VOLLTEXTSUCHE
News, 26.09.2011
ifo-Geschäftsklima
Deutsche Wirtschaft zunehmend pessimistisch
Das ifo-Geschäftsklima in der deutschen Wirtschaft hat sich im September weiter abgekühlt. Danach bewerten deutsche Firmen die weiteren Geschäftsaussichten so schlecht wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr.
Vor allem die deutsche Industrie bewertet die Geschäftsaussichten deutlich schlechter als bislang.
Vor allem die deutsche Industrie bewertet die Geschäftsaussichten deutlich schlechter als bislang.
Die Zeichen in der deutschen Wirtschaft stehen klar auf Abschwung. Wie das Münchener ifo-Institut am Montag mitteilte, ist der ifo-Geschäftsklimaindex, der die Lage und Geschäftserwartungen der deutschen Wirtschaft monatlich erfasst, im September den dritten Monat in Folge gesunken. Danach notiert der ifo-Konjunkturindex mit einem Stand von aktuell 107,5 Punkten zwar noch über dem Niveau von Juni 2010 (106,4 Punkte). Die Geschäftsprognosen deutscher Unternehmen zeigen aber immer mehr nach unten: Mit einem Rückgang auf 98,0 Punkte fiel hier Teilindikator auf den tiefsten Stand seit Juli 2009 (106,0 Punkte). Dass des ifo-Index trotz des Zwei-Jahrestiefs bei den Geschäftserwartungen nicht stärker nachgab, liegt an der noch immer guten aktuellen wirtschaftlichen Lage der Betriebe, die im September mit 117,9 Punkten nach wie vor auf hohem Niveau bewertet wird, wie der Vergleich mit dem entsprechenden Indikatorstand zu Beginn des Jahres zeigt (Januar: 117,4 Punkte). „Die weiterhin gute Lage der Unternehmen zeigt, dass sich die deutsche Konjunktur bislang von den politischen Turbulenzen abkoppeln konnte", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Am stärksten trübte sich die Stimmung im September im Verarbeitenden Gewerbe ein, wo der Ifo-Geschäftsklimaindex um 4,9 auf 10,6 Punkte nachgab. Das ist der tiefste Stand seit Juni 2010 (10,3 Punkte). Grund für die erneute Klimaverschlechterung sind insbesondere weiter rückläufige Geschäftserwartungen der deutschen Industriebetriebe, die ihre Geschäftsaussichten im kommenden Halbjahr aktuell so schlecht bewerten wie seit Mitte 2009 nicht mehr. Besonders skeptisch blickt die Industrie auf die Entwicklung der Exporte. Hier gingen die befragten Firmen Sinn zufolge kaum noch von Impulsen aus. Die aktuelle wirtschaftliche Lage im Verarbeitenden Gewerbe wird zwar nach wie vor von den Betrieben überwiegend noch als gut bewertet. Auch hier fällt allerdings Urteil mittlerweile deutlich schlechter aus als in den sieben Monaten zuvor.

Im Bauhauptgewerbe ging der ifo-Indikator ebenfalls nach unten (-3,4 auf -9,9 Punkte), wenngleich der Rückgang hier allein verschlechterten Geschäftsprognosen geschuldet war, während die aktuelle Lage von den deutschen Baubetrieben nach einer deutlichen Eintrübung im August gegenwärtig wieder etwas günstiger bewertet wird als im August. Im Groß- und Einzelhandel zog der ifo-Index dagegen deutlich an. Die stärkste Stimmungsaufhellung verzeichnete das ifo-Institut im Großhandel, wo der Index um 6,0 auf 13,1 Punkte nach oben schnellte, demnach die Handelsunternehmen sowohl ihre aktuelle Lage als auch die weitere Geschäftsentwicklung wieder deutlich besser bewerten als im August, als der ifo-Index auf 7,1 Punkte eingebrochen war (Juli: 17,1 Punkte). Auch im Einzelhandel hellte sich die Stimmung  deutlich auf (+1,4 auf 2,9 Punkte). Grund für den Stimmungsaufschwung sind auch hier verbesserte Geschäftsaussichten, gestützt durch unverändert günstige Bewertungen der Einzelhändler zur aktuellen Lage.

Am besten stellt sich die Lage aktuell im Dienstleistungsgewerbe dar, das im September mit 16,5 Punkten den höchsten ifo-Indexwert ausweist. Auch hier zeigt sich inzwischen allerdings ein klarer Abwärtstrend: Im August war der Indikator noch bei 19,7 Punkten und im Juli bei 26,5 Punkten gelegen. Wie die ifo-Befragung aufzeigt, fallen die Urteile der Dienstleister zur aktuellen Geschäftslage zwar unverändert äußerst positiv aus. Die weitere Geschäftsentwicklung im kommenden Halbjahr betreffend gab der Indikator aber im September weiter deutlich nach und notiert mit aktuell 3,0 Punkten auf dem niedrigsten Niveau seit Juli 2009 (1,0 Punkte). Zum Vergleich: Im Februar dieses Jahres hatte die ifo-Erhebung zu den Geschäftserwartungen im Dienstleistungssektor noch einen Indikatorwert von 31,0 Punkten ausgewiesen.
WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
Erfolgsfaktor Datensicherheit und Datenschutz
Gleich wie gut ein Unternehmen technologisch gegen Cyberkriminalität abgesichert ist: Die letzte ... mehr

SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG