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Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
Pressemitteilung

Wenn die Nahrung ans Herz geht – das Metabolische Syndrom ist oft angegessen

(PM) , 14.06.2006 - In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „diaita – Zeitschrift für Diätetik“ schreibt Doktor med. Alexander Mauckner, Ernährungsmediziner aus Aachen und Präsidiumsmitglied der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.: Das Metabolische Syndrom MTS gilt gemeinhin als Volkskrankheit mit rund 15 Millionen Betroffenen in Deutschland. Nun haben in der aktuellen Diskussion vor allem Kardiologen dem so eingänglich erscheinenden Konzept eine klare Absage erteilt, betrachten die Einheit des Wohlsstandssyndroms als künstlich ohne sittlichen und praktischen Nährwert. Als griffige Alternative erlebt die Messung des Bauchumfang neue Höhen: inzwischen gelten straffe 80 Zentimeter bei Frauen und 94 Zentimeter bei Männern als Grenze mit allerdings nationalen Unterschieden. Das "MTS" wird bisher weithin als Vorstufe von Diabetes mellitus Typ 2, Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gewertet. Als praktischer Vorteil des Begriffs gilt, dass er etwa beim Nachweis einer Hypertonie automatisch an die notwendige Suche nach möglichen weiteren Risikofaktoren erinnert. Er bietet ein griffiges sprachliches Vehikel, das den richtigen Blickwinkel für die globale Risikoabschätzung schafft. Die semantische Vereinigung multipler Risiken im Syndrom lenkt zudem die Aufmerksamkeit stärker als einzelne Risikofaktoren darauf, dass Handlungsbedarf besteht, vor allem was die Änderung des Verhaltens hin zu einer gesünderen Lebensweise mit Gewichtsreduktion und mehr Bewegung betrifft. Immer noch müssen übergewichtige Menschen über 60, die häufig mehrere Stoffwechselprobleme haben, viele Ärzte besuchen und jeden Tag ein Dutzend Pillen schlucken. Vordringlich ist die Ernährungsumstellung, und generell eine gesunde Lebensweise. Nehmen Adipöse mit einem MTS wie auch immer definiert - deutlich an Gewicht ab, ist bei den meisten die Stoffwechselstörung verschwunden, fast alle können ihre Medikamente reduzieren und nicht wenige können sie gänzlich absetzen. Die vielleicht in Zukunft aufzuklärenden multigenetischen Entstehungsfaktoren werden sich schwerlich beeinflussen lassen, die Änderung des Lebensstils und auch der Umweltfaktoren schon. Die soziale Brisanz zeigt sich in der Verbreitung offenbar besonders in der Unterschicht. In einer dänischen Untersuchung hatten nur zehn Prozent der gut ausgebildeten Teilnehmer die Krankheit, dafür aber 26 Prozent der Teilnehmer mit der schlechtesten Ausbildung. Ein Faktor ist vermutlich, dass billigere, oft zucker- und fettreiche Ernährung eher dick macht. Die Eltern mit dem niedrigsten Bildungsgrad haben in vielen Ländern auch am häufigsten prädiabetische Kinder. Somit muss der durch immer höhere Kostenschwellen - Stichwort Praxisgebühr -erschwerte Zugang zu medizinischen Resourcen und Beratung noch kritischer gesehen werden. Neben Kalorienreduktion scheint Sport das wichtigste Mittel gegen das Metabolische Syndrom zu sein. Neun Jahre lang untersuchten amerikanische Ärzte regelmäßig 6000 Frauen, die keine Anzeichen für Herzkrankheiten aufwiesen. Diejenigen mit einem Metabolischen Syndrom hatten ein 57 Prozent höheres Risiko, im beobachteten Zeitraum zu sterben. Die Ausnahme waren sportliche Frauen. Sie hatten trotz der Stoffwechselstörung kein erhöhtes Sterberisiko. Menschen mit besonders ausgeprägtem Metabolischem Syndrom hilft Sport allein jedoch nicht mehr. Sie brauchen fachkundige Beratung, Wissen um und Zugang zu hochwertigen Nahrungsmitteln und auch bezahlbare Medikamente. Vor dem Hintergrund dieser Fakten widmet sich diese Ausgabe der Fachzeitschrift „diaita – Zeitschrift für Diätetik“ dem Metabolischen Syndrom und seiner diätetischen Beeinflussbarkeit, so Mauckner abschließend. Die Fachzeitschrift diaita-Zeitschrift für Diätetik, die vier- bis fünfmal im Jahr erscheint, kann für 30 Euro pro Jahr abonniert werden. Eine Probeexemplar kann unter www.ernaehrungsmed.de/download/pdf/diaita_Nr.2_012006.pdf downgeloadet, per e-mail an presse@ernaehrungsmed.de oder gegen Einsendung von 1,44 Euro in Briefmarken bei der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V., Mariahilfstr. 9, 52062 Aachen angefordert werden. Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe: 1.Editorial 2.Titelthema: Metabolisches Syndrom 3.In der Praxis: Diätetische Beeinflussung des Metabolischen Syn-droms 4.Diätetik News 5.diaita Intern 6.Diätetik – Vorgestellt 7.Diätetik – Bücher 8.Programm zum 3. Internationalen Diätetik Kongress
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