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News, 15.11.2017
Gehaltsstudie
Werbeagenturen bei Gehältern für Marketingfachkräfte knausrig
Beschäftigte in Werbeagenturen verdienen in der Regel deutlich weniger als Arbeitnehmer in vergleichbaren Jobs in Industrieunternehmen, zeigt eine Studie über die Gehälter in der Werbebranche.
Männliche Werbefachkräfte verdienen in der Werbebranche in der Regel deutlich mehr als Frauen in vergleichbaren Positionen (Bild: panthermedia.net / Wavebreakmedia ltd).
Männliche Werbefachkräfte verdienen in der Werbebranche in der Regel deutlich mehr als Frauen in vergleichbaren Positionen (Bild: panthermedia.net / Wavebreakmedia ltd).

Beschäftigte in Werbeagenturen sind jung, dynamisch und verdienen durchschnittlich deutlich weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in Unternehmen. Das geht aus der neuen Gehaltsstudie für die Werbebranche des Fachmagazins „Werben und Verkaufen“, der Personalberatung „Designerdock“ und dem Portal „Gehalt.de“ hervor. Für die Studie wurden 4.605 Beschäftigte in Werbeagenturen online zu ihren Verdiensten befragt und die Ergebnisse mit denen Gehältern von Beschäftigten in vergleichbaren Positionen in Industrieunternehmen verglichen. Auch ermittelte die Studie zwischen Frauen und Männern eine hohe Entgeltlücke, die mit steigender Vergütung zunimmt.

Gehaltsniveau in Industrieunternehmen deutlich höher

Das Vorurteil, dass Werbeagenturen in der Regel niedrigere Gehälter zahlen als Unternehmen mit eigener Kommunikationsabteilung außerhalb der Werbebranche, wird durch die Studie bestätigt. So kommen beispielsweise Designer in Werbeagenturen im Durchschnitt auf ein Jahresgehalt von 32.843 Euro brutto, ihre Pendants in Industrieunternehmen dagegen auf ein Bruttojahreseinkommen von 40.983 Euro. Das ist ein Gehaltsplus von 24,8 Prozent. PR-Manager verdienen im Schnitt in Industrieunternehmen sogar 42 Prozent mehr als in Agenturen. Hier stehen Bruttogehältern von jährlich durchschnittlich 40.983 Euro in der Industrie Jahresverdienste von 37.886 Euro in Agenturen gegenüber.

„Beim Vergleich zwischen Agenturen und Unternehmen muss berücksichtigt werden, dass an der Studie vorwiegend junge Leute teilgenommen haben, die zudem größtenteils aus kleineren Unternehmen stammen. Deswegen wirken die Gehälter zum Teil sehr gering“, so Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de „Dennoch ist das Gehaltsniveau in Industrieunternehmen im Schnitt höher als in Agenturen.“

Gehälter in der Werbebranche im Durchschnitt


Vergleicht man die Durchschnittsverdienste von Beschäftigten in der Agenturlandschaft mit denen von Beschäftigten in gleichen Tätigkeiten in anderen Branchen, sind die Unterschiede minimal. Hier liegen die Gehälter in Werbeagenturen – beispielsweise für Geschäftsführer oder Personalchefs - sogar 0,07 Prozent über dem bundesweiten Branchendurchschnitt. Die attraktivsten Gehälter zahlt im Branchenvergleich der Maschinenbau. Hier liegen die Verdienste von Beschäftigten in vergleichbaren Positionen durchschnittlich 25 Prozent über den Verdienstniveaus in anderen Branchen.

Hohe Gender Pay Gap in der Werbebranche

Bei den Gehältern klafft zwischen Frauen und Männern je nach Berufs- und Einkommensgruppe teils eine große Kluft (engl.: „Gender Pay Gap“), die mit steigendem Jahreseinkommen zunimmt. So verdienen Frauen in Positionen mit einem Bruttojahreseinkommen zwischen 30.000 und 35.000 Euro durchschnittlich 3,9 Prozent weniger als Männer in gleichen Positionen. In der Einkommensgruppe 55.000 bis 66.000 Euro

Der Blick auf die Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen in der Werbeindustrie zeigt, dass die Gehälter sehr weit auseinandergehen. In der Gehaltsgruppe mit einem Jahreseinkommen zwischen 30.000 Euro und 35.000 Euro (zum Beispiel Sekretariat, Grafikdesign) beträgt der Unterschied 3,9 Prozent. In höher vergüteten Berufen der Gehaltsklassen 55.000 Euro bis 66.000 Euro (zum Beispiel Business Development, Key Account Management) ist die Lücke zwischen Frauen und Männern bei den Verdiensten mit rund 13 Prozent im Branchenvergleich am größten.

Im Durchschnitt kommen weibliche Fachkräfte in der Werbebranche auf ein Bruttojahreseinkommen von 33.777 Euro. Sie verdienen damit durchschnittlich 11,0 Prozent beziehungsweise 3.723 Euro weniger im Jahr als ihre männlichen Pendants (durchschnittlicher Jahresverdienst: 37.500 Euro).  Bei Führungspositionen beträgt die Einkommenskluft zwischen den Geschlechtern sogar 27,5 Prozent. So kommen männliche Führungskräfte in der Werbebranche durchschnittlich auf ein Jahreseinkommen von 84.932 Euro, weibliche Führungskräfte verdienen dagegen im Schnitt nur 66.595 Euro. Das sind im Jahr 18.337 Euro weniger.

„Die Berechnung der Entgeltlücke ist nicht einfach und in diesem Fall unbereinigt. Wir haben die Datengrundlage nach Frauen und Männern sortiert und die jeweiligen Gesamtwerte miteinander verglichen. Faktoren wie Berufserfahrung, Region oder Alter blieben unberücksichtigt“, so Bierbach. Die Gehaltsstudie steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

cs/Gehalt.de

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