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News, 17.07.2018
Weiter viel zu wenig Kindergartenplätze
Zahl von Kita-Plätzen hinkt Bedarf weit hinterher
Obwohl die Deutschen in den letzten 10 Jahren wieder deutlich mehr Kinder bekommen haben, liegt Deutschland bei den Geburtenzahlen im EU-Vergleich nach wie vor nur im Mittelfeld. Woran es hakt ist vor allem die weiterhin unzureichende Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hauptbaustelle hier ist das Fehlen von gut 250.000 Kita-Plätzen.
Das viel zu geringe Angebot an Kita-Plätzen erschwert in Deutschland weiterhin vielen Mütter die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Das viel zu geringe Angebot an Kita-Plätzen erschwert in Deutschland weiterhin vielen Mütter die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge erblickten im Jahr 2017 in Deutschland 785.000 Kinder das Licht der Welt. Das waren ein Prozent weniger als im Vorjahr, aber 15 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln in einer aktuellen Studie ermittelt hat, ist der starke Anstieg zwischen den Jahren 2006 bis 2016 vor allem darauf zurückzuführen, dass Frauen im gebärfähigen Alter wieder mehr Kinder bekommen. Rund 72 Prozent des Anstiegs der Geburtenzahl in Deutschland sind der Studie zufolge diesem Umstand zuzurechnen. „Etwa 25 Prozent gehen dagegen auf die gestiegene Zahl der Frauen in diesem Alter zurück, was vor allem an der demografischen Entwicklung liegt“, so Dr. Wido Geis, IW-Senior Economist für Familienpolitik.

Trotz deutlich gestiegener Geburtenzahl: Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland bei den Geburten je Frau im gebärfähigen Alter weiterhin deutlich hinterher. Im EU-Länderranking liegt hier Deutschland nach wie vor lediglich im Mittelfeld. „Gelingt es, die Rahmenbedingungen für Familien weiter zu verbessern, könnten die Geburtenzahlen aber wieder steigen“, so Geis. „Das wäre der einzige Weg, um die Bevölkerungsentwicklung nachhaltig zu stabilisieren und den negativen Folgen des demografischen Wandels für Wirtschaft und Gesellschaft effektiv entgegenzuwirken.“

Allein weit über 100.000 fehlende U-3-Betreuungsplätze

Eine Hauptbaustelle ist unter anderem ein unzureichendes Angebot an Kita-Plätzen für unter Dreijährige. Legt man hier bei der Betrachtung der vergangenen drei Jahre die Geburtenzahl der Jahre 2005 bis 2007 und das Betreuungsangebot in diesem Zeitraum zugrunde, fehlen in Deutschland aufgrund der höheren Geburtenzahl der Jahre 2015 bis 2017 insgesamt rund 117.000 U-3-Betreuungsplätze, um den tatsächlichen Bedarf zu decken. „Allein um die aktuelle Betreuungsquote von 33 Prozent zu erreichen, sind 82.000 zusätzliche Plätze nötig“m so Geis. „Erreichen die Kinder dann das Alter von drei bis fünf Jahren, liegt der Mehrbedarf sogar bei rund 257.000 Kindergartenplätzen.“

cs/IW; Bild: Esi Grünhagen / pixabay; Lizenz: CC0 Creative Common

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