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Pressemitteilung

Datenschutz in der Arztpraxis

Darf der Arzt dem Patienten Röntgenbilder auf externen Speichermedien mitgeben?
(PM) Potsdam, 30.05.2012 - Zahnrzte, Radiologen oder spezialisierte Arztpraxen fr Prnataldiagnostik gehen “mit groen Schritten” dazu ber, ihren Patienten Rntgenbilder oder hnliche Untersuchungsergebnisse auf Speichermedien, wie USB-Sticks, CDs oder DVDs mitzugeben. Dieser Service ist gut gemeint, birgt aber u.U. groe Gefahren, die in erheblichen Bugeldern und Schadenersatzklagen mnden knnen. Dabei mssen die Arztpraxen nur die simple Regel beachten, hierfr nur eigene, fabrikneue oder gut kontrollierte Speichermedien zu verwenden. ilex erklrt die Hintergrnde und weist auch auf andere Gefahrenquellen in diesem Zusammenhang hin.

Der Vorfall, der zum Anlass dieses Beitrags wurde

Der Berliner Beauftragte fr Datenschutz und Informationsfreiheit erzhlt in seinem Jahresbericht 2011 auf Seite 104 die folgende Geschichte: "Ein Petent bergab uns einen USB-Stick, auf dem eine Zahnarztpraxis sein Rntgenbild gespeichert hatte. Nach der Speicherung erwies sich, dass das Gert mit einem Virus infiziert war."

Hierin sah die Berliner Aufsichtsbehrde – mit Recht – eine nicht unerhebliche Gefahrenquelle fr die Patientendaten. Der Virus htte sehr leicht die ungewollte Verffentlichung der Patientendaten oder zumindest Weitergabe an eine bestimmte Person verursachen knnen. In den falschen Hnden knnen Patientendaten erhebliche Nachteile verursachen. Nicht zuletzt erinnert hieran der Film Phidadelphia, den der US-amerikanische Filmregisseur Robert Jonathan Demme 1993 meisterhaft auf die Leinwand brachte.

Kleiner Leitfaden fr die Arztpraxis

Auch basierend auf den Forderungen der Berliner Aufsichtsbehrde empfiehlt sich der nachfolgende Leitfaden, der keinen Anspruch auf Vollstndigkeit erhebt und schon gar nicht die Prfung im Einzelfall ersetzt:

1. “Zur Speicherung von Rntgenbildern und anderen Patientendaten auerhalb des Praxissystems drfen nur eigene, fabrikneue oder gut kontrollierte Speichermedien verwendet werden” (Zitat aus dem Jahresbericht).

2. “Der Anschluss fremder USB-Gerte ist auszuschlieen.” (Zitat aus dem Jahresbericht).

3. Derartige Speichermedien drfen nur an die Patienten selber oder ausdrcklich fr diesen Fall bevollmchtigte Personen herausgegeben werden.

4. Gegenber Behrden drfen diese Medien nur bei ausdrcklicher gesetzlicher Grundlage oder freiwilliger und informierter Einwilligung herausgegeben werden

Fazit

Was als guter Service gemeint ist, kann dem Patienten durchaus schaden. Daher sollten Patientendaten dem Patienten nur dann auf USB-Sticks oder anderen Speichermedien herausgegeben werden, wenn diese absolut sicher sind. Der Verfasser ersparrt sich hierbei die – in diesem Fall doppeldeutige – Rede von der Gefahren von Viren!
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Herr Dr. iur. Stephan Gärtner
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