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News, 04.02.2009
Wirtschaftskrise
Krisenmanagement von Firmen greift noch oft zu kurz
Laut einer aktuellen weltweiten Studie fehlt es in vielen Unternehmen an adäquaten Strategien, um den besonderen Anforderungen dieser Wirtschaftskrise erfolgreich zu begegnen. Demnach kümmern sich zwei Drittel der angeschlagenen Firmen nur unzureichend um die Sicherung und die Verbesserung der eigenen Liquidität. Zudem lässt jedes vierte finanziell solide aufgestellte Unternehmen Wachstumspotenziale ungenutzt.
40 Prozent der Manager unterhalb der Vorstandsebene hegen Zweifel im Hinblick auf das Krisenmanagement der eigenen Unternehmensführung. Und dies in vielen Fällen auch zu Recht: Ein Drittel der befragten Unternehmen hat laut Selbsteinschätzung kein tragfähiges Konzept, um in der Krise erfolgreich zu bestehen.   Zudem bezweifelt fast die Hälfte aller Führungskräfte (46%), dass entsprechende Maßnahmen mit den vorhandenen Ressourcen umzusetzen wären. Das geht aus einer aktuellen Studie „Recession Response: Why Companies are making the Wrong Moves“ von Booz & Company hervor, im Rahmen derer die internationale Strategieberatung weltweit rund 830 Manager der obersten Führungsebene, davon 133 aus dem deutschsprachigen Raum, zu ihren Strategien und ihrem Krisenmanagement befragt hat.

Chancen und Erfordernisse werden oft vom Management verkannt

Booz & Company zufolge scheren auch die deutschen Unternehmen aus dem Trend nicht aus. Zwar sehen sich drei Viertel der finanzstarken Unternehmen hierzulande strategisch für die Krise gerüstet, ein großer Teil von ihnen nutzt jedoch die Vorteile der eigenen Finanzkraft und die Schwächen seiner Mitbewerber derzeit noch nicht aus: Nur rund ein Drittel dieser Unternehmen, von Booz & Company als „stable Companies“  bezeichnet, hat seine Investitionen zur Expansion in Wachstumsmärkten (32%), in die Entwicklung neuer Produkte (35%) oder in das Wissen und die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter (30%) ausgeweitet. Jedes fünfte finanziell solide Unternehmen hat in den ersten beiden Feldern sein Engagement sogar verringert, im Bereich der Personalentwicklung sogar rund jedes dritte (32%). Auch nutzt bis dato nur rund jedes zweite der befragten Unternehmen dieser Gruppe (46%) die Gunst der Stunde, um sein Engagement im Hinblick auf die Übernahme anderer Unternehmen und Beteiligungen zu verstärken. Laut Booz & Company vergeben viele dieser Unternehmen damit gute Chancen auf wirtschaftliche Erfolge in und nach der Krise. „Strategisch agierende CEOs verfolgen auch in einem schwierigen Marktumfeld einen antizyklischen Wachstumsplan, um gegenüber dem Wettbewerb gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, erläutert Stefan Eikelmann, Sprecher der Geschäftsführung von Booz & Company im deutschsprachigen Raum.

Statt proaktiv und konsequent den Chancen und Erfordernissen zu begegnen, herrschten in den Unternehmen Booz & Company zufolge häufig aber erhebliche Verunsicherung und ein Hang zum Altbewährten – vor allem in den Führungsgremien angeschlagener Unternehmen. So stellen fast zwei Drittel der befragten „failing companies“ (62%) ihr Cash- und Krisenmanagement in Frage. „Oft fehlt es an Mut bzw. an Durchsetzungskraft, notwendige Maßnahmen wie Kostensenkungen und Restrukturierungen konsequent anzugehen. Das Ausmaß der Krise ist so immens, dass sich viele Unternehmenslenker am sichersten fühlen, wenn sie in gewohnter Weise weiter agieren. Doch was bisher funktioniert hat, ist künftig keine Erfolgsgarantie mehr“, erläutert Eikelmann. Die langfristige Absicherung des Unternehmens stehe jetzt ganz oben auf der CEO-Agenda. Dennoch verlören exzellente Manager, unabhängig von der wirtschaftlichen Lage ihres Unternehmens, ihre Chancen niemals aus dem Blick: „Strategische Investments, beispielsweise in den Bereichen Forschung und Produktentwicklung, können sich nach der Krise doppelt auszahlen“, so der Experte.

Ungeachtet der angespannten Wirtschaftslage bewerten dennoch rund drei Viertel der befragten Manager (75%) die Finanzkraft ihres Unternehmens nach wie vor als positiv. Demgegenüber geht nur jeder Fünfte (20%) davon aus, dass sich die finanzielle Lage seines Unternehmens in absehbarer Zeit verschlechtert. Mehr als die Hälfte der befragten Führungskräfte (54%) ist sogar der Überzeugung, dass ihr Unternehmen aus der Krise gestärkt hervorgehen werde. Dass die eigene Firma in finanzieller Schwierigkeiten kommen könnte, glaubt hingegen nur rund jeder Achte (13%). Gleichwohl warnt Eikelmann vor allzu großem Optimismus: „Wenn in Führungsetagen weiterhin abgewartet wird, anstatt ein strategisch ausgefeiltes Krisenmanagement zu entwickeln, bleiben diese Vorstellungen wohl Wunschdenken.“

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Die englischsprachige Komplettfassung der Studie „Recession Response: Why Companies are making the Wrong Moves“ von Booz & Company steht zum kostenfreien Download zu Verfügung.

Quelle: Booz & Company

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