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Das Lazarus-Prinzip – Wie die Globalisierung dem Unternehmertum neues Leben einhaucht

(PM) , 16.01.2007 - Von Ansgar Lange Bonn/Wrzburg – Ein in den siebziger Jahren Todgesagter feiert frhliche Auferstehung: Der Unternehmen. Derzeit erleben wir die „Wiedergeburt des Unternehmers“, schreibt Norbert Berthold, der Volkswirtschaft an der Universitt Wrzburg www.uni-wuerzburg.de lehrt, in einem Beitrag fr das Handelsblatt www.handelsblatt.de. Der Grund: Die Globalisierung belohne nicht die komplexen groen Einheiten, sondern die kleineren, die risikofreudig, flexibel und innovativ sind. Der Wrzburger Professor fr Volkswirtschaftslehre vertritt die Meinung, dass wirtschaftliches Wachstum entgegen der landlufigen Meinung in erster Linie nicht auf Humankapital, Realkapital und technologischem Wissen basiert. Darauf habe der Nobelpreistrger Douglas North hingewiesen: „Was wirtschaftliches Wachstum wirklich treibt, erkennt man erst, wenn klar ist, was die Individuen dazu bringt, mehr zu arbeiten, verstrkt zu investieren und innovativer zu werden.“ Seit Mitte der neunziger Jahre haben die Vereinigten Staaten die EU-15 auch deshalb abgehngt, da die Arbeitsstundenproduktivitt in den USA schneller zunahm als in Europa. Vieles deute auch dahin, dass die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien „in der Flche weniger genutzt werden als in den USA“. Europa muss unternehmerischer werden, um den Anschluss zu halten, so Berthold. Hierzu knnten gerade die kleinen und mittleren Unternehmen einen wichtigen Beitrag leisten, da sie innovativer seien als die groen Einheiten, grere Risiken eingingen und schneller reagierten. „So gesehen erlebt die Welt die Schwchung komplexer Gebilde und die Wiedergeburt des unternehmerischen Handelns. Europa muss die Spielrume fr Unternehmer ausweiten, wenn es wirtschaftlich erfolgreicher sein will.“ Was macht den Unternehmer aus? Der privaten Unternehmer ist wichtig, um wirtschaftliche Freiheit in Wachstum umzusetzen. Er entwickelt stndig neue Produkte, Verfahren, Mrkte oder Organisationen. Er verlsst die ausgetretenen Pfade und ist offen fr das Ungewohnte. Sind Unternehmer erfolgreich, so der Autor, dann gestalten sie die Welt wirtschaftlich neu. Da berrascht es nicht, dass die amerikanischen konomen Candace Allen und Dwight Lee Unternehmer mit Helden verglichen. Mit der herrschenden Meinung hat dies aber nur wenig zu tun. Denn private Unternehmer galten laut Berthold bis Mitte der siebziger Jahre als aussterbende Spezies: „Fr viele waren sie tragische Figuren einer lngst versunkenen Welt. Die Meinung war weit verbreitet, groe managergefhrte Unternehmen seien die Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung“. Die damalige Utopie sah folgendermaen aus: Mit dem korporatistischen Modell sollte es Unternehmertum ohne private Unternehmer bei hohen Wachstum und hoher Beschftigung geben. Doch die Wirklichkeit sehe oft anders aus: „Korporatismus begnstigt Grounternehmen und deren Beschftigte zu Lasten Dritter. Lastesel ist zumeist der Sozialstaat.“ Die am strksten ausgebauten Sozialstaaten wie Belgien, die Niederlande, Dnemark oder Schweden weisen daher nicht ohne Grund die schwchsten unternehmerischen Aktivitten auf. Laut Berthold setzt die Globalisierung den zentralistischen Strukturen aber schon seit lngerem verstrkt zu. Korporatistische Systeme htten ihre Zukunft hinter sich: „Die Tyrannei der Gre neigt sich dem Ende zu. Dezentrale Strukturen gewinne an Boden, auch auf dem Felde des Unternehmertums. Kleine und mittlere Unternehmen sind eben nicht dem Untergang geweiht, Unternehmerpersnlichkeiten keine aussterbende Spezies. Sie sind wieder gesucht. Unternehmertum der Zukunft ist ohne private Unternehmer nicht mglich. Mit der Globalisierung erleben Unternehmergeist und kleine und mittlere Unternehmen auch in reichen Lndern eine Wiederauferstehung.“ „Den Bibelkundigen erinnert die These von der Wiedergeburt des Unternehmers an die Geschichte von Lazarus. In der heiligen Schrift erweckte Jesus Lazarus von den Toten, weil er Mitleid mit dem Toten und dessen Schwestern hatte. Selbstverstndlich war in den letzten 30 Jahren das freie Unternehmertum nie wirklich abgemeldet oder tot, doch der Staat setzte immer strker auf die groen Einheiten. Aber ohne das kreative Potenzial der Mittelstndler wre Deutschland schon lngst von der Landkarte der konomisch ernst zu nehmenden Lndern verschwunden. Mit dem Siegeszug der Dienstleistungssparte stellte sich zugleich der Erfolg vieler kleiner und mittlere Unternehmen ein, die eben oft nher beim Konsumenten und seinen ganz eigenen Wnschen sind“, besttigt Michael Mller, Geschftsfhrer der auf IT-Dienstleistungen spezialisierten a&o-Gruppe www.ao-services.de und Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelstndische Wirtschaft (BVMW) www.bvmwonline.de. Auch nach Einschtzung von Berthold sind kleinere Unternehmen, die klar im Trend lgen, besser in der Lage, die Nachfrage der Kunden zu befriedigen, da die Konsumenten mit steigendem Einkommen mehr differenzierte und weniger standardisierte Produkte nachfragten. Zudem gingen die Manager groer Unternehmen meist die extrem hohen Risiken nicht ein, die mit der Entwicklung bahnbrechender Innovationen verbunden seien. Der Harvard-konom Frederic Scherer habe darauf hingewiesen, dass die meisten wirklich wichtigen und zukunftsweisenden Innovationen von neuen und kleineren Unternehmen stammten. Allerdings macht es der Staat dem freien Unternehmertum nicht einfach, so das Resmee des Autors. Staat dem privaten Unternehmertum die ntige Freiheit zu geben, damit er neue Mrkte erschlieen und neue Produkte entwickeln knne, schnre er ihn ein wie in einem Korsett. Die Globalisierung wird die Staaten dazu zwingen, die Fesseln ein wenig zu lockern.
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