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News, 02.06.2009
Wirtschaft
Zahlungsverzögerungen und Forderungsausfälle nehmen zu
Die Finanz- und Wirtschaftskrise schlägt sich laut Creditreform inzwischen negativ im Zahlungsverhalten privater und gewerblicher Auftraggeber nieder. Ein dramatischer Einbruch der Zahlungsmoral blieb dem Bericht zufolge jedoch bislang aus.
Nach Auskunft von Creditreform beurteilen Unternehmen das Zahlungsverhalten ihrer Kunden merklich schlechter als im Vorjahr. Danach ist die Dauer der Zahlungsverzögerungen im Durchschnitt aller Branchen in den vergangenen sechs Monaten um 0,7 Tage gestiegen. Zudem bleiben deutsche Unternehmen häufiger auf offenen Forderungen sitzen als noch im Jahr 2008. Die Negativ-Entwicklung beim Zahlungsverhalten beschränkt sich laut Creditreform dabei ausschließlich auf private und gewerbliche Auftraggeber, während die Zahlungsmoral der öffentlichen Hand stabil blieb. Das zeigen die Ergebnisse des Creditreform ZaC-Index (ZaCX), der das Zahlungsverhalten in Deutschland anhand regelmäßiger Unternehmensbefragungen und dem Zahlungserfahrungspool von Creditreform in einem Indikator zusammenfasst.

Zahlungsverhalten zwar verschlechtert, aber nicht dramatisch

Angesichts der Schärfe des größten Konjunktureinbruches in der Geschichte der Bundesrepublik halten sich die Auswirkungen auf das Zahlungsverhalten bislang in Grenzen. So gaben fast drei Viertel (72,4) der befragten Unternehmen an, dass Rechnungen zumeist innerhalb von 30 Tagen beglichen würden –  und damit „nur“ 5,7 Prozent weniger als im Vorjahr (78,1). Dabei zeigen sich jedoch zwischen privaten Kunden und der öffentlichen Hand deutliche Unterschiede. So ist der Anteil der Unternehmen, die von pünktlichen Zahlungseingängen ihrer privaten und gewerblichen Auftraggeber berichten, binnen eines Jahres von 78,2 auf 70,9 Prozent gesunken, wohingegen die Quote für öffentliche Auftraggeber mit 67,5 Prozent auf dem Niveau vom Vorjahr blieb. Gleichzeitig sank der Anteil der Unternehmen, die die Zahlungsmoral ihrer Auftraggeber mit „sehr gut“ oder „gut“ beurteilten von 45,9 auf 38,7 Prozent. Dass sie mit dem Zahlungsverhalten ihrer Kunden gänzlich unzufrieden seien, sagten allerdings nur 6,4 Prozent der Unternehmen. 

Forderungsausfälle nehmen zu

Wie Creditreform berichtet, haben die Forderungsausfälle sowohl in der Anzahl als auch in der Höhe leicht zugenommen. Danach stieg der Anteil der Unternehmen, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von mehr als einem Prozent des Jahresumsatzes als Verlust ausbuchen mussten, binnen eines Jahres von 13,0 auf 14,3 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil derer, die ohne uneinbringliche Außenstände waren, von 47,2 auf 45,6 Prozent. Im Durchschnitt gingen 0,6 Prozent der Forderungen verloren. Die Summe der Forderungsausfälle summiert sich laut Creditreform auf 29,2 Milliarden Euro jährlich.


Bauindustrie und Großhandel mit deutlich schlechteren Werten

Die Zahlungsverzögerungen nehmen in allen Wirtschaftsbereichen zu. So hat sich die Dauer, die überfällige Rechnungen über dem Zieldatum liegen bleiben, im Durchschnitt aller Branchen von 12,7 auf 13,4 Tage erhöht. Am stärksten verschlechtert hat sich das Zahlungsverhalten bei Bauunternehmen, die im Durchschnitt mit 15,3 Tagen mittlerweile 1,4 Tage mehr zur Zahlung einer ohnehin schon überfälligen Rechnung benötigen als im Jahr 2008, gefolgt von Unternehmen aus dem Großhandel, wo sich die Zahlungsverzögerungen um fast einen Tag auf 13 Tage erhöht haben (2008: 12,1 Tage). Die schlechteste Zahlungsmoral beweisen derzeit Unternehmen aus der Verkehrs- und Logistikbranche, die eine Rechnung durchschnittlich erst 15,7 Tage nach dem eigentlichen Zahlungsziel begleichen (2008: 15,1 Tage).

Quelle: Creditreform

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