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Arbeit macht arm – Wie der Sozialstaat den griechischen Dichter Hesiod widerlegt

(PM) , 03.04.2007 - Von Ansgar Lange Bonn/Hamburg – „Arbeit schndet nicht; die Trgheit aber entehrt uns“: Dieser Satz stammt von dem griechischen Dichter Hesiod, der um 700 vor Christus geboren wurde. Hesiod kannte noch nicht die Globalisierung und die Tcken des deutschen Sozialstaats. Sonst htte er sich vielleicht anders geuert. In seiner aktuellen Titelgeschichte geht das Magazin Der Spiegel www.spiegel.de der Frage nach, ob Arbeit arm macht und findet einige Belege fr diese auf den ersten Blick tollkhne These. Die wahre Unterschicht, so die Meinung des Hamburger Mediums, sind nicht etwa die mit relativ ppigen Sozialleistungen alimentierten Hartz-IV-Karrieristen. Es sind die abhngig Beschftigten, die zwar 40 Stunden in der Woche arbeiten, aber am Monatsende kaum mehr nach Hause bringen als ein Hartz-IV-Empfnger. In seinem Internet-Tagebuch www.hungerloehner.de informiert der gelernte Fleischer Matthias Rolle ber die Lage dieser gesellschaftlichen Schicht, die sich unter anderem fr einen gesetzlichen Mindestlohn blog.mindestlohn.de einsetzt. Der Spiegel bringt die komplizierte Situation auf die etwas schlichte Formel: „Einfache Arbeit ist nichts mehr wert, weil irgendwo auf der Welt immer noch billiger produziert werden kann. Und weil die Konsumenten kaufen, was billig ist.“ Nher an der Wirklichkeit ist aber wohl die Vermutung, dass der „vielfach fehlkonstruierte Sozialstaat“ germanischer Prgung „ausgerechnet den Arbeitnehmern die grten Opfer“ abverlangt. Eine Studie des Deutschen Instituts fr Wirtschaftsforschung (DIW) www.diw.de belegt, dass die so genannten Markteinkommen von Arbeitern und Angestellten in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sind. Sie zahlen mehr als andere Bevlkerungsgruppen in die sozialen Sicherungssysteme ein – „und schneiden finanziell oft schlechter ab als diejenigen, die von ihren Beitrgen leben“. „Whrend Rentner und Pensionre in den vergangenen zwei Jahrzehnten teils betrchtliche Zuwchse verbuchen konnten, stagniert die Einkommensposition der abhngig Beschftigten“, schreibt der Spiegel. In Deutschland gebe es einen „Teufelskreis zu Lasten von Jobs“. Das Hamburger Nachrichtenmagazin macht dafr beispielsweise das Fehlen flchendeckender Mindest- und Kombilhne verantwortlich. Auerdem beschwere der Staat den Faktor Arbeit mit Abgaben wie kaum ein anderes Industrieland, um den ausufernden Wohlfahrtsstaat am Leben zu halten. Und es kommt noch schlimmer: „Unter der narkotisierenden Wirkung gnstiger Konjunkturdaten hat die Groe Koalition die Arbeiten auf der Reformbaustelle Deutschland weitgehend eingestellt.“ Die gerade verabschiedete Gesundheitsreform fhrt zu einem weiteren Anstieg der Sozialbeitrge. Beim Umbau der Pflegeversicherung knnte hnliches drohen. Wer profitiert von diesem System? Die Autoren Michael Sauga, Mareke Aden, Jochen Brenner und Sebastian Matthes sind der Meinung, dass sich die verfgbaren Einkommen derjenigen, die von Sozialleistungen leben, in den vergangenen 20 Jahren oftmals gnstiger entwickelt haben als die Einknfte der Arbeitnehmer. Lange Zeit existierten grozgige Regelungen fr ltere Arbeitslose, und es gab einen vergleichsweise hohen Lohnersatz fr ostdeutsche Beschftigungslose. Und die realen Nettoeinknfte der Ruhestndler eilten den Lohneinkommen seit Jahren voraus. Insbesondere das Heer an Beamten lebt wie die Made im Speck. Die Versorgung der „Staatsdiener“ ist „nach jenen kostspieligen Regeln organisiert, die Preuenknig Friedrich der Groe einst erdachte“. „Whrend die Haushaltseinkommen durchschnittlicher Arbeitnehmer in den vergangenen 20 Jahren nur um ganze 3.300 Euro pro Kopf stiegen, legten die Einknfte von Pensionrsfamilien um 7.500 Euro zu“, so der Spiegel. Und die Rechnung geht wie blich an die Arbeitnehmer. Wenn die abhngig Beschftigten in Deutschland zum „pathologischen Fall“ geworden sind, wie der Spiegel schreibt, dann kann dies keinen kalt lassen. „Weder die Globalisierung noch die teilweise in der Tat zu hohen Managergehlter sind unser Zentralproblem“, sagt Michael Mller, Geschftsfhrer der auf IT-Dienstleistungen spezialiserten a&o-Gruppe www.ao-services.de und Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelstndische Wirtschaft (BVMW) www.bvmwonline.de. „Deutschland krankt daran, dass die verheerenden Wirkungen vermeintlicher sozialer Wohltaten oft nicht bedacht werden. Die Zahl der Steuerzahler, die das alles finanzieren, wird immer kleiner. Die Zahl der Leistungsempfnger und der Wohlfahrts-Brokraten wchst hingegen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.“ Das vom Staat genhrte Bedrfnis nach Sicherheit schnre die Eigeninitiative ab. Mller verweist auf einen Satz aus dem neuen Buch des Handelsblatt-Chefredakteurs Bernd Ziesemer: „Deutschland brauchte weniger Beamte und mehr Spekulanten, damit es dem Land besser ginge als bisher, knnte man provozierend sagen.“ Auerdem sei mehr konomisches Denken gefragt. „Und genau hier liegt der Spiegel in meinen Augen daneben. Mit der Einfhrung flchendeckender Mindestlhne knnen wir den Umstand nicht beseitigen, dass zurzeit manche abhngig Beschftigte in der Tat arm dran sind. Die Einfhrung des berhmte Bierdeckels von Friedrich Merz bewirkte wahrscheinlich mehr Positives als alle gut gemeinten kleinteiligen Reformen zusammen“ so Mller. Doch davon ist die Bundesregierung weit entfernt: Das neue Elterngeld hat reine Giekannen-Funktion, der Hartz-IV-Regelsatz in Ostdeutschland wurde sogar noch angehoben, das Ziel, die Lohnnebenkosten dauerhaft zu senken, wurde verfehlt. Und den Mut zu einer tief greifenden Arbeitsmarktreform traut den Grokoalitionren schon gar keiner mehr zu.
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