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News, 18.09.2018
Kein Vertrauen in Digitalkonzerne
Wunsch nach stärkerer Regulierung von Google, Facebook, Amazon & Co.
Die Ignoranz von Datenschutzgesetzen, fehlende Transparenz und zunehmend marktbeherrschende Rolle von Google, Facebook, Amazon & Co. lässt den Ruf nach einer stärkeren Regulierung der globalen E-Commerce- und Internetgiganten bei den Deutschen immer laut werden, zeigt eine Umfrage.
Die Kehrseite der Digitalisierung: Internetnutzer und Bürger werden immer gläserner.
Die Kehrseite der Digitalisierung: Internetnutzer und Bürger werden immer gläserner.

Globale Big Player wie Google, Facebook und Amazon sind die großen Treiber der Digitalisierung und haben enormen Einfluss auf unsere Gesellschaft. Doch: 80 Prozent der Deutschen haben derzeit wenig oder gar kein Vertrauen in die großen Digitalkonzerne. Insbesondere junge Menschen vertrauen den digitalen Big Ships immer weniger (81 Prozent). 79 Prozent der Deutschen sind daher der festen Überzeugung, dass Google, Facebook & Co. in Zukunft stärker reguliert werden sollten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Civey im Auftrag der NEXT Conference 2018 unter mehr als 5.000 Internetnutzern in Deutschland.

Der Umfrage nach sehen sich die meisten Deutschen bezogen auf das Einbremsen der Internetgiganten allerdings auch selbst in der Pflicht: Mehr als drei Viertel (79 Prozent) fordern, dass Kunden ihre Macht gegenüber den führenden Digital-Unternehmen stärker nutzen und im Zweifel zu einem der kleineren Wettbewerber wechseln sollten. In der täglichen Praxis wird von dieser Möglichkeit jedoch bislang nur bedingt Gebrauch gemacht. Vor allem die eigene Bequemlichkeit hindert die Deutschen noch immer daran, andere Anbieter als Google, Facebook oder Amazon zu nutzen (27,1 %). Zweithäufigstes Hemmnis ist die marktbeherrschende Stellung der Internetgiganten („kenne keine anderen Anbieter“: 13,8 %), fast gleichauf gefolgt vom Fehlen von gleichwertiger Alternativen („andere Anbieter schlechter: 12,7 %). Immerhin mehr als jeder vierte Befragte (28,4 %) sieht auch keine Notwendigkeit, Google, Facebook, Amazon & Co. den Rücken zu kehren.

Zwischen Datenskandal und Hatespeech: Digitalwirtschaft in der Vertrauenskrise

Spätestens seit dem Datenmissbrauch von Cambridge Analytica steht nicht nur Facebook, sondern die gesamte Digitalbranche massiv unter Druck. Das hinterlässt natürlich auch bei den Nutzern seine Spuren: 81 Prozent der Deutschen empfinden ihre Daten im Internet als unsicher. Neben der IT-Sicherheit sind es vor allem Themen wie „Hatespeech“ oder „Shitstorms“, die öffentliche Diskussionen um digitale Netzwerk-Angebote prägen. Und daran wird sich nach Ansicht der Deutschen auch in Zukunft kaum etwas ändern: Nur jeder Zehnte (10 Prozent) glaubt daran, dass die Nutzer auf Facebook & Co. künftig verantwortungsbewusster handeln.

„Die Kritik an den globalen Internet-Giganten wird immer lauter – es geht dabei um ihre Marktmacht, um Datenschutz, Hatespeech, ethische Grundsätze für Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz sowie die sozialen und ökonomischen Auswirkungen von Technologie. Dass 80 Prozent der Deutschen wenig oder gar kein Vertrauen in die Digitalkonzerne haben, ist da nur die logische Folge“, so Matthias Schrader, NEXT-Gründer und CEO von SinnerSchrader. „Das Problem der großen Digital-Flagships ist offenkundig: Sie haben den Faktor Mensch weitestgehend aus den Augen verloren. Doch nicht nur sie, alle Unternehmen der Digitalwirtschaft müssen sich in der digitalen Vertrauenskrise die Frage stellen, wie sie den Menschen wieder an die erste Stelle setzen und die Technik zum Mittel des Zwecks machen“, ergänzt Volker Martens, Mitveranstalter der NEXT und Vorstand von Faktor 3. Erste Antworten liefert die europäische Digitalszene am 20. und 21. September auf der NEXT Conference 2018 in Hamburg.

cs/NEXT; Bild: Gerd Altmann  / pixabay; Lizenz: CC0 Creative Commons

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