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Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Frühjahr 2012

Nicht mehr ganz so gut wie im Vorjahr präsentieren sich die aktuelle Lage und die Erwartungen des Mittelstandes. Dennoch bleiben die Werte über dem langjährigen Durchschnitt und die Stimmung (Indikator Geschäftslage) ist sehr gut.
(PM) Berlin, 16.04.2012 - Konjunkturelle Lage im Mittelstand immer noch gut – aber zurückhaltender als im Vorjahr

Weit über die Hälfte der mittelständischen Unternehmen (58,6 Prozent) antworteten auf die Frage nach der aktuellen Geschäftslage mit „sehr gut“ oder „gut“. Dies sind rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr (53,0 Prozent). Der Anteil der Betriebe, welche die Noten „mangelhaft“ oder „ungenügend“ vergaben, ist von 3,8 Prozent im Vorjahr auf aktuell 3,2 Prozent gesunken. Dementsprechend hat sich der Saldo aus positiven und negativen Meldungen von plus 49,2 auf plus 55,4 Punkte erhöht.

Neben diesem Klimaindikator „Geschäftslage“ stehen die Aussagen zu den aktuellen Umsatz- und Personalzahlen: Die Umsatzlage hat sich gegenüber dem Vorjahr eingetrübt. So konnten nur noch 25,4 Prozent der Unternehmen ein Umsatzplus verbuchen, nachdem dies im Frühjahr 2011 noch 32,7 Prozent waren. Gleichzeitig ist der Anteil der Befragten gestiegen, die rückläufige Umsatzzahlen hinnehmen mussten: von 19,5 auf 22,3 Prozent. Der Saldo aus Umsatzzuwächsen und -rückgängen liegt folglich mit plus 3,1 Punkten unter dem Niveau des Vorjahres (plus 13,2 Punkte). Dennoch überwiegt immer noch der Anteil der Mittelständler, die steigende Umsätze meldeten.

Der Mittelstand hat auch im Winterhalbjahr 2011/12 einen positiven Beschäftigungsbeitrag geleistet. 23,2 Prozent der Unternehmen haben in den letzten Monaten neue Mitarbeiter eingestellt, während nur 11,1 Prozent Entlassungen vorgenommen haben. Der Arbeitskräftebedarf ist damit nicht ganz so groß wie im letzten Jahr. Damals hatten immerhin 24,3 Prozent der Unternehmen neue Mitarbeiter eingestellt. Der Anteil der Betriebe, die sich von einem Teil ihrer Belegschaft getrennt hatten, lag bei 11,1 Prozent.

Mittelständler signalisieren Fortsetzung des Aufwärtstrends auf niedrigerem Niveau

Der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Umsatzprognosen notiert rund neun Punkte unter dem Vorjahreswert (plus 36,8 Prozent). Dennoch wurde mit plus 27,6 Punkten ein sehr guter Wert erreicht. Dabei erwarten 37,6 Prozent der befragten Unternehmen steigende Umsätze (Vorjahr: 43,9 Prozent). Nur 10,0 Prozent rechnen mit einem Umsatzminus. Dieser Prozentsatz liegt etwas über dem Vorjahreswert, als noch 7,1 Prozent Umsatzrückgänge befürchteten.

Die mittelständischen Personalplanungen sind mehrheitlich expansiv. Gut jedes fünfte Unternehmen (22,0 Prozent) plant in den nächsten Monaten den Personalstock auszuweiten. Im vergangenen Jahr beabsichtigte noch ein Viertel der Betriebe (25,1 Prozent) neues Personal einzustellen. Ein Personalabbau ist bei 4,8 Prozent der Betriebe vorgesehen (Vorjahr: 4,7 Prozent).

Jedes zweite Unternehmen (50,6 Prozent) plant aktuell, ein Investitionsvorhaben durchzuführen. Damit hat die Zahl der investitionsbereiten Mittelständler leicht abgenommen (2011: 53,4 Prozent). Zum Vergleich: Der diesjährige Anteil der investitionsbereiten Unternehmen liegt rund fünf Prozentpunkte über dem Mittelwert der letzten zehn Jahre (45,7 Prozent).

Die mittelständische Wirtschaft hat ihre Eigenkapitalbasis weiter gestärkt. Während im Frühjahr 2011 nur 27,1 Prozent der Befragten über eine Eigenkapitalquote von über 30 Prozent im Verhältnis zur Bilanzsumme verfügten, waren es in diesem Jahr bereits 28,2 Prozent. Der Anteil der Betriebe mit einer schwachen Kapitalisierung (Eigenkapitalquote weniger als zehn Prozent) ist dagegen konstant bei 29,9 Prozent geblieben.

Angespannte Finanzierungsbedingungen – aber keine Kreditklemme in Sichtweite

Während 43,0 Prozent der Betriebe über einen schwierigeren Zugang zur Unternehmensfinanzierung klagen, sind die Finanzierungsbedingungen für 42,7 Prozent der Betriebe unverändert geblieben. Der erschwerte Zugang äußert sich jedoch primär in höheren Sicherheiten und Zinsaufschlägen – nicht in einer Zunahme an Kreditablehnungen. Auch in Zukunft scheint eine Kreditklemme kein Thema zu sein: Nur 8,9 Prozent der Mittelständler erwarten eine Ablehnung ihres Kreditantrags.

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