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News, 15.04.2010
Werbemarkt
Investitionen in Werbung legen deutlich zu
Der deutsche Werbemarkt zieht weiter kräftig an: Nach einem verhältnismäßig moderaten Anstieg zu Beginn des Jahres sind die Werbeausgaben im März gegenüber dem Vorjahr richtiggehend in die Höhe geschnellt. Gewinner in Sachen Werbung waren vor allem die Medien Kino, Internet und Fernsehen.
Im ersten Quartal 2010 haben die Unternehmen deutlich mehr in Werbung investiert als im Vorjahr. Das geht aus der aktuellen Werbestatistik von Nielsen Media Research hervor, der zufolge der Bruttowerbedruck in den sogenannten Above-the-line-Medien (Tageszeitungen, Publikumszeitschriften, Fachzeitschriften, Fernsehen, Internet, Kino und Plakat) in den ersten drei Monaten dieses Jahres in Deutschland um 421 Millionen Euro auf knapp 5,5 Milliarden Euro gestiegen ist. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das Zuwachs um 8,3 Prozent. Besonders kräftig fiel das Plus im März aus, wo die Werbeausgaben stolze 13,5 Prozent über denen aus dem Vorjahr lagen, nachdem bereits der Januar und Februar mit einem Zugewinn von 5,0 bzw. 4,8 Prozent geschlossen hatten.

Kino- und Online-Werbung mit den stärksten Zuwächsen


Gewinner unter den Above-the-line-Medien war im Jahresvergleich das Medium Kino, das mit Bruttowerbeerlösen in Höhe von 98 Millionen Euro ein Umsatzplus von 62,0 Prozent auf sich verbuchen konnte. Platz 2 der wachstumsstärksten Medien ging an das Internet, dessen Werbevolumen gegenüber dem ersten Quartal 2009 um 17,1 Prozent auf 438 Millionen Euro anstieg. Des Weiteren im Vergleich zum Vorjahr kräftig zulegt hat auch die Fernsehwerbung. Mit Werbeeinnahmen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro (+16,4%) bleibt das Fernsehen weiterhin das umsatzstärkste Medium. Deutliche Zugewinne gab es auch beim Medium Plakat, das im ersten Quartal 2010 auf 196 Millionen Euro kam (+7,5%).

Anders das Bild bei Print und Radio, wo die Werbeeinnahmen im Vergleich zum Vorjahr eher stagnierten bzw. rückläufig waren. So konnten die Tageszeitungen mit einem Werbevolumen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro (ohne Rubrikanzeigen) lediglich ein Plus von 0,5 Prozent erzielen. Ähnlich die Entwicklung bei den Publikumszeitschriften, die mit einem Werbeumsatz von 800 Millionen Euro ebenfalls nur einen leichten Zugewinn (+0,7%) verzeichneten. Ein deutliches Minus stand dagegen bei den Fachzeitschriften, die im ersten Quartal mit 98 Millionen Euro um 2,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau blieben. Gleiches beim Medium Radio, das mit 301 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr 1,4 Prozent verlor.

Pharmaindustrie und Online-Dienstleister als Treiber im Werbemarkt

Bezogen auf die einzelnen Branchen entfielen die höchsten absoluten Zuwächse auf die Anbieter von Online-Dienstleistungen, die ihre Werbeausgaben im ersten Quartal 2010 gegenüber dem Vorjahr um rund 35 Prozent auf 197 Millionen Euro erhöhten. Treiber waren hier insbesondere die Online-Vermittlungsdienste, die mit 72 Millionen Euro gut 30 Prozent mehr investieren als im Vergleichszeitraum 2009. „Das Internet hat die Lebensweise der Menschen bereits nachhaltig verändert, was sich dementsprechend auch auf das soziale Leben auswirkt. Die Partnersuche im Internet boomt wie nie zuvor“, so Ludger Wibbelt, Geschäftsführer der Nielsen Media Research. Ensprechend seien „die Vermittler der Liebe per Mausklick“ bestrebt, sich auf dem mittlerweile hart umkämpften Markt durch einen verstärkten Werbedruck von ihren Wettbewerbern abzuheben.

Ebenfalls eine Schippe draufgelegt in Sachen Werbung hat auch die Pharmaindustrie, die die extremen Witterungsverhältnisse für sich zu nutzen suchte. Mit einem Volumen von insgesamt 229 Millionen Euro lagen die Werbeausgaben der Arzneimittelhersteller im ersten Quartal 2010 rund 18 Prozent bzw. 35 Millionen Euro über denen aus dem Vorjahr. Im Mittelpunkt der Werbeaktivitäten standen laut Nielsen, wie zu dieser Jahreszeit nicht anders zu erwarten, Stärkungs- und Erkältungsmittel.

Die Werbebudgets zurückgeschraubt haben dagegen der Handel und die Versicherer. Am stärksten gingen die Werbeausgaben bei den Versicherungsunternehmen zurück, die mit einem Gesamtvolumen von 67 Millionen Euro rund 30 Prozent bzw. 30 Millionen Euro weniger in Werbung investierten als im Vorjahr. Im Handel sanken die Werbeaufwendungen im Jahresvergleich um 17 Millionen Euro.

Wenngleich das Plus im ersten Quartal 2010 durch das schwache Vorjahresquartal stark beeinflusst sei, sieht Nielsen Media Research darin dennoch auch ein Zeichen einer leichten Aufhellung der wirtschaftlichen Lage und der allgemeinen Stimmung. „Es ist bekannt, dass Werbung Märkte und Marken treibt und deshalb wird auch wieder in die Markenführung investiert. Zusätzlich haben wir mit der anstehenden Fußball-WM in Südafrika wieder ein sportliches Highlight in diesem Jahr, das dem Markt noch einmal Impulse gibt“, so Wibbelt.

[Quelle: Nielsen Media Research]
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