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Pressemitteilung

Wo ist die frische Milch geblieben?

(PM) , 18.03.2009 - Aachen (fet) – Frische Milch säuert heute langsamer, der Käufer dafür immer schneller. Denn klassische Frischmilch sucht dieser zunehmend vergeblich. Vielmehr erobert eine Variante die Supermarktregale, die ähnlich heißt und nahezu gleich aussieht, jedoch alles andere als „frisch“ ist.

Die ESL-Milch hält Einzug in die deutschen Supermarktregale, doch kaum einer bemerkt es. Wie auch, sieht diese doch aus wie die herkömmliche Frischmilch und wirbt auch noch mit deren Namen. Vielen Käufern ist daher nicht bewusst, dass die „frische Vollmilch“ in ihrem Einkaufskorb weit weniger naturbelassen ist, als gedacht.

ESL steht für „extended shelf life“ und bedeutet „im Regal länger haltbar“. In der Tat ist diese Milch ungeöffnet auch nach drei Wochen noch genießbar. Vor allem die Produzenten und der Handel profitieren von der längeren Transport- und Lagerfähigkeit. Allerdings geht diese Haltbarkeit auf Kosten der Qualität. Während die traditionelle Frischmilch lediglich pasteurisiert wird, unterliegt die ESL-Milch einem aufwändigeren Verarbeitungsprozess. Doch wie natürlich ist ein auf 127 Grad erhitztes Lebensmittel noch? Zwar ist die Dauer der Erhitzung geringer als bei der hocherhitzten H-Milch. Der Kochgeschmack entgeht Milchliebhabern dennoch nicht.

Deshalb erhitzen viele Milchhersteller nur noch den abgetrennten Rahm. Die verbleibende Magermilch pressen sie durch einen mikroskopisch feinen Filter, der durchlässig für Nährstoffe, nicht aber für Keime ist. Alles wieder zusammengemischt, homogenisiert und pasteurisiert ergibt schließlich die „länger frische“ Milch. Doch die Prozedur geht nicht spurlos an den Nährstoffen vorbei. Die Homogenisierung verkleinert die Fettkügelchen und verteilt diese fein, um das Aufrahmen zu vermindern. Auch Eiweiße verändern sich hierbei beziehungsweise zerreißen völlig. Dem unbeschwertem Durchtritt durch die Darmwand steht somit kaum noch etwas entgegen. Ein Zusammenhang zwischen dem Konsum homogenisierter Milch und dem gehäuften Auftreten von Milchzuckerunverträglichkeit und Darmerkrankungen ist zwar bislang nicht nachgewiesen. Gänzlich von der Hand zu weisen ist dieser allerdings nicht.

Redaktion: Christine Langer
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