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Pressemitteilung

Finanzierung - Bei Leasingverträgen genau hinsehen

(PM) , 30.01.2009 - Bonn, 30. Januar 2009 - In Krisenzeiten sind Finanzierungen abseits der klassischen Darlehen der Kreditinstitute gefragt. Egal ob Fahrzeuge, Maschinen oder IT: Fr viele Unternehmen gewinnen jetzt Leasingvertrge zustzlich an Attraktivitt. Doch ein bereilter Abschluss von Leasingvertrgen ist gefhrlich. Bei Bilanzierung nach IFRS ergeben sich zum Teil fundamentale Unterschiede in der bilanziellen Zuordnung und Bewertung von Leasingobjekten im Vergleich zum HGB. Fr Unternehmen knnen finanzielle Nachteile entstehen.

Schon heute ist IFRS gegenwrtig. Perspektivisch werden viele Firmen, die aktuell nach HGB bilanzieren, eine IFRS-Umstellung in Erwgung ziehen. Auf viele Leasingnehmer kann dann in der Umstellungsphase der Bilanzierung eine berraschung warten. Der internationale Rechnungslegungsstandard IFRS beantwortet die bilanzielle Einordnung von Leasingvertrgen zum Teil abweichend zu den handelsrechtlichen Regelungen. Die bilanziellen Folgen auf Ergebnis und Eigenkapital des Unternehmens sind fr den Einzelfall zu ermitteln. So knnen sich aus einer von den HGB-Regeln abweichenden Zuordnung des Leasinggegenstandes zu dem Leasingnehmer fr diesen positive Eigenkapitaleffekte ergeben.

Die IFRS-Regelungen erffnen bei der bilanziellen Qualifikation von Leasingvertrgen einen breiten Ermessensspielraum. Grundstzlich gilt: Das Leasingobjekt wird in der Bilanz des wirtschaftlichen Eigentmers aktiviert. Ob nun der Leasinggeber oder der Leasingnehmer der Eigentmer ist, hngt von komplexen Bestimmungen ab, die im Einzelfall zu berprfen sind. "Das groe Ermessenspotential ist Chance und Risiko zugleich", betont DHPG-Wirtschaftsprfer Andreas Stamm. In manchen Fllen haben die Vertragsparteien ein faktisches Bilanzierungswahlrecht. Unternehmen sollten nicht nur die Preiskonditionen von Leasingvertrgen kritisch prfen. Es empfiehlt sich, alle vertraglichen Auswirkungen auf Eigenkapital und Ergebnis genau unter die Lupe zu nehmen. Eine vorausschauende Gestaltung von Neuvertrgen oder eine Nachbesserung von Altvertrgen zahlt sich dauerhaft aus.

Vorausschauend planen, dauerhaft profitieren
Der internationale Rechnungslegungsstandard IFRS erfordert von allen Unternehmen bei Leasingvertrgen noch mehr Weitblick. Einige Vertragskriterien haben gravierende Auswirkungen auf die bilanzielle Zuordnung von Leasingobjekten. Die DHPG-Berater empfehlen, folgende Punkte genau abzuwgen und argumentativ zu beeinflussen.

1. Spezialleasing? Wenn aufgrund der speziellen Beschaffenheit des Leasingobjektes ausschlielich der Leasingnehmer das Objekt nutzen kann, ist er auch wirtschaftlicher Eigentmer. Dies gilt fr die Beurteilung durch den Fiskus gleichermaen. Eine schlssige Beantwortung dieser Frage bietet ein enormes Argumentationspotential.

2. Eigentumsbertragung? Ein weiterer Indikator fr eine Zuordnung zum Leasingnehmer im Sinne der IFRS ist eine Eigentumsbertragung auf den Leasingnehmer am Ende der Laufzeit. Es ist z.B. zu beurteilen, ob es zum Vertragsbeginn hinreichend sicher erscheint, dass der Leasinggeber ein vereinbartes Andienungsrecht auch tatschlich ausbt. In gleicher Weise ist die Wahrscheinlichkeit der Ausbung von Mietverlngerungs- und Kaufoptionen des Leasingnehmers bereits zu Beginn des Leasingverhltnisses zu beurteilen. Grundlage hierfr ist ebenfalls die wirtschaftliche Betrachtungsweise.

3. Laufzeit- und Barwerttest? Auch wenn die vorgenannten Aspekte nicht sofort eine Zuordnung des Leasingobjektes zum Leasingnehmer gem IFRS erlauben, kann dieser Fall dennoch vorliegen. Ein wesentliches Merkmal stellt die Laufzeit von Leasingverhltnissen dar. Mageblich ist, inwieweit die Vertragslaufzeit den "berwiegenden Teil der erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer" des Vermgensgegenstandes umfasst. Zudem hat der Barwert der Mindestleasingzahlungen "im Wesentlichen mindestens" dem Zeitwert zu entsprechen. Entsprechende Diskussionen sind im Rahmen eines Laufzeit- und Barwerttests zu fhren.

- freie Verwendung bei Quellenangabe, 2 Belege erbeten -

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