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News, 21.05.2012
Zins-Cockpit
Erheblich weniger Neukredite im Mittelstand
Laut einer aktuellen Studie hat sich das Vergabevolumen von Betriebsmittelkrediten an den deutschen Mittelstand im ersten Quartal 2012 um mehr als Hälfte reduziert. Zugleich erfuhr der Mittelstand durch überhöhte Zinsen eine Mehrbelastung von fast einer Milliarde Euro.
Im ersten Quartal ist das Volumen an neu vergebenen Betriebsmittelkrediten im Vergleich zum Vorquartal um 4,6 Milliarden Euro gesunken.
Im ersten Quartal ist das Volumen an neu vergebenen Betriebsmittelkrediten im Vergleich zum Vorquartal um 4,6 Milliarden Euro gesunken.
Trotz einer Billionen-Euro-Spritze der Europäischen Zentralbank (EZB) ist der mittelständische Kreditmarkt nur knapp einem Zusammenbruch entgangen, berichtet die Unternehmensberatung Schulz & Partner. Danach brach die Neuvergabe an Betriebsmittelkrediten im ersten Quartal von 7,0 Milliarden Euro im Vorquartal auf 2,6 Milliarden Euro ein. Das geht aus der Dauerstudie „Zins-Cockpit“ von Schulz & Partner hervor, in deren Rahmen die Münchener Unternehmensberatung quartalsweise auf Basis der monatlichen Erhebungen der Deutschen Bundesbank sowie der Meldungen von etwa 200 Kreditinstituten einen deutschlandweiten Referenzzins für Betriebsmittel- und Investitionskredite ermittelt. „Mit der EZB-Geldspritze konnte der Kreditmarkt im März bei 3,8 Mrd. € stabilisiert werden. Der Kreditmarkt bleibt aber weiterhin instabil und extrem nervös“, so Schulz & Partner.

Belastung durch unfaire Kreditkonditionen stark gestiegen

Wie die Studie aufzeigt, lag der durchschnittliche Zinssatz für Betriebsmittelkredite und Investitionsdarlehen im ersten Quartal bei 3,00 bis 3,70 Prozent per annum. Die Top-Zinsen (bei guter Unternehmensbonität und/oder guter Besicherung des Kredits) bewegten sich laut Schulz & Partner im April zwischen 1,68 und 2,30 Prozent.  

Die Zinsen für neue Betriebsmittelkredite betrugen im Durchschnitt  nur noch 2,97 Prozent p.a., nach 3,70 Prozent im Vorquartal. Das war der niedrigste Wert seit Februar 2011. Bei Bestandskrediten lag der Zinssatz im Schnitt bei 3,64 Prozent und damit 0,67 Prozentpunkte über dem Niveau von Neukrediten. Im Vorquartal hatte der Zinsunterschied zwischen Neu- und Altkrediten nur 0,3 Prozentpunkte betragen.

Schulz und Partner zufolge verzeichnete der deutsche Mittelstand  im ersten Quartal allein bei Betriebsmittelkrediten durch überhöhte Zinsen eine Mehrbelastung von gut 945 Millionen Euro. Damit hat sich der in der Studie ermittelte sogenannte „Zinsschaden“ auf Quartalssicht mehr als verdoppelt (4. Quartal: 400 Mio. Euro).

Der Zinssatz für Investitionskredite verringerte sich im ersten Quartal um 0,30 Prozentpunkte auf durchschnittlich 3,61 Prozent p.a.. Bessere Bedingungen zur Finanzierung von Investitionen gab es in Deutschland Schulz & Partner zufolge zuletzt im Jahr 2010.
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