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Aus alt mach neu

Bislang war Kunststoff-Recycling teuer und im Ergebnis oft unbefriedigend. Ein Fraunhofer-Verfahren kann Kunststoffe sauber trennen und aufbereiten.
(PM) Mnchen, 18.08.2009 - Mitarbeiter der POLYCYCLE, einem kurz vor der Grndung stehenden Spin-Off der Fraunhofer-Gesellschaft, planen jetzt die erste industrielle Anlage zur sortenreinen Wiederverwertung.

Beim Kunststoff-Recycling ist die Situation paradox: Wertvolle Materialien in Alt-Kunststoffen werden oft nicht wiederverwertet, sondern deponiert oder verbrannt. Nur ein Bruchteil der deutschen Alt-Kunststoffe landet in einem Recyclingkreislauf. Dabei entsteht Material, das nur fr minderwertige Produkte verwendet werden kann – der Fachmann spricht vom Downcycling. Bei gehobenen Reinheitsansprchen muss deshalb Neuware aus Erdl produziert werden. So ist sowohl unter Kosten- als auch Umweltschutzaspekten echtes Recycling wnschenswert. Den Durchbruch schafften jetzt Forscher am Fraunhofer-Institut fr Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising mit dem patentierten Creasolv-Verfahren.

Dabei werden Gemische von Kunststoffabfllen, wie sie beispielsweise in Wertstoffhfen anfallen, in Lsung gebracht. Die Abflle werden auf molekularer Ebene aufgetrennt und gereinigt. So lassen sich unerwnschte Additive, wie etwa veraltete bromhaltige Flammschutzmittel, zuverlssig entfernen. Die gereinigten und fraktionierten Molekle werden durch Ausfllen und Granulieren in den letzten Schritt einer klassischen Kunststoffsynthese gebracht. Im Ergebnis lst das Verfahren zwei zentrale Probleme: Sortenvielfalt und Schadstoffbelastung stehen einer Verwertung jetzt nicht lnger entgegen. Das Produkt erreicht die Spezifikationen der Neuware, und die Industrie kann es problemlos einsetzen und weiterverarbeiten. Die Machbarkeit konnte das IVV bereits in einer kleinen Pilotanlage demonstrieren.

Das Fraunhofer Venture-Team ist von der Wirtschaftlichkeit und der Innovationsleistung des Verfahrens berzeugt und hat entschieden, es im industriellen Mastab ber das Spin-Off POLYCYCLE an den Markt zu bringen. Die Mitarbeiter der Ausgrndung werden den Bau der Anlage koordinieren und sie anschlieend selbststndig betreiben; in Forschungsfragen wird das Unternehmen weiter eng mit dem IVV zusammenarbeiten. Seitens Fraunhofer Venture sind kurzfristig intensive Gesprche mit potenziellen Geldgebern geplant, mit dem Ziel, das fr die Investitionen bentigte Kapital in Hhe von mehreren Millionen Euro bereitzustellen.

Fr die Anlage ist zunchst ein monatlicher Aussto von mehreren hundert Tonnen sortenreiner Kunststoffe geplant. POLYCYCLE dringt damit in einen groen Markt vor: Allein in Deutschland werden im Jahr 18 Millionen Tonnen Kunststoffe produziert. Nur Bruchteile davon knnen derzeit mit herkmmlichen Recyclingmethoden sortenrein aufbereitet werden. Steigende Rohstoffpreise und schrfere Richtlinien der Europischen Union zu Recyclingquoten zeigen, dass POLYCYCLE realistische Aussichten auf groe Wachstumsraten hat. Die mit dem Creasolv-Verfahren gewonnenen Materialien sind gegenber Neuware deutlich kostengnstiger. Darber hinaus leisten die Unternehmer einen wichtigen Beitrag zu einer sauberen Umwelt und zur Schonung der Ressourcen.

Das Creasolv-Verfahren basiert auf einem sehr wirksamen Prinzip: Gemische von Kunststoffabfllen, wie sie beispielsweise in Wertstoffhfen anfallen, werden in Lsung gebracht. Die Abflle lassen sich so auf molekularer Ebene trennen und reinigen und unerwnschte Additive wie veraltete bromhaltige Flammschutzmittel zuverlssig entfernen. Die gereinigten und fraktionierten Molekle werden durch Ausfllen und Granulieren in den letzten Schritt einer klassischen Kunststoffsynthese gebracht.
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