. Zwar werden Apps, die private Adressbuchdaten von Benutzern abgreifen, nicht gnzlich verschwinden. Knftig werden sie aber nur noch dann mit den Entwickler-Richtlinien bereinstimmen, wenn sie hierfr die ausdrckliche Einwilligung der Benutzer abfragen.

Wie ist der Meinungsstand?

Prominente Wortmeldungen kamen vom Verbraucherzentrale Bundesverband und von der EU-Verbraucherschutzkommissarin Viviane Reding. Im Beitrag von Spiegel-Online heit es, dass Florian Glatzner, Referent fr Netzpolitik beim Verbraucherzentrale Bundesverband, verbindliche Regelungen fr alle Nutzerdaten verlangt; also auch fr Kalender, Notizen und andere persnliche Daten. Auch die EU-Verbraucherschutzkommissarin lsst durch ihren Sprecher Mathew Newman wissen, dass derartige Apps stets eine Einwilligung der Benutzer einholen mssten.

Bemerkenswertes geschah indes in den USA. Die Kongressabgeordneten Henry Waxman und G.K. Butterfield forderten den Apple-Chef Tim Cook auf, zu diesem Datenschutzproblem Stellung zu nehmen.

Welche allgemeinen Rckschlsse lassen sich ziehen?

Wer nun die Diskussion auf Apple verengt, irrt sich. Die – wenn auch oberflchliche – Einheit zwischen zahlreichen Aufsichtsstellen zeigt die Brisanz des Themas. Wer Apps als Marketinginstrument ernst nimmt, muss ein serises Unternehmen mit der Programmierung beauftragen. Die hiermit verbundenen Investitionskosten knnen erheblich sein; gerade fr mittelstndische Unternehmen. Daher wre die Programmierung einer App, die aus Datenschutzgrnden nicht verwendet werden darf, verschwendetes Geld.

Bei der Entwicklung von Apps sollte knftig folgendes proaktiv bedacht werden:

• Zugriff auf personenbezogene Daten – soweit kein gesetzlicher Erlaubnisgrund greift –
nur nach Einwilligung des Benutzers erheben, verarbeiten und/oder nutzen

• Keine Differenzierung zwischen Adress-, Geo-, Kalender- und/oder sonstigen Daten

• Einwilligung muss ausdrcklich und im Einzelfall erfolgen (Lsungsansatz: Benutzer kann individuell und fr jede App Ob und ggf. Ausma seiner Einwilligung neu bestimmen) Dieser proaktive Ansatz wird auch als privacy by design bezeichnet und kann in der hiesigen Debatte weiterhelfen.

Fazit

Die causa Apple zeigt eines: Neben Preis und Design ist die Wahrung der Vertraulichkeit zu einem wichtigen Entscheidungsfaktor fr Verbraucher geworden, wenn es um die Wahrnehmung von Dienstleistungen geht. Wenn Unternehmen als Apps benutzen wollen, mssen sie sich der Realitt stellen, das nur diejenigen Apps langfristigen Erfolg haben werden, die von Politik und Verbraucherverbnden mitgetragen werden. Wann diese Grenze berschritten ist, hat Apple nun der Welt gezeigt.
PRESSEKONTAKT
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Herr Dr. iur. Stephan Gärtner
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14469 Potsdam
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ZUM AUTOR
�BER DR. IUR. STEPHAN GRTNER

Dr. iur. Stephan Gärtner ist als Compliance-Manager bei der ilex Datenschutz GbR tätig. In dieser Funktion berät er mittelständische private und kommunale Unternehmen, kommunale Gebietskörperschaften und Behörden in ...
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