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News, 03.05.2011
Zeitarbeit-Studie
Wenig Bedarf an Leiharbeitern aus dem Osten
Entgegen aller Unkenrufe dürfte die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktess für Leiharbeiter aus dem Osten zu keinem nennenswerten Anstieg der Zeitarbeit in Deutschland führen, zeigt eine aktuelle Studie.
Nur jedes siebte deutsche Unternehmen, das Leiharbeiter nutzt, tut dies laut Studie aus Kostengründen.
Nur jedes siebte deutsche Unternehmen, das Leiharbeiter nutzt, tut dies laut Studie aus Kostengründen.

Mit dem Konjunkturaufschwung im letzten Jahr boomte auch die Zeitarbeit. Bis spätestens 2013 wird mit einer Million Zeitarbeitnehmer in Deutschland gerechnet, plus minus 10 Prozent. Danach dürfte keine wesentliche Steigerung mehr stattfinden. Das bestätigt auch eine Marktforschungsstudie, die der  Düsseldorfer Personaldienstleister GESS in diesem Frühjahr durchgeführt hat. Befragt wurden dafür bundesweit Firmen, die das Instrument Zeitarbeit nutzen. 80 Prozent der Unternehmen gehen danach davon aus, dass der Anteil der Zeitarbeitnehmer bei ihnen künftig stagnieren wird, 20 Prozent rechnen sogar mit einem Rückgang.

Bei dem in den Medien und von Gewerkschaftsseite heiß diskutierten Thema der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Beschäftigte aus den EU-Ländern in Osteuropa, die zum 1. Mai wirksam wurde, zeigen sich die Unternehmen in der Umfrage eher gelassen. 54 Prozent der Arbeitgeber erwarten keine nennenswerten Veränderungen gegenüber dem bisherigen Zustand. Für 28 Prozent ist der Einsatz osteuropäischer Zeitarbeiter in der jeweiligen Branche bzw. Region gar nicht von Interesse.

Dem Vorteil des größeren Bewerberpools steht häufig die Angst vor kulturellen und sprachlichen Barrieren gegenüber. Osteuropäische Arbeitnehmer – so die Mehrheitsmeinung der Befragten – müssen genau dieselben Anforderungen erfüllen wie ihre deutschen Kollegen. Dies bedeutet in erster Linie gute Deutschkenntnisse und eine mit deutschen Standards vergleichbare fachliche Qualifikation. Dass sich die Auswahl durch ein größeres Angebot an Bewerbern aus dem Ausland verbessern würde, davon gehen nur drei Prozent der Firmen aus. Und um Einsparungen scheint es den Unternehmen auch nicht zu gehen. Denn nur für ebenfalls drei Prozent der Befragten wäre ein geringerer Stundenlohn das ausschlaggebende Kriterium, um einen Zeitarbeitnehmer aus dem Osten über einen Personaldienstleister einzustellen.

„Veränderungen im Rahmen der Arbeitnehmerfreizügigkeit erwarten Unternehmen nur in einzelnen Bereichen, zum Beispiel im gewerblichen Sektor“, so Dr. Axel von Zimmermann, Geschäftsführender Gesellschafter der GESS & Partner GmbH. Dem entspricht auch die generelle Einordnung der Zeitarbeit in die Personalstrategie. Denn eingesetzt werden die entliehenen Mitarbeiter von den Firmen vor allem, um einen kurzfristigen Ausgleich von Engpässen im Kerngeschäft zu ermöglichen (83%).

40 Prozent der Unternehmen fordern allerdings auch Fachkräfte für zeitlich begrenzte Projekte bei ihren Personaldienstleistern an. Auch planen 59 Prozent der Firmen, die sich aktuell des Instruments der Zeitarbeit bedienen, künftig die Einstellung höher qualifizierter Leiharbeiter. „Hier sind insbesondere Experten in der Informationstechnik und im Engineering sehr gefragt, aber auch im kaufmännischen Bereich“, stellt Dr. von Zimmermann fest. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Lediglich 15 Prozent der befragten Unternehmen setzen Zeitarbeitnehmer ein, um Personalkosten zu sparen.

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