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News, 21.01.2008
Management (allgemein)
Wichtige Neuerungen für Existenzgründer und Unternehmer im Jahr 2008
Mit unter anderem dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008 oder auch dem Zweiten Gesetz zum Abbau bürokratischer Hemmnisse, kurz Mittelstandsentlastungsgesetz (MEG II) genannt, hat der Gesetzgeber im Jahr 2008 wieder eine Reihe von Neuregelungen auf den Weg gebracht. In einem Überblick hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) die wichtigsten Änderungen für Existenzgründer / -innen und junge Unternehmen zusammengefasst.­
1. Neues Förderdarlehen der KfW Mittelstandsbank

Die beiden Förderprogramme „StartGeld“ und „Mikro-Darlehen“ der KfW Mittelstandsbank wurden zu einem neuen Förderdarlehen namens „KfW-StartGeld“ zusammengefasst. Förderungsberechtigt sind Existenzgründer innen, Existenzgründer, Freiberufler und kleine Unternehmen bis zu einem Unternehmensalter von drei Jahren, die über die fachlichen und kaufmännischen Förderungsvoraussetzungen verfügen und deren Fremdfinanzierungsbedarf die 50.000 Euro-Grenze nicht übersteigt. Die Förderung einer Unternehmens- bzw. Existenzgründung ist auch im Nebenerwerb möglich, sofern diese mittelfristig auf den Vollerwerb ausgerichtet ist. Die Antragstellung für das neue KfW-Förderungprogramm erfolgt nach dem bewährten Hausbankprinzip und damit über die Hausbank.

2. Anhebung der Grenze für die Buchführungspflicht

Einhergehend mit dem so genannten „Zweiten Mittelstandsentlastungsgesetz“ (MEG II) wurde die steuerliche Buchführungspflichtgrenze von 30.000 Euro auf 50.000 Euro angehoben. Dadurch können nun alle Unternehmen, deren Jahresgewinn unter 50.000 Euro liegt, von der einfachen Buchführung Gebrauch machen. Weiterhin zur doppelten Buchführung verpflichtet sind hingegen

  • alle Kaufleute
  • Nicht-Kaufleute mit einem Jahresumsatz von mehr als 500.000 Euro oder einem Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 50.000 Euro sowie
  • Kapitalgesellschaften (GmbH und AG).

3. Wegfall einer Reihe statistischer Meldepflichten

Für Existenzgründerinnen und Existenzgründer entfallen ab sofort im Jahr der Betriebseröffnung die folgenden statistischen Meldepflichten: Handelsstatistik, Dienstleistungsstatistik, Kostenstrukturstatistik, Statistik im Produzierenden Gewerbe, Rohstoffstatistik, Handwerksstatistik, Beherbergungsstatistik, Preisstatistik, Verdienststatistik.

In den beiden folgenden Kalenderjahren besteht nur dann Auskunftspflicht, wenn das Unternehmen im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr mehr als 500.000 Euro Umsatz bzw. Einnahmen erzielt. Statistische Erhebungen bei Kleinunternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten werden auf drei Stichproben pro Jahr beschränkt.

4. Investitionsabzugsbetrag ersetzt Ansparabschreibung

Im Zuge des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 wurde die bisherige Ansparabschreibung durch einen Investitionsabzugsbetrag ersetzt (§ 7g EStG). Einhergehend damit können
Einzelunternehmer und Personengesellschaften nun für eine geplante Investition nicht nur bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten Gewinn mindernd gelten machen, sondern den Investitionsabzugsbetrag auch für gebrauchte Wirtschaftsgüter in Anspruch nehmen. Um Investitionsabzugsbetrag in Anspruch nehmen zu können, gelten folgende Voraussetzungen:

  • Das Unternehmen muss die Absicht haben, das Wirtschaftsgut innerhalb von drei (früher zwei) Wirtschaftsjahren nach dem Abzugsjahr anzuschaffen.
  • Das Wirtschaftsgut muss mindestens bis zum Ende des Wirtschaftsjahres, das der Anschaffung oder Herstellung folgt, in einer inländischen Betriebsstätte seines Betriebs (fast) ausschließlich betrieblich genutzt werden.
  • Die Summe aller abgezogenen Beträge darf insgesamt 200.000 Euro nicht überschreiten (§ 7g Abs. 1 Satz 4 EStG).

Weiterhin darf ein Betrieb, der einen Investitionsabzugsbetrag in Anspruch nehmen möchte, am Schluss des Wirtschaftsjahres, in dem der Abzug vorgenommen wird, die folgenden Größenmerkmale nicht überschreiten:

  • Bei Gewerbebetrieben oder bilanzierenden Selbständigen darf das Betriebsvermögen 235.000 Euro nicht übersteigen.
  • Bei Betrieben der Land- und Forstwirtschaft darf ein Wirtschaftswert oder ein Ersatzwirtschaftswert 125.000 Euro nicht übersteigen.
  • Betriebe, die ihren Gewinn per Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln, können nur bis zu einem Gewinn von 100.000 Euro einen Investitionsabzugsbetrag in Anspruch nehmen.

Unterlässt der Unternehmer die Investition oder sind die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten niedriger als geplant, wird der Abzug rückgängig gemacht.

5. Sonderabschreibung auch ohne Inanspruchnahme eines Investitionsabzugsbetrags möglich

Bei abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens können im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den vier folgenden Jahren Sonderabschreibungen bis zu insgesamt 20 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten in Anspruch genommen werden (§ 7g Abs 5 EStG).

Neu: Die Sonderabschreibung kann auch ohne vorherige Bildung eines Investitionsabzugsbetrags in Anspruch genommen werden.

6. Neue Regelung zur Abzugsfähigkeit von geringwertigen Wirtschaftsgütern

Geringwertige Wirtschaftsgüter, die ab dem 1. Januar 2008 angeschafft oder hergestellt werden, sind nur dann noch als Betriebsausgaben abzugsfähig, wenn die entsprechenden Kosten 150 Euro (vorher: 410 Euro) nicht übersteigen. Liegen die Anschaffungskosten zwischen 150 und 1.000 Euro, muss ein Sammelposten gebildet werden, der über fünf Jahre abgeschrieben wird.

7. Beiträge zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung gesunken

Selbständige, die die freiwillige Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung in Anspruch nehmen, müssen ab diesem Jahr in Westdeutschland 20,50 Euro und in Ostdeutschland 17,33 Euro monatlich an Beiträgen abführen. Um sich als Selbständiger in der Arbeitslosenversicherung freiwillig weiterversichern zu können, gilt als Voraussetzung, dass

  1. der Antragsteller innerhalb der letzten 24 Monate vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit mindestens 12 Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis nach dem SGB III, zum Beispiel einem Beschäftigungsverhältnis, gestanden hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein durchgehendes versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis handelt oder mehrere einzelne Beschäftigungen zusammengerechnet werden. Kann diese versicherungspflichtige Zeit nicht oder nicht ausreichend nachgewiesen werden, wird auch der Bezug einer Entgeltersatzleistung nach dem SGB III wie z.B. Arbeitslosengeld als Voraussetzung akzeptiert. Die Dauer des Bezugs spielt dabei keine Rolle.
  2. der Antragsteller unmittelbar vor Aufnahme der Tätigkeit in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden oder eine Entgeltersatzleistung nach dem SGB III bezogen hat und
  3. keine anderweitige Versicherungspflicht besteht.

Der Antrag ist spätestens innerhalb einer Ausschlussfrist von einem Monat nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit zu stellen.

8. Änderungen bei der Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer darf nicht mehr als Betriebsausgabe bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer abgesetzt werden. Um die steuerliche Mehrbelastung gering zu halten, wird der Faktor für die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer auf das 3,8-fache des Gewerbesteuermessbetrags angehoben (früher: 1,8). Für Einzelunternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaften gilt eine einheitliche Steuermesszahl von 3,5 Prozent vom Gewerbeertrag. Der so genannte Staffeltarif wurde abgeschafft.

Außerdem wurden die Vorschriften für die Hinzurechnung von Schuldzinsen, Finanzierungsanteile aus Miet- und Pachtzinsen, Leasingraten und Lizenzen für Gewinn aus Gewerbebetrieb geändert. Sie werden zu einem Viertel dem Gewerbeertrag hinzugerechnet sofern die Summe den Betrag von 100.000 Euro übersteigt.

9. Senkung der Körperschaftsteuer

Die Körperschaftsteuer, die auf den Gewinn von Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) oder Genossenschaften erhoben wird, wurde von 25 auf 15 Prozent gesenkt. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Gewinn wird ausgeschüttet oder thesauriert wird.

10. Erleichterung von GmbH-Gründungen

Mit der Reform des GmbH-Gesetzes „Gesetz zur Bekämpfung von Missbräuchen“ (MoMiG), die voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2008 in Kraft tritt, soll unter anderem die leichtere und schnellere Gründung von Unternehmen dieser Rechtsform ermöglicht werden. Die Gründung soll durch folgende Maßnahmen erleichtert werden:

  • Die Gründung einer (regulären) GmbH soll bereits ab einem Stammkapital von 10.000 Euro möglich sein (statt bisher 25.000 Euro);
  • Mit einem Stammkapital von weniger als 10.000 Euro kann eine GmbH in der Variante der haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft gegründet werden;
  • Für einfache Standardfälle (höchstens 3 Gesellschafter, Bargründung) kann eine vorgegebene Mustersatzung verwendet werden, bei der es nicht der notariellen Beurkundung, sondern nur einer Beglaubigung der Unterschriften bedarf;
  • Die Eintragung der GmbH in das Handelsregister erfolgt zukünftig unabhängig vom Vorliegen eventueller verwaltungsrechtlicher Genehmigungserfordernisse.

Quelle: Existenzgründerportal des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

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