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Autoindustrie steigt in aufgeheizte Klima-Debatte ein – Hybrid ist nicht der Weisheit letzter Schluss

(PM) , 06.03.2007 - Von Ansgar Lange Bonn/Wolfsburg – In der aufgeheizten Klima-Debatte gehen jetzt auch die Vertreter der deutschen Automobilindustrie in die Offensive. Im Gesprch mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel www.spiegel.de fragte VW-Chef www.volkswagen.de Martin Winterkorn provokativ: „Sollen wir alle Trabi fahren?“ Die deutschen Hersteller seien keineswegs Bremser beim Umweltschutz. Winterkorn hlt die frheren EU-Plne fr abwegig, den CO2-Aussto fr alle Hersteller verbindlich auf 120 Gramm pro Kilometer festzulegen. Denn dann gbe es bald keine groen Autos mehr: „Profitieren wrden die Produzenten aus Italien und Frankreich, die fast nur noch Kleinwagen anbieten. Da betrieben einige knallharte Industriepolitik zu Lasten Deutschlands. Sollen wir uns dagegen nicht wehren?“ Der Manager, der ab 2002 die Marke Audi www.audi.de und seit dem 1. Januar 2007 den gesamten VW-Konzern fhrt, erinnert daran, dass man den „Vorsprung durch Technik bereits in den neunziger Jahren mit dem Audi duo prsentiert“ habe – dem ersten Hybrid-Serienfahrzeug der Welt. Aber damals sei der Markt offenbar dafr noch nicht reif gewesen. Bei aller Begeisterung msse man bedenken, dass sich der groe Run auf die Hybriden in Grenzen halte. Die Kunden htten nmlich lngst gemerkt, dass ein Hybridmotor zwar im Stadtverkehr Vorteile bringe, doch bei der Fahrt auf der Autobahn nicht. Der Hybrid knne eben nicht alle Probleme lsen, wie es interessierte Kreise, geschickte Marketingleute und nicht besonders faktenkundige Politiker gerne suggerieren: „Der Hybridantrieb kostet viel Geld, und die Kunden sind kaum bereit, so viel mehr fr ein Auto zu zahlen. Die Japaner haben einen Riesenvorteil. Der niedrigere Yen-Kurs verbilligt jedes Auto, das sie in Japan bauen, um 3.000 bis 4.000 Euro. Sie knnen in ihre Modelle entsprechend viele Extras einbauen, ohne den Preis zu erhhen.“ Uwe Rhrig, Inhaber des Hannoveraner Beratungsunternehmens International Car Concept (ICC) www.icconcept.de, hlt Winterkorns Argumentation fr nachvollziehbar: „Die Automobilhersteller bauen die Autos, die ihre Kunden gern fahren mchten. Und sie mssen das zu bezahlbaren Preisen tun. Zurzeit wird der Eindruck erweckt, als wrden die Deutschen fr mehr Umweltschutz deutlich hhere Pkw-Preise in Kauf nehmen. Wenn man sich an die Preisschlachten erinnert, die Ende des vergangenen Jahres wegen der Erhhung der Mehrwertsteuer in unseren Autohusern angezettelt wurden, kann man daran jedoch zweifeln. Auerdem sollten wir die Situation der heimischen Automobilindustrie nicht ganz auen vor lassen: Im Januar hatten wir schon ein krftiges Minus bei den Neuzulassungen. Und im Februar ging es noch einmal deutlich zurck. Mit rund 215.460 Neuzulassungen mussten wir ein Minus von fast 13 Prozent gegenber dem Vorjahr feststellen.“ Es sei kein vorgeschobenes Argument, wenn Industrievertreter angesichts der hitzigen Diskussion ber CO2 auf die zahlreichen Arbeitspltze aufmerksam machten, die mit der deutschen Autoindustrie zusammenhngen. Auerdem sei es auch falsch, den Herstellern pauschal Unttigkeit beim Thema Umweltschutz vorzuwerfen. Winterkorn warnt ebenfalls: „Die jetzt vorgesehenen Grenzwerte htten definitiv Arbeitspltze bedroht, vor allem in Deutschland. Die Europische Kommission war drauf und dran, die Zukunft einer ganzen Industrie zu gefhrden.“ Immerhin solle es nun eine Regelung geben, nach der der CO2-Aussto nicht fr jeden Hersteller, sondern fr jede Fahrzeugklasse festgelegt werde. VW werde sich dem Wettbewerb um die beste technische Lsung stellen. Die Reduzierung von Emissionen und Verbrauch bleibe eine zentrale Herausforderung fr den Wolfsburger Konzern. Winterkorn kndigte an, dass es bei jeder Modellreihe von VW ein Eco-Modell geben werde. Diese Modelle htten beispielsweise besonderes effiziente Motoren, Leichtlaufreifen sowie ein anders bersetztes Getriebe. Ziel sei es, mit ihrem niedrigen Verbrauch in ihrer Klasse fhrend zu sein. hnlich uerte sich auch Porsche-Chef www.porsche.de Wendelin Wiedeking gegenber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) www.faz.net. Wrden die 130 Gramm generell fr jeden Hersteller Pflicht, dann knnte Porsche die Produktion einstellen und die Werkstore schlieen. Deutsche Hersteller knnten dann hchstens Kleinwagen produzieren: „Die Trabi-Dominanz hatten wir doch schon einmal in einem Teil Deutschlands; der Sozialismus wrde dann auf unseren Straen wieder frhliche Urstnd feiern.“
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