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News, 17.05.2008
Wirtschaftsspionage
Per Internet die deutsche Wirtschaft im Visier
Wie Verfassungsschutz berichtet, haben die Versuche ausländische Nachrichtendienste und Konkurrenzunternehmen, sich am Know-how deutscher Unternehmen zu vergreifen, drastisch zugenommen. Ziel der Wirtschaftsspionage, die immer öfter über das Internet erfolge, seien dabei nicht nur Großkonzerne, sondern auch verstärkt kleine innovative Unternehmen aus dem Mittelstand.
Nach Auskunft deutscher Verfassungsschützer wird die deutsche Wirtschaft zunehmend durch Wirtschaftsspionage, Konkurrenzausspähung und unerwünschten Wissenstransfer (Patent- und Urheberrechtsverletzungen) sowie organisierte Wirtschaftskriminalität bedroht. Demnach gewinnt vor allem die zum klassischen Aufgabenbereich fremder Nachrichtendienste gehörende Wirtschaftsspionage im Rahmen des globalen Ringens um Marktanteile und Dominanz immer stärker an Bedeutung. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Verfassungsschutzbericht 2007, demzufolge die Wirtschaftspionage nicht nur nationale wirtschaftliche Strukturen schädige, sondern darüber hinaus mittlerweile auch Arbeitsplätze vernichte.

„Die Begehrlichkeiten fremder Nachrichtendienste, aber auch von Konkurrenten, richten sich nicht nur auf Großkonzerne, sondern auch auf eine Vielzahl innovativer klein- und mittelständischer Unternehmen“, warnen die Verfassungsschützer in ihrem Bericht. Die Beschaffungsbemühungen sind dabei breit gefächert und je nach Nation sehr unterschiedlich. Während sich hochindustrialisierte Staaten zumeist für wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Strategien interessierten, hätten Länder mit technologischem Rückstand eher Informationen über konkrete Produkte und Forschungsergebnisse im Visier. Im Fokus der Spionageaktivitäten stünden insbesondere:

  • Automobilbau,
  • erneuerbare und saubere Energien,
  • Chemie,
  • Kommunikationstechnologie,
  • Optoelektronik,
  • Röntgentechnologie,
  • Rüstungstechnologie,
  • Werkzeugmaschinen, insbesondere mit CNC-Technologie (computergesteuert)
  • Verbundwerkstoffe und Materialforschung.

Die Informationsbeschaffung erfolgt dabei dem Verfassungsschutzbericht zufolge sowohl durch klassische Agenten als auch durch so genannte Non-Professionals wie unter anderem Studenten, Gastwissenschaftler und Praktikanten aus anderen Staaten, die sich zu Studien- oder Ausbildungszwecken zeitweilig in Deutschland aufhalten. Wie die Verfassungsschützer jedoch anmerken, gewinnen elektronische Medien, allen voran das Internet, im Rahmen der Wirtschaftsspionage immer stärker an Bedeutung.

Das Internet als Türöffner in deutsche Unternehmen

Nach Einschätzung der Verfassungsbehörden stellen internetgebundene Angriffe auf Netzwerke und Computersysteme deutscher Wirtschaftsunternehmen und auch Regierungsstellen die aktuell gefährlichste Bedrohung dar. In diesem Zusammenhang hält der Verfassungsschutz eine nachrichtendienstliche Steuerung und zumindest Beteilung bei vielen dieser Attacken für sehr wahrscheinlich: „Dafür sprechen die zu beobachtenden Ziele der elektronischen Angriffe, deren Intensität, Struktur und Breite, sowohl bei den Wirtschaftsunternehmen als auch in den spezifisch angegriffenen Behördenbereichen“, so der Bericht. Als weiteres Indiz für den staatlichen Ursprung der Attacken nennen die Verfassungsschützer die Qualität der genutzten Technik und die gut koordinierten Angriffe, die ein erhebliches finanzielles Potenzial und entsprechende personelle Ressourcen voraussetzten.

Als Hauptträger der Spionageaktivitäten in Deutschland nennt der Verfassungsschutzbericht 2007 die Russische Föderation und China. So hätten beispielsweise die Nachrichten- und Sicherheitsdienste der Russischen Föderation „den gesetzlichen Auftrag, die russische Wirtschaft aktiv zu unterstützen“, wobei Präsident Wladimir Putin diesen Auftrag dem Bericht zufolge anlässlich der Amtseinführung des neuen Leiters des zivilen russischen Auslandsnachrichtendienstes SWR, Michail Fradkow, jüngst noch mal bestätigt habe. Nach Auskunft der Verfassungsschützer in Deutschland im Bereich der Wirtschaftspionage weiterhin sehr aktiv seien die Länder Nordafrikas sowie des Nahen und Mittleren Ostens.

Quelle: Bundesministerium des Inneren (BMI)

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