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Pressemitteilung

Beluga Chartering GmbH – um 10 Uhr 15 war die Stunde Null

Anleger müssen um ihr Kapital fürchten
(PM) Bremen, 16.03.2011 - Heute, am 16. Mrz 2011, um 10 Uhr 15 wurde beim Amtsgericht Bremen fr die Beluga Chartering GmbH ein Insolvenzantrag gestellt. Nach Informationen des Amtsgerichts Bremen liegt derzeit weder fr die Beluga Shipping GmbH noch fr die Beluga Fleet Management GmbH ein Insolvenzantrag vor.

Da die Beluga Shipping fr viele Beluga-Schiffe Patronatserklrungen bezglich der Charterratenzahlungen durch die Beluga Chartering GmbH abgegeben hat, besteht Grund zu der Annahme, dass die Insolvenz der Beluga Chartering GmbH nur der Anfang ist und die Insolvenz der Muttergesellschaft Beluga Shipping GmbH folgen knnte.

Die Ereignisse rund um die Beluga Reederei berschlagen sich immer weiter. Nachdem HCI, wie gestern bekannt wurde, 20 Schiffe bei Beluga abgezogen hat, stellt sich nunmehr die Frage, ob die Beluga Reederei berhaupt noch zu retten ist. Ohne Schiffe keine Einnahmen. Fr die tausenden Anleger, die ihr Geld in Schiffsfonds der Beluga Reederei investiert haben, knnte die nderung des Charterers zu empfindlichen Einbuen fhren.

Wie bereits im Beispiel der MS Flirtation exemplarisch dargestellt, wrde ein Wegfall des „Garantie-Charterers“ dazu fhren, dass das betreffende Schiff auf dem freien Markt verchartert werden msste. Diese Tatsache wrde sich unmittelbar auf die Performance des Schiffes auswirken, weil nur noch marktgngige Charterraten fr die Beschftigung des Schiffes eingenommen werden wrden. Aufgrund dessen wrde das gesamte Zahlenwerk des Fonds ins Wanken geraten. Bei der bereits benannten MS Flirtation ist ein Verlust von 82 Prozent des eingesetzten Eigenkapitals denkbar und nicht auszuschlieen.

Zur Verhinderung dieser Entwicklung und in Anbetracht bereits rckstndiger Charterraten fr einige seiner Fondschiffe hat das Hamburger Emissionshaus HCI gestern die Chartervertrge fr seine an die Beluga Chartering GmbH vercharterten Schiffe fristlos gekndigt und will sie anderweitig am Markt unterbringen. Wie die HCI Treuhand GmbH ihren Fondsanlegern mitteilt, befrchtet sie, dass die Patronatserklrung der Beluga Shipping GmbH nicht werthaltig ist. In weiteren Ausfhrungen an die Anleger beurteilt sie das Marktsegment fr Schwergutschiffe zwar aktuell schwcher, sieht aber noch ein akzeptables Ratenniveau als gegeben an. Das Schreiben enthlt auch einen Hinweis auf „vorgenommene Charterratenreduzierungen bei einigen Schiffen“.

Die Aussage „akzeptables Ratenniveau“ lsst anklingen, dass das derzeitige Charterratenniveau unter dem liegt, was mit der Beluga Chartering GmbH vereinbart war. Bei der Vercharterung der von Beluga abgezogenen Schiffe auf dem freien Markt kann das Ertragsniveau der Fonds, an denen Beluga-Schiffe beteiligt sind, ins Wanken geraten. Wie bereits am Beispiel des Schiffsfonds MS Beluga Flirtation von KWAG Rechtsanwlte dargestellt, wrden niedrigere Raten als die von Beluga Chartering zugesagten zu massiven Verlusten der Fonds fhren; Verluste bis zu 82 Prozent der Einlage sind nicht auszuschlieen.

Ungeachtet der Tatsache, dass das eingesetzte Kapital mglicherweise verloren geht bzw. stark geschmlert werden knnte, sind auch Ausschttungen an die Anleger derzeit kaum zu erwarten. Darber hinaus sind die Anleger in weiterer Hinsicht bezglich ihres Vermgens gefhrdet: Zunchst ist festzustellen, dass in nahezu allen Schiffsfonds sogenannte „gewinnunabhngige Ausschttungen“ verabredet werden. Das bedeutet, dass der Anleger bereits kurz nach Zeichnung der Beteiligung Teile seines eingesetzten Kapitals zurck bekommt, die allerdings nicht aus Gewinnen stammen, die mit dem Schiff erwirtschaftet sind. Es handelt sich vielmehr um Teilrckzahlungen des vom Anleger erbrachten Eigenkapitals. Da der Anleger jedoch mit seinem eingebrachten Kapital – zumindest bis zur Hhe der Hafteinlage – haften muss, steht zu erwarten, dass die von ihm zuvor vereinnahmten „Ausschttungen“ wieder an die Schiffsgesellschaft zurckgefhrt werden mssen. Das gilt umso mehr, wenn der Fonds in die Krise gert. Sptestens bei Insolvenz der Fondsgesellschaft wird der Anleger gem der Vorschriften der Paragrafen 171 ff HGB vom Insolvenzverwalter aufgefordert, das Haftkapital wieder aufzufllen. Ungeachtet der Tatsache, dass das eingesetzte Kapital mglicherweise verloren bzw. stark geschmlert werden wrde, erfolgen natrlich keine entsprechenden Ausschttungen.

KWAG begrt ausdrcklich die Aktivitten der Emissionshuser zum Schutz der Anleger. Gleichwohl ist KWAG der Auffassung, dass es durchaus sinnvoll wre, wenn auch die Interessen der Kleinanleger in einer solchen Interessengemeinschaft ausreichend bercksichtigt werden wrden. KWAG fordert daher die Aufnahme einer ausgewiesenen Spezialistenkanzlei fr Anlegerrechte in die Interessengemeinschaft.
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Die Bremer Rechtsanwälte Jan-Henning Ahrens und Jens-Peter Gieschen gründeten 2007 die KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht Ahrens und Gieschen - Rechtsanwälte in Partnerschaft mit Sitz in Bremen und Hamburg. Die ...
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