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Pressemitteilung

Beluga-Strudel: Fallen Fondsanleger ins Wasser?

KWAG Rechtsanwälte berechnen drohende Verluste für Anleger
(PM) Bremen, 20.04.2011 - Bereits am 22. Mrz hat KWAG Rechtsanwlte in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass die Insolvenz der Beluga Chartering GmbH und der Beluga Shipping GmbH weitreichende Folgen fr die Anleger haben kann, die in Fonds mit Beluga-Schiffen investiert haben. „Jetzt haben wir fr viele Schiffe, die ehemals unter Beluga-Charter fuhren, ausgerechnet, was die gegenwrtigen Charterraten fr die Anleger bedeuten wrden, wenn sie bis zum Fondsende Bestand htten“, erklrt Jan-Henning Ahrens, Fachanwalt fr Bank- und Kapitalmarktrecht.

Den Berechnungen liegen 15 Mehrzweckfrachter mit 600 bis 700 TEU Containerkapazitt (TEU=20-Fu-Container) und bordeigenen Kranen zugrunde. Sie gehren berwiegend zu der E- und F-Serie der Belugaschiffe. Die Emissionshuser sind HCI, Ownership, Elbe Emissionshaus, Bluewater, Nordkontor, Oltmann und andere. Die gegenwrtigen Charterraten sind entweder konkret bekannt oder wurden aus Schifffahrtskreisen mitgeteilt.

Das Ergebnis der Berechnungen ist fr die Anleger mehr als deprimierend: Bei Fortbestehen der gegenwrtigen Charterraten bis zum Fondsende wrden die Anleger durchschnittlich 67 Prozent ihrer gezahlten Einlage zuzglich Agio verlieren. Die Schiffe fahren allerdings zum Teil in Mehrschiffsfonds, sodass eine Verlustkompensation innerhalb des Fonds mglich ist, wenn die Charterraten der anderen Schiffe dieser Fonds eine solche Kompensation ermglichen. Um diese Verluste zu vermeiden, mssten die Charterraten whrend der Restlaufzeiten der Fonds um durchschnittlich 19 Prozent hher sein, als sie gegenwrtig sind. Um die prospektierten Ausschttungen zu erreichen, mssten die Charterraten sogar um durchschnittlich 78 Prozent hher sein, als derzeit.

Doch damit noch nicht genug: Die Anleger mssen, um die verbleibenden 33 Prozent ihrer Einlage zu sichern, nach den Berechnungen zustzlich noch durchschnittlich 33 Prozent ihrer Einlage vorbergehend in bar in die Fonds einzahlen, um diese vor der Zahlungsunfhigkeit zu bewahren.

Die genannten Werte sind Durchschnittszahlen, sie sind von Schiffsfonds zu Schiffsfonds unterschiedlich, aber in keinem Fall positiv. Die geringste Verlustquote liegt bei 33 Prozent. Das bedeutet, dass ein Anleger, der 105.000 Euro investiert hat (inklusive 5 Prozent Agio), in diesem „gnstigen“ Fall etwa 70.000 Euro zurck erhlt. Im Durchschnitt werden aber nur 35.000 Euro zurckgezahlt.

„Interessierten Anlegern werden wir in den nchsten Tagen die einzelnen Daten fr jedes der untersuchten 15 Schiffe auf der Homepage der KWAG Rechtanwlte zugnglich machen“, so Ahrens.

Die durchgefhrten Berechnungen beruhen auf der Annahme, dass die Schiffe durchgngig zu der gegenwrtigen Charterrate beschftigt sind. Diese Beschftigung ist allerdings nicht sicher, da in der Hoffnung auf steigende Charterraten gegenwrtig eher kurzfristige Chartervertrge fr die Schiffe abgeschlossen werden, beispielsweise fr 6 Monate. Daraus kann sich durchaus die eine oder andere beschftigungslose Phase oder eine Beschftigung zu schlechteren Bedingungen ergeben.

Steuerliche Betrachtung

Der drohende Kapitalverlust wre unter der in den Konzepten vorgesehenen Tonnagebesteuerung zudem nicht einkommensteuerlich bercksichtigungsfhig. Anders als bei der „normalen“ Besteuerung – hier wird grundstzlich ber die Gesamtlaufzeit die Differenz aus Kapitaleinsatz und -rckflssen der Einkommensteuer unterworfen – ist bei der Tonnagebesteuerung im Gewinn-, aber auch im Verlustfall, der pauschale Tonnagegewinn zu erfassen.

Folgendes Beispiel verdeutlicht fr den Verlustfall die steuerlichen Unterschiede (Kapitaleinsatz 105,0 TEUR; Kapitalrckflsse 35,0 TEUR; Pauschaler Tonnagegewinn p. a. 100 Euro; Laufzeit 15 Jahre; effektiver Steuersatz 45 Prozent):

(1) Kapitaleinsatz 105,0 TEUR
(2) Kapitalrckflsse 35,0 TEUR
(3)=(2)-(1) Kapitalverlust -70,0 TEUR
(4) Steuerlich anzusetzen
a) Regelbesteuerung 70,0 TEUR
b) Tonnagebesteuerung +1,5 TEUR
(5)=(4)*45% Steuereffekt
a) Regelbesteuerung +31,5 TEUR
b) Tonnagebesteuerung -0,7 TEUR
(3)+(5) Ergebnis nach Steuern
a) Regelbesteuerung -38,5 TEUR
b) Tonnagebesteuerung 70,7 TEUR

Die Anleger knnen damit unter Tonnagebesteuerung keine Abmilderung des Kapitalverlustes durch einen Steuereffekt erwarten. Vielmehr sind – wenn auch in geringem Mae – Einkommensteuern zu entrichten, obwohl tatschlich ein Verlust erzielt worden ist.

Aktuelle Entwicklungen zu Beluga in der Facebook-Gruppe „Beluga Schiffsfonds - Informationen von und fr Anleger“:
www.facebook.com/home.php?sk=group_153048608087776.

Aktuelle Urteile und Nachrichten der KWAG auch unter twitter.com/KWAG_Recht sowie unter www.KWAG-Recht.de
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Herr Jan-Henning Ahrens
Lise-Meitner-Str. 2
28359 Bremen
+49-421-5209480
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ZUM AUTOR
�BER BER KWAG KANZLEI FR WIRTSCHAFTS- UND ANLAGERECHT AHRENS UND GIESCHEN - RECHTSANWLTE IN PARTNERSCHAFT

Die Bremer Rechtsanwälte Jan-Henning Ahrens und Jens-Peter Gieschen gründeten 2007 die KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht Ahrens und Gieschen - Rechtsanwälte in Partnerschaft mit Sitz in Bremen und Hamburg. Die ...
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