Die Rechnung vieler Arbeitnehmer, erst reinklotzen, dann in den Vorruhestand und den letzten Lebensabschnitt genießen, geht meist schon heute nicht mehr auf. Allein schon um die eigene Arbeitsfähigkeit zu sichern, wird Gesundheitsprävention von daher mehr denn für jeden Einzelnen zur Pflicht…
Für Bewegungsmuffel tut es auch am Anfang regelmäßig ein Spaziergang - die Bewegungsfreude kommt in aller Regel irgendwann dann von allein.
Die Rente mit 67 ist beschlossene Sache. Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise an. Älter werden, trotzdem leistungsfähig bleiben – wie das wirklich funktioniert, welche Rezepte am ehesten helfen, wird oft kontrovers, bisweilen heftig diskutiert. Allein unstrittig ist: Leistungsfähigkeit und Lebensqualität bis ins hohe Alter kann nur erhalten, wer sich gesundheitsorientiert ernährt und körperlich fit bleibt. Der menschliche Körper ist schließlich, obwohl oft gewünscht, keine Maschine, die quasi von selbst funktioniert.
Doch allein mit Empfehlungen wie „Bewegen Sie sich mehr.“, „Essen Sie einfach weniger und nicht so fett.“ ist es nicht getan. Derartige Ratschläge bewirken wenig bis gar nichts und, schlimmer noch, sie frustrieren, weil die meisten Menschen die gut gemeinten Handlungsempfehlungen nicht umsetzen können. Zu gefestigt ist ihr über Jahrzehnte entwickeltes Ernährungsverhalten. Gleiches gilt für die Bewegung: Von wenig Wirklichkeitsnähe zeugt daher der Rat eines Kollegen, jeder solle täglich mindestens 30 Minuten laufen, bedenkt man, dass jeder zweite (!) Deutsche am Tag keine 250 Meter am Stück mehr geht.
Dabei bestimmt die muskuläre Beanspruchung essentiell den Gesundheits- und Leistungszustand unseres Organismus. Biologisch und genetisch steht in der Menschheitsgeschichte Bewegung und Muskelarbeit für Normalzustand. Im Arbeitsleben früherer Zeiten gehörten sie zum Alltag. Von so genannten Zivilisationskrankheiten keine Spur. Der technische Fortschritt machte diese natürlichen Bewegungsformen jedoch immer überflüssiger, die unsere Vorfahren gesund hielten.
Höchste Zeit also für einen Paradigmenwechsel. Denn, auch wenn es nicht leicht zuzugeben ist, die bisherigen Bewegungs- und Ernährungskonzepte sind gescheitert. Und auf wundersame Gewichtsverluste und körperliche Fitness zu hoffen ist mehr als naiv. Wir brauchen daher neue Programme, die sich an der Wirklichkeit orientieren, die motivieren und die jeder in seinem Alltag leicht umsetzen kann und die gerade, weil sie keine extreme Selbstdisziplin erfordern, erfolgreich sind.
Die Quadratur des Kreises, mag nun so mancher denken. Irrtum! Es gibt bereits solche Programme, deren Erfolg mehrfach im Rahmen von Studien nachgewiesen wurde. Derartige Programme sowie kompetente Präventionsberatung sind die einzige Chance, dem drohenden Anstieg koronarer Herzerkrankungen, Adipositas, Osteoporose, Diabetes und ernährungsabhängigen Tumorerkrankungen etc. den Schrecken zu nehmen.
Wie komplex jedoch die Änderung des Lebensstils ist, veranschaulicht etwa folgender Sachverhalt: Wer sich gesünder ernährt und Fett abbaut, verliert zugleich Muskelmasse. Damit mit den Kilos nicht auch die Kräfte schwinden, ist leichtes Krafttraining für Bauch, Rücken, Arme, Schultern unverzichtbar. Muskelaufbautraining verringert den Körperfettanteil etwa in gleichem Maß wie ein Ausdauertraining, es erhält bzw. vergrößert jedoch die Muskelmasse. Mehr Muskeln, das bedeutet einen höheren Grundumsatz und einen höheren Kalorienverbrauch. Gut auch für die Linie!
Erfreulich auch: Man muss nichts überstürzen. Die Lust an der Körperarbeit lässt sich auch langsam zu neuem Leben wecken, beispielsweise indem man sich mal wieder auf das Fahrrad schwingt, um einen malerischen Weg durch Wald und Wiesen zu genießen. Frische Luft anstelle von Büromief – völlig gratis. Wie gut das tut, wird jeder Vollzeit-Stubenhocker selbst noch merken, wenn er längst schon wieder zu Hause ist. Was es braucht, ist nur ein kleiner Ruck!