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Aprilscherz oder besonderes Osterei? – Der Deutsche Lotto- und Toto-Block wird ethisch

(PM) , 13.04.2007 - Bonn/Stuttgart – Der Deutsche Lotto- und Toto-Block (DLTB) www.dltb.de greift nun zu vllig neuen Waffen im Kampf um die moralische Deutungshoheit beim Thema Glcksspiel. Vor kurzem hat sich ein so genannter Ethik-Beirat des DLTB in Nrnberg konstituiert. Mitglieder dieses Kreises sind alte Bekannte aus der Politik: die SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt, die vormalige Sozialministerin Bayerns und Landtagsvizeprsidentin (CSU) Barbara Stamm sowie der Prsident des Deutschen Roten Kreuzes, Bundesminister a. D. Rudolf Seiters (CDU). „Wir freuen uns, mit Renate Schmidt, Barbara Stamm und Dr. Rudolf Seiters drei Persnlichkeiten des ffentlichen Lebens gewonnen zu haben, die uns mit ihrer Erfahrung und Fachkompetenz untersttzen. Dadurch knnen wir unserer Verantwortung dem Spielteilnehmer und dem Gemeinwohl gegenber noch besser nachkommen“, erklrte Dr. Friedhelm Repnik, Geschftsfhrer der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Wrttemberg und Federfhrer des DLTB. Auf die Frage des Online-Magazins NeueNachricht www.neue-nachricht.de, wie die Beratung denn konkret aussehen solle, antwortete die Pressestelle des DLTB sehr allgemein: „Die Mitglieder des Ethik-Beirates werden ihr Fachwissen und Ihre Erfahrungen bei der Frage einbringen, welche Manahmen Lotto zustzlich ergreifen kann, um einen effektiven Spielerschutz zu leisten und welcher ethische Standard an das Glckspiel anzulegen ist. Dazu gehren z.B. die Abstimmung der Prventionsmanahmen auf Bund- und Lnderebene sowie die Beratung bei der Ausrichtung des Spielangebots und der Werbung an den ordnungspolitischen Zielen. Besonders gilt es, das Verstndnis dafr herzustellen, dass Glcksspiele keine Gter des tglichen Gebrauchs sind, sondern mit teilweise noch unterschtzten Gefahren verbunden sind.“ Da in der Vergangenheit das Thema Glcksspiel zunehmend in politischer und verfassungsrechtlicher Hinsicht diskutiert worden sei, sei es dem DLTB „ein besonderes Anliegen, auch auf die Suchtgefahren des Glcksspiels hinzuweisen und die ethischen Fragen des Glcksspiels zu thematisieren“. Und auf die Frage, welche spezielle Qualifikation die Beirats-Mitglieder mitbrchten, um kompetent ber das Geschehen im Glcksspielmarkt zu urteilen, lautete die Antwort, dass die drei Personen „ein besonderes Ansehen hinsichtlich Suchtprvention, Suchtbekmpfung und sozialer Frsorge genieen. Sie htten sich seit „jeher“ in gesellschaftspolitischen Angelegenheiten engagiert und wssten um die Verantwortung des Staates fr den Einzelnen und auch den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Kosten entstehen nach Angaben des DLTB angeblich nicht: „Die Ttigkeit der drei Mitglieder fr den Ethik-Beirat ist ehrenamtliches Engagement. Es freut uns besonders, dass wir diese drei herausragenden Persnlichkeiten fr dieses Amt gewonnen haben, da sie eine ganze Reihe von anderen gesellschaftlichen Verpflichtungen haben. Es erfolgt keine Vergtung. Allein Aufwendungen im blichen Rahmen werden erstattet und vom Deutschen Lotto- und Totoblock getragen.“ Die Fachwelt kommentiert die ethischen Anwandlungen des DTLB mit Kopfschtteln. „Genial, einfach genial! Monatelang schwang das Damoklesschwert ber ihren Huptern. Wieder und wieder suchten die Lotto-Toto-Chefs nach dem einzig wahren Ausweg. Wie, um alles in der Welt, konnte man den eurokratischen Typen entkommen? Wie konnte es gelingen, das hchst gefhrdete Staatsmonopol noch zu retten? Himmel nein, es sah schlecht aus fr die Heerscharen jener, die nur das Beste fr das Allgemeinwohl wollten und wollen. Und kam, um alles noch zu verschlimmbessern, nicht auch noch das Bundesverfassungsgericht daher und streute Salz in die eh offene Wunde?“, so Thietmar Hambach, bis 2004 Aktuell-Chef beim Norddeutschen Rundfunk und seit Bestehen Gastkommentator der Betting-Law-News von Hambach & Hambach Rechtsanwlte www.ra-hambach.com. „Aber siehe, es kam das Fest der Auferstehung. Der Osterhase hatte sein Ei abgelegt“, so der Autor. „Zur Oster-Zeit ward es gefunden. Es war das Ei des Kolumbus. Noch am selben Tag wurde es aufgeschlagen. Und was lag da vor den ber und ber Glcklichen des Deutschen Lotto- und Totoblocks? Nicht einfach nur ein Rat, nein ein echter Rat, ein richtiger, also ein Ethikrat, exakt: ein Ethikbeirat. Also wirklich, darauf wre ohne die Klugheit des Osterhasen niemand gekommen. Nun braucht sich der DLTB nicht mehr selbst im Kampf um einen effektiven und nachhaltigen Spielerschutz aufzureiben, nun hat der Block massivste Untersttzung. Und wer ist dafr besser geeignet als Politiker? Richtige Antwort: ehemalige Politiker.“ Die Exministerinnen Renate Schmidt und Barbara Stamm und der Exminister Rudolf Seiters sollten eigentlich jetzt das tun, was sie frher auch taten: „ganz doll richtig ernst und vielschichtig beraten“. „Aber: Weil - so ist die Logik aller Beirte - allein die Tatsache der Berufung eines Beirates zhlt und nicht das Ergebnis seiner Beratungen, gilt, dass die drei ihr Ziel bereits erreicht haben. Ganz bestimmt! Ehe sie angefangen haben ist bereits alles erledigt. So reicht es auch vllig aus, dass der Deutsche Lotto- und Totoblock dem Bundesverfassungsgericht ein Foto mit Bildunterschrift von der Berufungsfeier schickt und der Europischen Kommission davon eine Kopie. Damit wissen dann alle, dass das deutsche Glckspielmonopol in besten Hnden ist und deutsche Glckspieler nur noch ethisch zocken. Genial, einfach genial“, meint Hambach. Private Anbieter von Wetten halten das Ganze fr eine „Farce“. „Wenn der Ethik-Beirat am 1. April und nicht am 3. April gegrndet worden wre, htte ich dafr ja noch Verstndnis gehabt. Dann wre es ein mehr oder weniger gelungener Aprilscherz gewesen. Doch der ehemalige Minister Repnik und seine ehemaligen Politikerkollegen im Beirat meinen es wohl bitter ernst. Doch ernst nehmen sollte man das Ganze nicht, denn ein Beirat allein bekmpft noch nicht die Spielsucht. Das ist nur ein Ablenkungsmanver des Staates, der beim Thema Wetten und Glcksspiel in die Defensive geraten ist“, sagte Helmut Srtenich, Vorstand des Dsseldorfer Sportwettenanbieters Stratega-Ost www.stratega-ost.de.
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